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In Greding und Büchenbach wird Bilanz gezogen

Vorschau Bezirksliga Süd 14. Spieltag

Am Sonntag kommt es zum "Fürther Derby" in der Bezirksliga Süd: Der Tuspo Roßtal empfängt um 15 Uhr den STV Deutenbach. Der TV Büchenbach tritt tags zuvor gegen den FC Ornbau an, Greding misst sich mit dem SC in Großschwarzenlohe. Vorab blicken die Trainer in Greding und Büchenbach auf 100 Tage im Amt zurück. Roth fährt am Sonntag nach Herrieden – dort soll die Serie fortgesetzt werden. Kriselnde Pöllinger empfangen den SV Mosbach, der SV Wettelsheim den SV Marienstein und Primus Aufkirchen den FV Dittenheim. Und Verfolger Weißenburg muss gegen ein selbstbewusstes Holzheim ran.

"Wir wollen Büchenbach zu Hause zu einem Bollwerk erstarken lassen" - der TV 21 (in rot) trifft auf Ornbau.

 / © Salvatore Giurdanella

Es ist üblich, nach einer gewissen Zeit eine Bilanz zu erstellen, dazu werden gerne die ersten 100 Tage herangezogen. Büchenbachs Trainer Martin Bittl und die beiden Gredinger Übungsleiter Tobias Kratzer und Christoph Biedermann üben am Sonntag über diesen Zeitraum ihre Ämter aus. „Ich könnte es mir gar nicht besser vorstellen“, sagt Tobias Kratzer, der den TSV Greding fast über den grünen Klee lobt. „Wir standen schon vor einer Situation, die mit den Umbruch in der Mannschaft brachte. Junge Spieler in den Bezirksfußball zu integrieren, ist eine mächtige Herausforderung. Teilweise war es wie der Wurf ins kalte Wasser, wenn man die Torhüterposition betrachtet. Wir sind eine geschlossene Einheit mit guter Trainingsbeteiligung. Zudem ist unsere Platzierung hervorragend.“ Dass eine schwere Niederlage nicht so leicht aus den Trikots geschüttelt werden kann, hat die Partie gegen Herrieden gezeigt, in der es dem Gegner so erging wie den Gredingern in Aufkirchen. „Jetzt wissen die Herriedener, was es bedeutet, wenn man anrennt und nicht trifft und der Gegner die Tore erzielt. Wenn die Pässe verunglücken, werden wir hektisch und das merkt der Kontrahent. Der geht nämlich ins Pressing und wir bekommen Probleme. Vielleicht waren wir aber auch zu platt. Wir haben am Donnerstag ein Regenerationstraining abgehalten, das dient der Erholung“, so Kratzer. Frisch und ausgeruht sollte man dann auch nach Großschwarzenlohe reisen: „Das wird eine ganz harte Nuss, denn ich habe das Spiel gegen den SV Ornbau kürzlich gesehen. Da ist unglaubliche Qualität vorhanden, vor allem in der Offensive mit Jannik Hettwer und Dustin Koricic. Dazu kommt eine starke Innenverteidigung. Dafür kann man die Defensive über die Außen knacken. Wir müssen uns auf jeden Fall steigern, wenn wir in diesem Spitzenspiel etwas erreichen wollen“, so Kratzer.

Florian Bauer, der Spielertrainer des SC Großschwarzenlohe, der auf Grund eines Bandscheibenvorfalls noch immer zum Zuschauen verurteilt ist, will die Bedeutung dieser Partie nicht überbewerten. Nach wie vor hat er ein waches Auge auf das Treiben in den unteren Tabellenregionen, zumal die Verletztenliste bei seinem Team nicht kleiner werden will. Die Ziele formuliert er eher vorsichtig: „Mit jedem Sieg kommen wir unserem eigentlichen Ziel, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben, einen großen Schritt näher!“ ghi/rj

