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Dienstag, 23.10.2018

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Granitstein erinnert an monumentale NS-Pläne

Reichsparteitagsgelände - 28.03.2007

Nur unter großen Anstrengungen konnte der zentnerschwere Granitquader in die Waage gebracht werden. Der Grundstein enthielt die Pläne Hitlers für das «Deutsche Stadion». © Gerullis


Nur mit Mühe konnten die städtischen Mitarbeiter den zentnerschweren Grundstein des nie gebauten «Deutschen Stadions» am Dutzendteich auf dem Kiesareal in die Waage bringen. Wer will, kann darin ein Symbol für die Last der deutschen Geschichte durch den Nationalsozialismus sehen.

Am 9. September 1937 wurde der Granitquader unter Anteilnahme von 20 000 Besuchern von den Nationalsozialisten als Grundstein für das «Deutsche Stadion» auf der Südseite des Reichparteitagsgeländes gesetzt. Der Stein enthielt die von Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichneten Urkunden, mit denen er das «Deutsche Stadion» als künftigen Ort für die «Nationalsozialistischen Kampfspiele» festlegte.

Das Stadion sollte mit 100 Meter hohen Tribünen und Platz für 405 000 Zuschauern das größte Stadion der Welt werden. Über das Ausheben der Baugrube, dem heutigen Silbersee, und der Grundsteinlegung sowie den Bau von hölzernen Tribünenmodellen im Hirschbachtal in der Hersbrucker Schweiz ist das Projekt aber nicht hinausgekommen. Ein Teil der Baugrube wurde mit dem Bauschutt von im Zweiten Weltkrieg zerstörten Häusern Nürnbergs gefüllt. Der Rest lief mit Grundwasser voll.

Das einzige steinerne Relikt des Stadions lag bis 2001 von Grünpflanzen überwuchert in einem Waldgelände neben der Messe. Für den Bau der Messe-Parkhäuser musste der Stein entfernt werden und kam in ein städtisches Depot. Seit gestern liegt der Granitblock mit einer durchsichtigen Erläuterungstafel an der Ecke Große Straße/Alfred-Hensel-Weg und erinnert an die Pläne für das NS-Stadion. Auf einen größeren Akt hat die Stadt bei der Stein-Aufstellung verzichtet. «Das ist keine Gedenkstätte, sondern eine von 23 Stationen unseres Informationssystems über das frühere Reichsparteitagsgelände», sagte Matthis Strobel vom städtischen Kulturreferat. fis 

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