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Tag der alten, neuen Helden: Fünf Geschichten rund um das Brucker Drei-Königs-Turnier

26. Brucker Drei-Königs-Turnier war wieder ein Erlebnis

Das 26. Brucker Drei-Königs-Turnier war wieder ein Erlebnis. Fünf Geschichten über die einzig wahre Stadtmeisterschaft erzählt Katharina Tontsch.

Sorgten für gute Stimmung: die Fans der DJK Erlangen.

 / © Sportfoto Zink - JüRa

Geschichte 1: Christian Manickis Kopf verhinderte Patrick Schwesingers Allzeitrekord

Der Jubel fiel irgendwie kleiner aus, weniger euphorisch. Aber wie soll es auch anders sein, wenn Erlangens beste Mannschaft sich zum zweiten Mal in Folge die inoffizielle Stadtmeisterschaft sichert. Gefreut haben sich die Quecken natürlich trotzdem über den Pokal, den insgesamt vierten Sieg bei diesem Turnier. Damit zogen sie mit dem FSV Bruck gleich. 2019 könnte Eltersdorf also bei erneuter Titelverteidigung der einzige Verein sein, der das Drei-Königs-Turnier fünfmal gewonnen hat.

Wie es gelingen kann, hat der Bayernliga-Spitzenreiter diesmal eindrucksvoll bewiesen. „Wir hatten dieses Jahr wirklich eine sehr gute Mannschaft, in der Halle kicken wir schon längere Zeit zusammen“, sagt Patrick Schwesinger. Überraschend kam die Überlegenheit jedenfalls nicht. „Zu Beginn sind wir ein wenig gestrauchelt, haben im zweiten Spiel nur 2:0 gewonnen. Umso länger das Turnier ging, umso besser sind wir ins Spiel gekommen. Ich glaube, wenn man alle Spiele betrachtet, haben wir verdient gewonnen.“ Einen Aussetzer leistete sich der SCE nicht. Fünf Spiele, fünf Siege, fünf Gegentore, 25 eigene Treffer. „Und es hat wieder Spaß gemacht.“ Elfmal hat Schwesinger selbst getroffen. „Eigentlich ungewohnt, dass ich so viele Tore schieße. In der Saison draußen treffe ich nicht so oft.“ In dieser Saison sind es in der Bayernliga zwei Treffer in 23 Spielen.

„Ich hoffe, das mit den Toren kommt 2018.“ Das Drei-Königs-Turnier könnte der Anfang sein. Der 27-Jährige hatte sogar die Gelegenheit, bester Torschütze aller Zeiten zu werden. Mit einem zwölften Tor hätte er den Allzeit-Rekord von elf Treffern (bislang dreimal erreicht) knacken können. Doch im Finale wehrte sich die Spielvereinigung nach Kräften. Allen voran Torwart Christian Manicki, der einmal den Ball direkt ins Gesicht bekam und kurz behandelt werden musste. „Ich habe ihm da schon gesagt, er hätte lieber seinen Kopf einziehen sollen“, sagt Schwesinger. „Dann hätte er keine Kopfschmerzen und ich mein zwölftes Tor. Aber ja, ich bin nicht hergekommen, um Torschützenkönig zu werden.“ Die Eltersdorfer wollten den Turniersieg verteidigen. „In Erlangen will jeder diese Stadtmeisterschaft gewinnen. Das ist uns wieder gelungen. Vielleicht gibt das einen Kick für die Restsaison.“ Und wenn der Aufstieg gelingt, dann wird gejubelt. So richtig wild.

