Montag, 17.12.2018

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Die Club-Fußballerinnen zieht es nach oben

Regionalliga-Aufsteigerinnen starten in Calden in die neue Saison - 04.09.2009

Die erfahrene Kerstin Hoffman (mit erhobenen Armen) ist eine der Anführerinnen im Team der Club-Frauen. © Zink


«Die Liga ist für uns Neuland, wir wollen uns langsam herantasten, und von daher kann die Zielsetzung nur Klassenerhalt heißen», sagt Peter Jendorff, der langjährige Sportliche Leiter beim FCN. «Wir wollen uns akklimatisieren, die Mannschaft hat keinen Druck außer dem Klassenerhalt», formuliert es Paul Fassold, «Chefausbilder» und dienstältester Coach im Verein, der vor zweieinviertel Jahren den sportlichen Fünfjahresplan maßgeblich mit ausgearbeitet hat und als Trainer der «U 15» an der Basis die Arbeit leistet, um den beiden Frauenteams gut ausgebildeten Nachwuchs zuzuführen.

Das Team, das den Aufstieg geschafft hat, ist im Wesentlichen zusammengeblieben und laut Jendorff «punktuell verstärkt worden. So kamen mit Defensivspielerin Kessy Schott und Carolyn Nason zwei Bundesliga-erfahrene Akteurinnen vom TSV Crailsheim. «Bei Schott, die in Nürnberg wohnt, war es eine Frage der Fahrerei, ähnlich bei Nason, die mit ihrem Mann in der Nähe von Nürnberg wohnt», nennt Jendorff den Grund, wie es dem Regionallisten gelang, zwei Erstligaspielerinnen zu verpflichten.

Aus der eigenen Jugend hochgezogen wurde mit Valentina Maceri eine deutsche «U 16»-Nationalspielerin. Die wird allerdings beim Saisonauftakt beim TSV Jahn Calden fehlen, weil sie mit der DFB-Auswahl gerade in Island ein EM-Qualifikationsturnier bestreitet. Auch Trainer Abdi Cetin wird nicht mit dabei sein, der beruflich in Berlin bei der Internationalen Funkausstellung weilt. Noch unklar war gestern Abend, ob die erfahrenste Akteurin (und Co-Trainerin) auflaufen kann: Olena Mazurenko war gerade als Spielführerin mit der ukrainischen Nationalmannschaft bei der EM dabei, ist zwar unglücklich ausgeschieden – doch beim Club hofft man, dass die 39-Jährige in Calden einsatzbereit ist.

So lastet eine enorme Last auf der zweiten erfahrenen Spielerin im Nürnberger Team: Spielführerin Kerstin Hoffmann, die einst schon mit dem Club erstklassig aktiv war, dann einige Zeit für den FC Bayern München auflief und seit der letzten Saison die Schuhe wieder für den 1. FCN schnürt – und nebenbei auch noch die «U 10»-Jungenmannschaft des Clubs trainiert.

«Calden spielt seit vielen Jahren eine gute Rolle in der Regionalliga, dazu kommt die lange Anreise am Spieltag: Wir müssen schon früh um sieben Uhr los. Da muss man abwarten, wie das Spiel läuft», meint Fassold mit Blick auf den Regionalliga-Auftakt. Und macht zugleich deutlich, dass man nicht auf Teufel komm raus neue Spielerinnen geholt hat, sondern dem bisherigen Stamm vertraut. «Wir werden das die Vorrunde über beobachten und notfalls nachjustieren – und falls der Klassenerhalt in Gefahr sein sollte, entsprechend reagieren», heißt die FCN-Devise. Schließlich sollen die Frauenteams – die zweite Mannschaft ist inzwischen in der Bezirksoberliga angekommen – mittel- und langfristig in erster Linie mit eigenen Nachwuchs «gefüttert» werden.

Sportlich hat sich in den letzten zwei Jahren nach reichlich Unruhe im Verein alles konsolidiert, wird nach Aussage aller Beteiligten harmonisch und in Ruhe zusammengearbeitet. Doch zwei weitere Baustellen müssen auch noch betreut werden: Infrastruktur und Sponsorenbereich müssen den steigenden Erfordernissen angepasst werden. «Wir sind gerade dabei, ein Konzept zu erarbeiten, das uns für Sponsoren interessant macht. Was in Nürnberg nicht nur im Fußball mehr als schwierig ist, wie auch Peter Jendorff mit einem Verweis auf die Club-Handballerinnen unterstreicht. 

Philipp Roser

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