„Ich nehme diese Zeit sehr positiv wahr, denn wir dürfen ja nicht vergessen, dass Büchenbach keine übergroßen Möglichkeiten hat und alles im kleineren Rahmen abläuft. Es sind alle sehr bodenständig hier, ich werde überaus großzügig unterstützt. Mir wird im Vorfeld von den Betreuern alles abgenommen und die Mannschaft zieht gut mit. Sie hätte höheres Potenzial, aber wir werden mit Verletzungen und sonstigen Ausfällen immer zurückgeworfen“, fasst Martin Bittl die 100 Tage beim TV Büchenbach zusammen. In mühevoller Arbeit hat der Büchenbacher Coach das vorhandene Spielermaterial soweit optimiert, dass nach einer Durststrecke von fünf Spieltagen genau auf den Tag nach einem Monat wieder drei Punkte auf das Habenkonto gebucht werden konnten und dieses nun 18 Zähler anzeigt. In Marienstein konnte Bittl zwar nicht bis zum Schluss gelöst und ruhig bleiben, aber er genoss die Führung nach vier Minuten durch Marko Stark, die Sicherheit verlieh, das Selbstbewusstsein so wieder stärker als auf Sparflamme kochte. Fünf Minuten vor Abpfiff das 2:0 und Bittl dachte: Gott sei Dank, wir sind durch. Doch dann musste er miterleben, dass der Fußball hier noch noch lange nicht zu seinen Freunden zählen wird, weil seine Mannschaft in der Nachspielzeit in zwei Minuten zwei unsägliche Fehler beging und Bittls Gesichtszüge keine Gelassenheit mehr verkündeten. „Ich war stinksauer, denn wenn nicht Max Mühlbauer, der schon 15 Minuten lang starke Schulterschmerzen hatte, nicht noch einmal alles gegeben hätte, hätte es nicht zum Sieg gereicht.“ Und so wird die Nummer Eins im Büchenbacher Team zum zusätzlichen Problem im Heimspiel gegen den SV Ornbau. „Michael Blank hat sich bereit erklärt, wieder auszuhelfen. Wir wollen ihn mit einer guten Abwehrleistung unterstützen.“ Und im Heimspiel kommt Schwerstarbeit auf den TV zu, denn die statistischen Unterlagen zu den beiden Kontrahenten bescheinigen den Hausherren ganz schlechte Werte. In zwölf Aufeinandertreffen siegten sie ein Mal bei vier Unentschieden und sieben Niederlagen. Der letzte Erfolg mit 4:0 ist auf den 10. Mai 2014 datiert. Vom heutigen Kader stand nur Daniel Dachlauer in der Startformation. „Wir wollen diese Statistik brechen und Büchenbach zu Hause zu einem Bollwerk erstarken lassen“, so Bittl. Kommt der Gegner ins Rollen, wird es schwer, ihn zu bremsen. ghi

Das Weißenburger Ziel ist klar: Mit einem Heimsieg wollen Trainer Markus Vierke und sein Team in die Erfolgsspur zurückkehren, nachdem es unter der Woche eine knappe 1:2-Niederlage in Mosbach gegeben hatte. Dort war aus Sicht der TSV-1860- Coaches auf jeden Fall mehr drin. Seine Truppe hatte nämlich mehr vom Spiel und mehr Ballbesitz. „Wir haben eigentlich gut gespielt. Mit dem, was wir investiert haben, wäre zumindest ein Remis verdient gewesen“, findet Vierke. Gleichzeitig musste er aber auch erkennen, dass ein wenig die Cleverness fehlte und im Spiel nach vorne insgesamt zu wenig die Gefahr entwickelt wurde, während Mosbach sehr, sehr effektiv spielte. Deshalb müsse man die Niederlage letztlich auch akzeptieren und abhaken, so Vierke. Gegen Holzheim (11.) werde man nun versuchen, wieder voll zu punkten und etwas von dem zu-rückzuholen, was zuletzt verpasst wurde. Der TSV 1860 will als aktueller Tabellenzweiter vorne dabeibleiben und in der engen Spitzengruppe nach Möglichkeit auch die Führung zurückerobern. um

Mit drei Siegen im Rücken geht es für das Team von Trainer Vahan Yelegen am Samstag zum Tabellenzweiten nach Weißenburg. „Wir haben eine sehr souveräne Partie gezeigt, ganz wenig zugelassen und hochverdient gewonnen. Mit dieser breiten Brust wollen wir nun auch gegen einen sehr starken Gegner mutig auftreten“, so Yelegen. Verzichten muss er auf Torwart Tim Wihr, der von Stefan Dexl ersetzt wird, Sebastian Schön und Güney Bayram. scht

