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Hersbruck kämpft Bayern Kickers nieder

Bezirksliga Nord - 9. Spieltag, Sonntag

Der 1. FC Hersbruck hat den spielerischen Ansatz des FC Bayern Kickers mit kämpferischer Stärke eliminiert. Der ASV Pegnitz feierte am Sonntag den ersten Sieg. Einen Spielausfall gab es wegen eines Trauerfalls bei Cagrispor.

Ins Stolpern geraten: Bayern Kickers (ganz in Blau) musste alle drei Punkte dem 1. FC Hersbruck überlassen.

 / © Sportfoto Zink

Die dritte Pleite in Serie ließ die Südstädter in der Tabelle auf einen Abstiegsplatz abrutschen. Entschieden war die Partie gegen den Nachbarn bereits nach zehn Minuten – begünstigt durch zwei individuelle Fehler in der Fürther Abwehr. In der Folgezeit beschränkte sich die SG gegen bemühte, aber viel zu harmlose Fürther auf die Verwaltung des Vorsprungs. Auch in der zweiten Hälfte fehlte es den Platzherren an Durchschlagskraft. Die hektische Schlussphase hielt für die gut 130 Zuschauer neben dem dritten Treffer der Gäste auch zwei Platzverweise parat.

Der TV 48 Erlangen hatte im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Spielvereinigung Hüttenbach-Simmelsdorf kaum eine Chance. Bereits zur Pause führten die Gäste, nach dem Seitenwechsel legten sie nach. Für den Turnverein war es die erste Pleite nach drei Spielen ohne Niederlage.

Nach dem 1:2 gegen den 1. FC Kalchreuth bleibt der SC Adelsdorf im Bezirksliga-Keller stecken. Spielertrainer Florian Gräf hofft auf ein Ende der englischen Wochen. Er steht auch auf dem Spielfeld im Mittelpunkt. Es sind noch etwas mehr als zehn Minuten zu spielen als Florian Gräf zur Seitenlinie läuft. Es ist Zeit für ein Gespräch mit Heiko Pfeifer, seinem Trainerkollegen. Der SC Adelsdorf liegt zurück, immerhin ist dem Aufsteiger eine Viertelstunde zuvor der Anschluss geglückt. Das Ergebnis der Unterredung: Der SCA braucht einen Angreifer. Fünf Minuten später steht Paolo Zagarella bereit, Pfeifer dirigiert seine Abwehr zu einer Dreierkette um. Es reicht am Ende nicht, obwohl Adelsdorf den spielerisch überlegenen Kalchreuthern einen langen Kampf liefert. "Phasenweise haben sie natürlich besser gespielt als wir. Aber mit mehr Glück hätten wir vielleicht auch das zweite Tor machen können“, sagt Gräf hinterher. Seit Beginn dieser Saison sind er und Pfeifer als Spielertrainer beim SC Adelsdorf, sie sind die Nachfolger von Manfred Dedaj, der zum FSV Stadlen gewechselt ist. Eigentlich haben sie ihre Rollen klar aufgegliedert, nur momentan ist die Verteilung etwas durcheinander geraten. Pfeifer ist nach einem Muskelfaserriss noch nicht einsatzfähig und bleibt deshalb auf der Bank. Aber sonst haben sie sich das Feld aufgeteilt: Pfeifer spielt eher defensiv und kann das Spiel von hinten lesen. „Und ich kann die Leute vorne dirigieren. Das ist eine ganz gute Aufgabenteilung“, findet Gräf. Der Trainer ist momentan der Dreh- und Angelpunkt des Adelsdorfer Angriffspiels. Er schießt fast alle Standards – die gegen Kalchreuth auch fast durch die Bank gefährlich für den Gegner werden – und hat in den vergangenen Partien auch das Toreschießen erledigt. Gegen Türkspor Nürnberg und die SG Nürnberg-Fürth gelangen ihm jeweils zwei Treffer, der SCA holte vier Punkte aus beiden Begegnungen. „Wenn man etwas höher gespielt, dann sollte man auch etwas Verantwortung an sich reißen“, findet Gräf; „Trotzdem war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, allein kann niemand die Tore erzielen.“ Sowohl Gräf als auch Pfeifer haben Bayernliga gespielt, mit Schweinfurt 05 hat Gräf auch Regionalliga-Partien absolviert. Aus der hat sich vor der Saison auch der 1. FC Kalchreuth verstärkt. Nachdem die Integration der Neuen am vergangenen Wochenende beim 0:2 gegen den ASV Weisendorf noch nicht geklappt hatte, läuft es gegen Adelsdorf deutlich besser. Dem FCK gelingen sehenswerte Spielzüge, vor allem Philip Worst auf der linken Seite bekommt der SCA kaum in den Griff. Keeper Markus Eckert pariert mehrmals glänzend. Das 1:0 für die Gäste fällt kurz vor der Pause, weil Worst ungestört von links flanken darf – Adrian Bayerlein verwertet die Vorlage (40.). Bis dahin hatte der Aufsteiger gut mitgehalten, auch wenn es offensiv nur phasenweise läuft. Pech hat der SCA, dass Kalchreuth direkt nach Wiederanpfiff auf 2:0 erhöht. Erst trifft der Schuß von Worst nur die Unterkante der Latte, dann köpft Markus Giering den zurückgeprallten Ball ins leere Tor. Der Adelsdorfer Anschlusstreffer fällt nach einem Freistoßflanke, die über Umwege bei Stefan Mönius landet. Dessen Schuss wehrt zwar ein Kalchreuther Spieler ab, die Adelsdorfer protestieren wegen Handspiels – aber der Schiedsrichter hat den Ball sowieso hinter der Linie gesehen (63.). Das 1:2 bildet den Auftakt einer Adelsdorfer Zwischenoffensive, die allerdings zu schnell verflacht – sonst wäre der Ausgleich gegen auch nicht sichere Kalchreuther möglich gewesen. „Wir haven viele Verletzte, viele Urlauber, da hat uns zum Ende hin vielleicht der Punch gefehlt“, sagt Gräf. Vor allem Daniel Brenner und Daniel Nastvogel fehlen dem SCA schmerzlich. Gräf hofft auf ein Ende der englischen Wochen: Dann soll sein Team wieder mehr Wucht bekommen.

