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Wenn der Schnee unter dem Turnschuh knirscht

Leistungs- und Freizeitsportler joggen auch im Winter in der Natur - 27.12.2008

«Laufen hat bei uns immer Konjunktur», sagt Claudia Schott. Die 31-jährige Triathletin des Post SV läuft etwa dreimal in der Woche. «Wenn Schnee liegt, finde ich es besonders schön. Dann ist es so schön still im Wald, und der Schnee knirscht unter den Füßen», sagt die Physiotherapeutin, die schon einige Langdistanz-Rennen bewältigt hat.

Fast alle Triathleten ihres Vereins laufen im Winter im Freien, nur einige Sportler, die einen frühen Wettkampf anpeilen, legen schnelle Einheiten auf dem Laufband ein. «Das wäre draußen zu gefährlich», so Claudia Schott. Je nach Leistungsstand und Wettkampfplan stehen bei den Post-SV-Athleten bis zu 70 Lauf-Kilometer pro Woche an.

Auch Ultramarathon-Läufer Stephan Gunzelmann ist bei jedem Wetter unterwegs – täglich und meist mehrere Stunden. «Man muss sich nur vernünftig anziehen», sagt der Diplom-Sportlehrer. «Ohne Mütze und Handschuhe gehe ich nicht in den Wald», lacht er und verrät, dass er warme Temperaturen viel lieber hat. Wettkämpfe stehen bei ihm erst wieder im Frühling und Sommer an. Der Höhepunkt im ersten Halbjahr 2009 soll ein 100-Kilometer-Lauf in Belgien oder Südafrika werden. Wie viele andere Läufer auch, muss der 40-Jährige ab und zu seinen «inneren Schweinhund» überwinden. «Ich laufe erst mal los, und nach zehn Minuten weiß ich dann, ob ich mich wirklich schlecht fühle oder nur keine richtige Lust hatte.» Läufern, denen schnell langweilig wird, empfiehlt er, neue Wege auszuprobieren.

«So ein bisschen Kälte und Schnee ist noch lange kein Grund, nicht laufen zu gehen», findet Hobbyläufer Frank Strohm. Der 35-jährige Kundendienstleiter läuft – egal ob Sommer oder Winter – bis zu 50 Kilometer in der Woche. «Unter der Woche mache ich zwei kürzere Einheiten mit etwa 15 Kilometern, und am Wochenende laufe ich dann länger», erzählt er. Sein Ziel: der Halbmarathon in Berlin, bei dem er schon einmal dabei war. «Eine tolle Stimmung war das», schwärmt er. Derzeit nutzt er für seine abendlichen Runden das östliche Pegnitztal. «Die Wege sind schön eben, und wenn es mal richtig finster ist, mache ich meine Stirnlampe an», geht Strohm den «Wintersport» pragmatisch an.

Dunkelheit schreckt auch die Teilnehmer der zahlreichen Lauftreffs nicht. Einige Gruppen des Post SV sind schon früh morgens unterwegs und laufen in den Tag hinein, andere treffen sich am Abend – und das schon seit Jahrzehnten: «Wir haben 1975 angefangen und waren einer der ersten Lauftreffs in Deutschland», berichtet Rudi Webert vom Lauftreff Marienberg. Zweimal in der Woche treffen sich 30 bis 40 Sportler im Alter von 20 bis 73 Jahren sowie eine Nordic-Walking-Gruppe am Marienbuck. Sie drehen eine einstündige Runde durch den Park. «Wir haben Blinklichter, aber Stirnlampen mögen wir nicht so gerne, die blenden so.»

Seiner langjährigen Erfahrung nach reicht das Mondlicht in der Regel aus: «Das Auge gewöhnt sich schon nach wenigen Minuten an die Dunkelheit», sagt Webert. Einzig tiefe Pfützen und Löcher in den Wegen machen es den Sportlern schwer. Im Sommer dehnen die Marienberg-Läufer ihre Runden aus. «Wir laufen bis nach Buchenbühl», sagt Webert.

Eher gemütliche Runden zur Entspannung legt Maria Schulze ein. Sie ist erst vor kurzem nach Nürnberg gezogen und meist mit ihrem i-Pod am Tiergarten unterwegs. «Ich habe wechselnde Arbeitszeiten. Deshalb kann ich mich keiner Gruppe anschließen. Hier am Tiergarten gibt es markierte Routen in verschiedenen Längen, das ist für mich als Neu-Nürnbergerin ganz praktisch», lobt die 27-Jährige den «Nordic Walking Park», der seit September drei Rundkurse mit Längen von 3,3 und 6,5 sowie 9,9 Kilometern bietet.

Markierte Walking- und Jogging-Routen gibt es seit 2006 auch am Steinbrüchlein im Nürnberger Süden. Nächstes Jahr möchte die Stadt Tafeln und Markierungen für Ausdauersportler im Pegnitztal anbringen.

Wer das alte Jahr sportlich ausklingen lassen möchte, kann an Silvesterläufen teilnehmen: Das Team Klinikum Nürnberg bietet ein zehn Kilometer langes Rennen um den Wöhrder See an. Alternativ stehen eine fünf Kilometer lange Walking- oder Jogging-Runde sowie Jugendläufe zur Auswahl. Weitere Infos unter 3 98 77 70 oder www.team-klinikum-nuernberg.de. Außerdem gibt es den «Silvester-Lauf der Lauftreffs des Post SV» am Tiergarten. Um 14 Uhr traben alle gemeinsam los. Dauer: etwa eine Stunde mit anschließendem Umtrunk. Weitere Informationen bei Roland Blumensaat 54 66 29 oder im Internet unter www.schritt-weise.de 

Clara Grau

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