Neben den ungleich aufwändigeren Auswärtsfahrten wohnt dem jüngsten Aufstieg von Roßtals Fußballern ein weiterer kleiner Wermutstropfen inne: In der Bezirksliga Süd, in die der Tuspo trotz einiger Widerstände letztlich eingruppiert wurde, sind mitunter rassige Lokalderbys zur Mangelware verkommen. Statt, wie zuletzt in der Kreisliga, heißen die Gegner nicht mehr Raitersaich, Weinzierlein-Wintersdorf und Oberasbach, sondern Aufkirchen, Marienstein und Wettelsheim. Einzig dem am Sonntag am heimischen Steinerswäldchen anstehenden Kräftemessen mit dem STV Deutenbach wohnt eine gesunde Portion Lokalkolorit inne. Die Kicker aus dem Steiner Stadtteil hatten sich als Champion der Nürnberger Kreisliga erstmals für die Kickerei auf Bezirksebene qualifiziert. Obgleich die beiden Fürther Landkreiskontrahenten jeweils mit einem Sieg im Rücken ins Derby gehen, scheinen die Rollen diesmal klar verteilt zu sein. Das Überraschungsteam aus Deutenbach setzte mit einem 3:1-Heimerfolg gegen Pölling seinen Höhenflug fort. Als Fünfter der Tabelle verkürzte das Team den Rückstand auf die Spitze auf nurmehr drei Punkte. Der Tuspo erkämpfte zwar in doppelter Unterzahl ebenfalls drei Zähler, doch handelte es sich beim überraschenden 1:0 in Dittenheim um den erst zweiten Roßtaler Saisonsieg. Mit der sparsamen Ausbeute von lediglich neun Punkten aus 13 Partien, einer Tordifferenz von -32 sowie bereits acht Zählern Rückstand aufs rettende Ufer bleibt der Mannschaft von Trainer Maurizio Scigliuzzo am Sonntagnachmittag wohl zwangsläufig nur die Rolle des krassen Außenseiters. Ob der Dreier von Dittenheim dennoch das Zeug zur Initialzündung hat, wird man gegen 16.50 Uhr wissen. Die in dieser Saison erst dreimal besiegten Deutenbacher werden selbstverständlich alles versuchen, die zaghaft aufglimmende Roßtaler Hoffnung bereits im Keim zu ersticken. Beim letzten Gastspiel am Steinerswäldchen im vergangenen Mai jedenfalls triumphierte die Elf von Trainer Arno Zeilmann mit 3:1 beim späteren Kreisliga-Vizemeister. Noch weitaus schlechtere Erinnerungen dürften die Roßtaler an das Mitte Oktober 2016 verlorene Hinspiel am Steiner Weihersberg hegen: Mit 7:0 zerlegte der STV die Gäste seinerzeit in sämtliche Einzelteile. mwil

Die Suche nach dem Erfolgserlebnis geht weiter. Die nächste Möglichkeit bietet sich Pölling am Sonntag vor heimischer Kulisse gegen den Tabellensiebten. „Die nächsten zwei Spiele werden ganz wichtig für uns, da müssen wir punkten“, fordert Trainer Thomas Brunner. Das 1:3 gegen Deutenbach war die siebte Niederlage am Stück – aktuell sind es acht Zähler Rückstand auf Platz 14. Die Gäste aus Mosbach spielen bisher eine solide Saison und konnten sich nach drei Niederlagen am Dienstag mit 2:1 gegen den Tabellenzweiten Weißenburg durchsetzen. Vergangene Saison konnten das Duell beide Teams einmal für sich entscheiden. Personell fehlen Markus Knipfer, Felix Winter, Philipp Feihl, Lukas Stigler und Philipp Kunze. scht

