Mittwoch, 19.12.2018

|

46-Jährige stirbt bei Flugunfall in Lilllinghof

Doppeldecker kam von der Startbahn ab - Verletzter ringt um sein Leben - 06.09.2010 12:29 Uhr

Ein Doppeldecker ist beim Flugtag in Lillinghof in die Zuschauermenge gerast. © Pegnitz-Zeitung


„Es ist eben doch immer ein Risiko dabei, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen.“ Peter Gruber ist nachdenklich. Während er am Stand seine Modellflugzeuge und Flugschau-Souvenirs langsam einpackt, versorgen ein paar Meter weiter die Rettungskräfte immer noch die Verletzten. Es ist Sonntagnachmittag gegen fünf Uhr. Eigentlich sollten jetzt hier am Segelflugplatz von Lillinghof auf dem Gebiet der Gemeinde Schnaittach nordöstlich von Nürnberg die Doppeldecker ihre Kunststücke in der Luft zeigen. Ausflügler sollten sich die Gegend beim Rundflug mit dem Hubschrauber von oben ansehen können. Und die Kleinsten sollten in der Hüpfburg oder im Karussell ihren Spaß haben.

Stattdessen haben sich die meisten Menschen, die hier einen schönen Tag erleben wollten, schon auf den Heimweg gemacht. Andere stehen in Gruppen zusammen und reden; teils mit Freunden, teils mit Notfallseelsorgern.

Um 14 Uhr hatte der traditionelle Flugtag des Segelflug Clubs Lauf begonnen. Bei bestem Ausflugswetter kamen schnell 3.000 Menschen zusammen. Das Gelände fasst sogar 6.000 Zuschauer. Doch schon um 14.49 Uhr ging bei der Feuerwehr Lauf ein Notruf ein: Beim Startversuch eines Doppeldecker-Trios war ein Flugzeug ausgebrochen und in die Zuschauermenge gerutscht. Eine Frau - die Ehefrau eines Kommunalpolitikers - starb sofort.

38 Verletzte

Selbst zwei Stunden später konnte Christian Matern, der Leitende Notarzt im Kreis Nürnberger Land, die Zahl der Verletzten nur schätzen: Ein Zuschauer wurde demnach schwerst verletzt, vier weitere schwer. 15 bis 20 waren leicht verletzt – darunter ein Kind, das aber offenbar nur Prellungen abbekommen hatte. Erst am späten Abend wurde die genau Anzahl der Verletzten mit 38 angegeben. Der Pilot – ein 68-jähirger, erfahrener Flieger aus Gelnhausen -  konnte die Maschine unverletzt verlassen; steht aber unter Schock.

Einen Tag nach dem tödlichen Unglück untersucht die Bundesstelle für
Flugunfalluntersuchung den Doppeldecker auf technische Mängel. „Bislang haben wir zur Unfallursache noch keine neuen Erkenntnisse“, sagte eine Sprecherin der Polizei am Montag in Nürnberg.

Bereits vor drei Jahren ereignete sich beim Flugtag in Lillinghof ein schwerer Unfall. Damals rutschte ein Pilot aus Naumburg mit seinem einmotorigen Sportflugzeug über die Landebahn und landete in einem Gebüsch. Der Flugtag war zu diesem Zeitpunkt schon beendet und nur noch einige Helfer auf dem Gelände zugange. Der Pilot blieb bei dem Vorfall ebenfalls unverletzt. 

Ein Doppeldecker ist beim Flugtag in Lillinghof in die Zuschauermenge gerast. © dpa


 

Gudrun Bayer E-Mail

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: nordbayern.de