Geschichte 2: DJK-Fans sorgten für gute Stimmung

Wie man richtig wild feiert, haben die Fans der DJK Erlangen vorgemacht. Ausgestattet mit einem großen Plakat, Trikots und ganz viel Bier hatte es sich der Anhang des Turnier-Neulings rechts hinten in der Halle bequem gemacht. Nach Fouls waren immer laute Rufe aus dieser Ecke zu hören, das Plakat hielten die Fans bei einem eigenen Tor in die Höhe. Zum ersten Mal in 26 Jahren Turniergeschichte war die DJK dabei. In der Vorrunde reicht es für das Kreisklasse-Team nach einem 6:1-Sieg gegen die SG Siemens Erlangen für Rang zwei und damit den Einzug ins Viertelfinale. Die Fans rasteten völlig aus, das Los bescherte den leichtesten Gegner, den VdS Spardorf aus der A-Klasse. Die DJK gewann mit 2:1 - und stand im Halbfinale.

„Unser Ziel in der Gruppe war, ein Spiel zu gewinnen und Zweiter zu werden“, sagt DJK-Spielführer Daniel Hohenester. „Wie man es dem Jubel bei der Auslosung entnommen hat, war Losglück dabei im Viertelfinale. Doch das gehört hier einfach dazu.“ Das Drei-Königs-Turnier kannte der 20-Jährige bereits gut, allerdings nur aus der Zuschauer-Perspektive. „Für mich ist das eine ganz große Nummer. Mit meinem Papa komme ich hierher, seitdem ich klein bin.“ Jedes Jahr war der gebürtige Büchenbacher dabei. „Ich kann mich noch genau erinnern, als der BSC 2003 gewonnen hat. Das war wirklich etwas tolles. Es war mein großes Ziel, hier zu spielen. Deshalb war bei mir, aber auch bei allen in unserem Team, die Freude so groß.“ Nur wenn ein Klub absagt, rutscht ein anderer Erlanger Verein nach. „Es ist mit das bestbesuchte Fußballturnier überhaupt. Man geht da voll motiviert rein. Die Fußball-Elite aus Erlangen schaut zu, kann sich zeigen. Das sind die Tage, die Spiele, auf die man hinfiebert. Darauf ist man richtig geil.“ Dass die Fans das ebenso sehen, war kaum zu überhören. „Wir sind ein großer Haufen, fast 50 Spieler, die in der ersten und zweiten Mannschaft aktiv sind. Wir haben einen großen Zusammenhalt. Deshalb war es selbstverständlich, dass so viele Leute kommen“, sagt Daniel Hohenester. „Dass sie so laut sind, ist gang und gäbe. Bei Jugendturnieren in der Halle war das auch so. Es macht uns extrem stolz. Wir sind das erste Mal hier bei diesem Turnier und es macht einen guten Eindruck, wenn man gleich so positiv auffällt.“ Wiederkommen wollen die DJKler auf jeden Fall.

Geschichte 3: Dirk Schrott stand überraschend für Bruck zwischen den Pfosten

Als die Hausherren das erste Mal das Feld betraten, staunten manche nicht schlecht. Zwischen den Pfosten stand ein neuer Torwart, einer, der so noch nie für den FSV gespielt hatte und der auch noch nie dabei war bei diesem Turnier. Dirk Schrott sollte den Brucker Kasten sauber halten. Eigentlich ist der 40-Jährige Torwarttrainer der Bayernliga-Mannschaft, und das auch erst seit diesem Sommer. Zuvor war Schrott als Coach und Spieler lange bei Jahn Forchheim. Und jetzt? Drei-Königs-Turnier?!

„Alle anderen Torhüter sind im Urlaub gewesen“, sagt Dirk Schrott. „Kurzfristig bin ich eingesprungen, erst am Freitag haben wir es ausgemacht.“ Für den Forchheimer war es die Turnier-Premiere. „Es war gut, super gut besucht. Den Ruf des Turniers kannte ich zwar, aber ich bin wirklich überrascht.“ Wieder im Tor zu stehen, war eine Herausforderung. „Mir tut mit Sicherheit in den nächsten beiden Tagen alles weh“, sagt Schrott. Natürlich hat der Coach auf dem Feld alles gegeben, Bälle gut pariert, seine Vorderleute dirigiert. Geholfen hat es wenig, im Halbfinale war für die Hausherren Schluss. „Ich bin enttäuscht, dass wir nicht ins Finale gekommen sind. Das war unsere Zielsetzung.“ Zuletzt hat Bruck das Turnier im Jahr 2014 gewonnen, es wäre also mal wieder Zeit. „Doch wir waren nicht so aggressiv im Defensivverhalten. Vorne hat die Kaltschnäuzigkeit und das Glück im Abschluss gefehlt, auch die letzte Konsequenz.“ Zumindest hat es am Ende für Rang drei gereicht - auch dank Dirk Schrott.