Keine Punkte für den ASV Weisendorf: Gegen den SK Lauf setzte es eine 2:4-Niederlage. Die Hausherren gingen zwar mit 1:0 in Front, agierten aber insgesamt zu passiv. Nachdem Lauf die Partie gedreht hatte, kam der ASV in der Schlussphase zum Ausgleich, leistete sich unmittelbar danach aber einen fatalen Aussetzer. Der ASV startete unerwartet passiv in das Duell mit dem Verfolger und setzte auf Konter. Mit dem Plus an Spielanteilen konnten die Gäste aber wenig anfangen. Erst in der 21. Minute wurde es erstmals vor den Toren spannend, ein satter Linksschuss von Laufs Daniel Rothhar senkte sich über die Latte. ASV-Coach Armin Appelt hatte zu diesem Zeitpunkt bereits wechseln müssen: Für Mittelfeldmotor Oliver Maier ging es nach einem Foul nicht weiter. Mit der ersten eigenen Chance ging der Aufsteiger in Front: Nach einem Einwurf zog Hendel in die Mitte, seinen Querpass bugsierte Daniel Bretting durch die Beine von Torwart Enzensberger in die Maschen (23.). Das 1:0 sorgte aber mehr dafür, dass der SK nun zwingender im Spiel nach vorne agierte. Nach einem Steilpass von Florian Bergler wurde Dominik Hofmann von Keeper Oyntzen zu Fall gebracht – Elfmeter (27.). Der Keeper bügelte sein Foul sofort wieder aus und entschärfte den unplatzierten Versuch von Rothhaar (28.). Torszenen waren zwar auch aufgrund einer Vielzahl von Fehler im Passspiel beider Teams Mangelware, wenn es gefährlich wurde, dann aber richtig. In der 34. Minute konnten sowohl Pilz als auch Janoušek nicht klären und ermöglichten Hofmann so aus kurzer Distanz den Ausgleich (34.).Zur Pause lag Weisendorf sogar zurück. Hofmann zirkelte einen Freistoß herrlich ins linke Eck (40.). Wirklich Besserung trat auch im zweiten Abschnitt nicht ein. Nach 63 Minuten bot sich Pommer eine Großchance, Enzensberger parierte stark. Auf der Gegenseite verpasste Hofmann seinen dritten Treffer (68.). Trainer Appelt reagierte stellte in der Schlussphase auf eine Dreierkette um. Mit Erfolg, denn Weisendorf hatte seine beste Phase. Pommer verpasste den Ausgleich nach Ablage von Geyer knapp (77.), eine Minute später steckte der herrlich zum von links in die Mitte gezogenen Tim Schmidt durch, der Enzensberger umspielte und auf 2:2 stellte (78.). Allerdings leistete sich der Aufsteiger nun einen kollektiven Tiefschlafmoment. Oyntzen parierte noch gegen Hofmann (79.), dann hatten die Joker Lutz und Schober alle Freiheiten, letzterer schob mühelos zum 2:3 ein (80.). Weisendorf war noch einmal alles nach vorne, Chancen ergaben sich aber keine. Stattdessen setzte Lutz in der Nachspielzeit mit dem 2:4 den endgültigen Schlusspunkte (90.+3). Maximilian Hubert

