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Roas: "Ein schönes Gefühl, mal wieder fußballn zu können"

Der FSV Bruck gewinnt gegen Bayern Hof, und Thomas Roas ist auch dabei

Gegen eine starke SpVGG Bayern Hof gewinnt der FSV Erlangen-Bruck glücklich mit 2:1. Zwei Rückkehrer sorgen dabei mit Toren und Assists für den sechsten Heimsieg in Folge.

Ist nach überstandener Fuß-OP zurück: Thomas Roas (li.) stand gegen Hof zum zweiten Mal in Folge über 90 Minuten auf dem Platz. Zwei Tore hat er vorbereitet. Nun wartet er auf seinen ersten Treffer im FSV-Trikot.

 / © Harald Sippel

Tom Jäckel breitete die Arme aus und flog über den Platz, völlig schwerelos, berauscht von seinem Tor, dem 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit. „Völlig schwerelos“ hallte es auch aus den Lautsprechern, völlig schwerelos waren sie plötzlich alle. Befreit. Beglückt. Schlusspfiff. Wenig später schwebten sie strahlend in die Kabine.

Die Brucker Kicker hatten ihr Heimspiel gegen Bayern Hof gewonnen, ein Heimspiel, das die Gäste dominiert hatten. Hof war auch in Führung gegangen. Kurz vor dem Pausenpfiff aber tauchten die Brucker noch einmal vor dem gegnerischen Tor auf, Thomas Roas servierte für Oliver Seybold zentral in die Box - und schon stand es 1:1. In der Nachspielzeit ein ähnliches Bild. Pass: Roas. Tor: Jäckel. 2:1.

Siegtor in der Nachspielzeit

Was folgt, ist Schwerelosigkeit. Und Händeschütteln. Und Schulterklopfen. Einschätzen aber konnten die Brucker ihre Leistung schon trotzdem ganz gut. „Der Coach hat gesagt, dass wir sie nicht unterschätzen dürfen“, sagt Roas. „Wir sind gut reingekommen in den ersten zehn Minuten. Dann plötzlich haben wir den Faden verloren, auch mit dem Gegentor. Allein in der ersten Halbzeit hätte Hof noch ein, zwei hinterher schießen können.“ Im zweiten Durchgang hatten die Gäste erneut viele gute Chancen. Doch immer wieder hielt FSV-Keeper Mathias Beck überragend, oder die Hofer Angreifer zielten daneben. „Es war glücklich, dass wir vor der Pause und kurz vor Schluss Tore erzielt haben“, sagt Roas. „Wir können von einem glücklichen Sieg sprechen. Aber wir nehmen die drei Punkte gerne mit.“ Noch besser wäre der Tag nur noch gewesen, wenn der Offensivspieler selbst getroffen hätte.

„Momentan habe ich wenige Torschüsse, deshalb habe ich mich darauf konzentriert, die Bälle vorzulegen. Aber irgendwann möchte ich natürlich wieder treffen, das ist das schönste für einen Fußballer“, sagt Roas. „Ich bin froh, dass es bei Tom gleich geklappt hat. Jetzt werde ich weiter daran arbeiten, dass es mit meinem ersten Tor für Bruck klappt.“ Der 28-Jährige hat viele Jahre Bayern- und Landesliga-Erfahrung, für den SV Seligenporten spielte Roas eine Saison in der Regionalliga. Zuletzt für Jahn Forchheim erzielte er drei Spielzeiten in Folge immer jeweils mehr als zehn Tore. Im Sommer wechselte der Angreifer zum FSV. „Er verliert wenige Bälle und ist torgefährlich“, sagt Wagner. „Da erhoffen wir uns noch mehr. Doch er war lange und sehr schwer verletzt.“ Im Frühjahr hatte sich Roas einer Fersen-Operation unterziehen müssen, als er nach Bruck kam, war er noch mitten im Aufbautraining. „Es ist ein schönes Gefühl, mal wieder fußballn zu können“, sagt der Erlanger. „Ich war viereinhalb Monate verletzt und hatte dann noch mit muskulären Problemen zu kämpfen, als ich wieder angefangen habe. Jetzt fühle ich mich gut, obwohl ich noch die fehlende Spielpraxis spüre.“ Das sieht zwar auch der Trainer. Dennoch durfte Roas nun zum zweiten Mal in Folge über 90 Minuten ran.

„Jedes Spiel, jede Minute tut ihm gut“, sagt Normann Wagner. „Man sieht manchmal, wie er noch ein wenig nach Luft schnappen muss, doch er hat eben eine gewisse Qualität.“ In Bruck sind sie froh, diese nun auf ihrer Seite zu wissen. Und auch Roas ist nach den ersten Monaten im FSV-Trikot zufrieden. „Ich wollte etwas Neues probieren, nachdem ich das vierte Jahr in Forchheim war. Viele Jungs aus Bruck kannte ich schon davor, daher wusste ich, dass ich die Mannschaft menschlich top finde. Dadurch, dass sie dann aufgestiegen sind, ist es sportlich auch eine große Herausforderung.“ Die Eingewöhnungszeit war dennoch schwierig, „weil ich zuerst nicht normal mittrainieren konnte. Ich war nie richtig dabei, sondern habe alleine meine Kreise gezogen im Training“. Jetzt ist die Verletzung endgültig ausgestanden. „Ich bin gut integriert.“ Für den Dechsendorfer ist es etwas besonderes, schließlich ist Roas nun voll und ganz Erlanger. „Ich wohne hier, studiere hier und spiele hier Fußball. Bruck hat mich schon immer interessiert als Verein. Jetzt ist alles, was ich mache, in Erlangen.“

Eine Frage der Mentalität

Mit Forchheim war Roas „zum ersten Mal in seinem Leben“ abgestiegen. Wiederholen soll sich das mit dem FSV auf keinen Fall. „Wir sind schlecht gestartet, jetzt haben wir uns gefangen, viele Verletzte sind zurück. Es wirkt stabil. Auch wenn diesmal nicht unser bestes Spiel war.“ Dem will sein Trainer nicht widersprechen: „Natürlich war es ein sehr glücklicher Sieg“, sagt Wagner. „Der Gegner war unangenehm. Das wussten wir. Das haben sie auch gezeigt. Nach dem Trainerwechsel haben sie ordentlich gespielt. Wir haben es ihnen aber auch leicht gemacht, weil wir schlampig gespielt haben.“ Gewonnen haben die Brucker trotzdem. „Für uns geht es nur um den Klassenerhalt. Für uns sind es drei Punkte.“ Dieser Last-Minute-Sieg aber war noch ein wenig mehr. „Wenn man noch 2:1 gewinnt, obwohl man von außen immer verbal auf die Fresse bekommt, dann zeigt das auch, dass jeder noch wollte“, sagt Wagner. „Tom Jäckel ist auch so. Er ist immer einer, der noch gewinnen will. Er strahlt diese Mentalität aus.“ Dann trifft er. Und plötzlich fühlen sich alle schwerelos.

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