Geschichte 4: Albin Bauer ist seit 15 Jahren Schiedsrichter beim Drei-Königs-Turnier

In der Halle kennt sich Albin Bauer aus. Der 63-Jährige ist schon seit mehr als 15 Jahren dabei. Meistens steht er auf dem Feld. Als Schiedsrichter. Seit 1981 ist Bauer als Unparteiischer auf dem Fußballplätzen der Region unterwegs, aktuell in der Schiedsrichtergruppe Erlangen. Die höchste Klasse ist die Kreisklasse, wegen des Alters. Im Jahr kommen mit Jugendspielen rund 120 Einsätze zusammen. Für das Drei-Königs-Turnier hat Bauer trotzdem immer Zeit. „Der Ausrichter möchte keine Schiedsrichter, die einem Erlanger Verein angehören“, sagt Bauer. Er kommt aus Höchstadt und ist so unparteiisch wie man es sich nur wünschen kann. „Am Anfang waren die Schiedsrichter auf der anderen Seite der Halle, gegenüber der Zuschauer.“ Dort haben die Referees eine komplett andere Perspektive als die Zuschauer, was immer wieder für Streit gesorgt hatte. „Jetzt ist es viel besser. Wir sehen das Spiel so wie es die Zuschauer auch sehen“, sagt Bauer.

Er liebt die Atmosphäre in der Emmy-Noether Halle ebenso wie die Fußballer. „Es macht Spaß, man ist lange dabei, kennt Spieler seit der C-Jugend. Man wird von den Spielern auch akzeptiert, wenn man öfter im Einsatz ist.“ Das Jubiläums-Turnier im vergangenen Jahr hat Bauer krankheitsbedingt verpasst. „Das war schade.“ Doch nächstes Jahr kommt er bestimmt wieder.

Geschichte 5: "Spieli"-Keeper Manicki parierte und traf

Stadtmeisterschaft ist, wenn Helden geboren werden. Neue Helden. Und Helden, die jeder kennt. Auch diesmal gab es wieder zahlreiche Helden, viele trugen das Trikot der Spielvereinigung Erlangen. Denn die "Spieli" machte es wieder einmal spannend. Im Viertelfinale traf sie im Landesliga-Duell auf den ATSV Erlangen und lieferte sich den härtestes Kampf des Turniertages.

Erst im Neunmeterschießen bezwang die "Spieli" ihren Kontrahenten. Zunächst durch zwei gehaltene Schüsse von Torwart Christian Manicki, dann trat der Keeper selbst an und verwandelte. „Jeder will sich hier beweisen, das geht schon auf die Knochen“, sagt der 22-Jährige. „Seit der C-Jugend schieße ich immer den fünften Elfmeter.“ Wenn sich keiner traut, macht es bei der "Spieli" also der Keeper. Viele Zuschauer in der Halle riefen Manickis Namen. „Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke. Es war ein geiles Gefühl.“ Im Finale bekam der Keeper auch einiges ab, einmal auch einen besonders harten Schuss. Gereicht hat es trotzdem nicht für den Sieg, den zweiten nach 2016 für Manicki. „Wir wollten gewinnen. Das Turnier sollte der Start in die Vorbereitung sein, das soll uns pushen. Der Eltersdorfer Sieg geht allerdings in Ordnung. Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft. Dann müssen wir es nächstes Jahr machen.“ Mit einem Torwart wie diesem könnte es klappen.

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