Die Kickers bemühten sich über die volle Distanz und versuchten es mit spielerischen Mitteln gegen kämpferisch eingestellte Gäste. Der Plan ging allerdings nicht auf, da der FCH deutlich mehr Kontrolle übernahm und die Fehler der Heimelf konsequent in Tore ummünzte. Mit der vierten Niederlage aus fünf Heimspielen treten die "Baki" auf der Stelle.

Es ist vollbracht. Im Kellerduell gelang dem Absteiger ASV der erste Sieg. Gegen keineswegs enttäuschende Gäste aus Kirchehrenbach profitierten die Schulstädter von ihrer effektiven Spielweise und siegten am Ende klar mit 3:0. Trainer Thomas Daschner rotierte für das wichtige Spiel vier Mal. Daniel Sigl, Alexander Wölfel, Lars Stachowski und Johannes Regn standen für Rene Schuster, Simon Gräf, Nikolai Reichel und Johannes Wittmann in der Startelf. Das Spiel brauchte eine zwanzigminütige Anlaufzeit, um auf Touren zu kommen. Bis dahin zeigten beide Mannschaften, warum sie im Tabellenkeller zu Hause sind. Viele Ungenauigkeiten und Hau-Ruck-Fußball prägten die Anfangsphase. Die erste Möglichkeit gehörte dann den Gästen. Torwart Alexander Kohl hatte gegen den Schuss von Dorsch (22.) so seine Probleme und konnte den Ball gerade noch zur Ecke abwehren. Fast zehn Minuten später musste wiederum Kohl seine Klasse gegen Thomas Eismann beweisen. Umso überraschender stand es keine 60 Sekunden später 1:0 für die Heimelf. Alexander Wölfel überlief die Abwehrkette von Kirchehrenbach und scheiterte zuerst an Torwart Wagner, der Ball prallte vor die Füße des einschussbereiten Yannick Podgur. Der ASV-Stürmer hatte keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken. Pegnitz war auf einmal hellwach. Florian Kretschmer (36.) hatte nach Zuspiel von Podgur das 2:0 auf dem Fuß, doch Torwart Wagner klärte per Fußabwehr. Beim 2:0 durch Ralf Stiefler in der 41. Minute profitierte der Torschütze von einem Torwartfehler Wagners, der einen schon sicher geglaubten Ball wieder aus den Händen gleiten ließ. In der 45. Minute zischte ein Schuss von Thomas Eismann nur haarscharf am Tor von Kohl vorbei. Pegnitz ging mit einer beruhigenden 2:0-Führung in die Pause und stellte zu Beginn des zweiten Abschnittes früh auf Sieg: Der fleißige Alexander Wölfel wurde von Städler im Strafraum gefoult und der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Rückkehrer Florian Kretschmer (55.) verwandelte sicher zum 3:0. Danach tat sich nicht mehr viel. Das Spiel der Gäste war von großer Moral geprägt. Auch wenn sie aussichtslos im Rückstand waren, gaben sie nie auf und versuchten immer wieder, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. Die letzte Möglichkeit im Spiel war dem Sieger vorbehalten. Nach einem gelungenen Spielzug über die rechte Seite passte Alexander Wölfel auf Florian Kretschmer, der aber am Tor vorbei zielte. Danach war Schluss. Pegnitz konnte seinen ersten Sieg feiern, hat aber weiterhin fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und gastiert nächste Woche beim Tabellenführer FC Herzogenaurach. Werner Neuner