Für den SV Wettelsheim, der Ende September noch mit einem 4:1-Sieg in Mosbach aufgetrumpft hatte, war der Start in den Oktober bislang alles andere als erfreulich. Erst eine 0:4-Heimniederlage im Derby gegen den TSV 1860 Weißenburg, dann ein ebenfalls recht sang- und klangloses 0:3 in Holzheim. „Das waren zwei schlechte Auftritte“, räumt Trainer Tobias Grimm ein, gibt aber gleich die Marschroute vor: Die englische Woche wollen der Coach und seine Jungs nun unbedingt mit einem Heimsieg abschließen. Von einem erneuten Derby zu sprechen wäre vielleicht etwas übertrieben, immerhin handelt es sich aber um ein weiteres Duell zweier Vereine aus dem Jura-Süden, wenn am Sonntag um 15 Uhr der SV Marienstein seine Visitenkarte auf der Treuchtlinger Bezirkssportanlage abgibt. Die Gäste aus Oberbayern um den Trainer und Ex-Weißenburger Stephan Zengerle stehen mit 19 Punkten auf Rang neun und präsentierten sich bislang sehr auswärtsstark (vier Siege, zwei Niederlagen). Nur der TSV 1860 hat eine bessere Auswärtsbilanz. „Marienstein ist gut drauf und hat auch eine enorme Einzelqualität“, findet auch Tobias Grimm. Er erwartet einen „heißen Tanz“ und fordert von seiner Truppe, dass sie sich wieder auf ihre Grundtugenden besinnt: Einsatz, Kampf und Wille. Nach dem Spiel am Feiertag hatte man ein paar Tage Zeit, um wieder Kraft zu tanken und hofft nun, dass die Rückkehr in die Erfolgsspur gelingt. Mit einem „Dreier“ könnte man nach Punkten mit Marienstein gleichziehen und im Normalfall auch die Abstiegsränge wieder verlassen. Und dafür will der SVW alles in die Waagschale werfen. „Wir wollen Marienstein einholen“, unterstreicht Grimm, der weiter auf den verletzten Torjäger Danny Schupp verzichten muss. Neu auf der Liste steht Maximilian Riehl (Knieverletzung). um

Die Frage, ob die TSG Roth dem SC Aufkirchen ebenbürtig sei, scheint nach dem 2:2 und einem sehr guten und offensiven Bezirksligaspiel beantwortet. Der neue Tabellenführer musste gegen Roth „alles in die Waagschale werfen“, so Oliver Wellert, Sportlicher Leiter der TSG. „Wir waren sicherlich auf Augenhöhe.“ Trotzdem seien die beiden Teams nicht zu vergleichen, da Aufkirchen seit fünf Jahren um den Aufstieg mitspiele und sehr erfahren sei, die TSG dagegen mit einigen U 21-Spielern das Match bestritt. So gesehen bleibt Wellert dabei: Man sei nicht ebenbürtig. Roth lief ohne die Leitwölfe Bergmann, Sejans und Lopes auf und verlor nach einer guten Viertelstunde auch noch Martin Scharrer, womit von den erfahreneren Spielern nur Pascal Weidmann übrig blieb. „Sie haben sich hervorragend geschlagen“, sagt Wellert über sein Team. Bei zweimaliger Führung hätte es den Ausgleich nicht gebraucht, andererseits hätte man vor vier, sechs Wochen vielleicht gar keinen Punkt mitgenommen. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Der soll nun in Herrieden fortgesetzt werden. Der Spielplan bringt es mit sich, dass Roth schauen könnte, wie sich die TSG-Gegner gegen Greding schlagen. Das und der Tabellenstand, Herrieden hat nur einen Punkt weniger, interessieren Wellert und Trainer Taner Koc aber überhaupt nicht. „Das sagt überhaupt nichts aus.“ Man ist nicht in den Abstiegsregionen und das soll auch nach dem Spiel gegen den Aufsteiger so sein. Der ist den Rother völlig unbekannt, bei der SG erwartet Wellert „wieder ein ganz anderes Spiel als gegen Aufkirchen“. Verzichten muss Koc auf Michael Bergmann (Leiste) und Sven Müller (Knie), hinter Andreas Sejans und Hugo Lopes stehen Fragezeichen. bga

Aktuell steht der FV Dittenheim auf Rang acht. Und wäre da die überraschende 0:1-Heimniederlage am Dienstag gegen den Tabellenvorletzten Tuspo Roßtal nicht gewesen, die Truppe von Trainer Martin Huber könnte sogar an die Spitzenplätze heran schnuppern. Insgesamt erscheint die Saison der Dittenheimer, die allerdings lange Zeit auf ihren (verletzten) Kapitän Philipp Unöder verzichten mussten, bislang etwas wankelmütig. Niederlagen wie der gegen Roßtal oder jener zu Saisonbeginn im Derby daheim gegen Wettelsheim (0:3) stehen souveräne Heimsiege gegen Mosbach (4:1) oder den starken Aufsteiger Deutenbach (5:1) gegenüber. Welches Gesicht „Dittna“ am Sonntag an den Tag legt, ist eine durchaus spannende Frage, die Aufschluss über die weiteren Wochen geben könnte. Um 15 Uhr ist Spitzenreiter Aufkirchen der Gastgeber. mho

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