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Dem ASV Neumarkt bleibt eine weitere China-Reise erspart

ASV wohl wieder in der Bayernliga Nord - Seligenporten zieht es in den Süden

Nachdem die Relegation in den höherklassigen Amateurligen beendet ist, steht so gut wie sicher fest, dass der ASV Neumarkt in der kommenden Spielzeit 2018/19 wieder in der Bayernliga Nord antreten darf. Letzte Zweifel dürfte der Verbandsspielausschuss mit seiner Tagung am kommenden Wochenende ausräumen.

Weniger Zeit im Bus: Der ASV Neumarkt wird kommende Saison wohl kürzere Auswärtsreisen auf sich nehmen müssen.

 / © Fritz-Wolfgang Etzold

Diese voraussichtliche Umgruppierung sorgte bei den Verantwortlichen wie auch den Spielern für große Jubelstürme, wird man in der nächsten Saison doch wieder vermehrt Auswärtsspiele in der direkten Umgebung haben.

Im abgelaufenen Südgruppen-Jahr hatte man mit den Mega-Reisen unter anderem ins Allgäu und Chiemgau zu kämpfen; die Spiele in Kottern (bei Kempten) und Sonthofen absolvierte der ASV sogar innerhalb von vier Tagen, so saßen die Spieler zusammen fast einen kompletten Tag im Bus.

Anfahrten und Abreisen summierten sich so auf über 6.000 Kilometer, in einem Stück gefahren kommt man damit fast bis nach China. Des Weiteren war das kürzeste Auswärtsspiel mit Ausnahme des Fußballkreisderbys in Kornburg immer noch über 120 Kilometer entfernt, was natürlich auch bedeutete, dass nicht viele Auswärtsfans den Weg nach Neumarkt fanden, was den Zuschauerschnitt im ASV-Sportzentrum gedrückt hat.

Leider werden die Fußballfans aus dem Umkreis in der kommenden Saison wohl das Derby der beiden besten Landkreisteams nicht erleben können. Der aus der Regionalliga abgestiegene SV Seligenporten möchte laut Abteilungsleiter Horst Rödel lieber in die Bayernliga Süd, was bei den ASV-Verantwortlichen wie bei vielen Fans für Verwunderung sorgt, nachdem man sich selbst vor zwölf Monaten trotz des unermüdlichen Einsatzes des damaligen sportlichen Leiters Georg Laube nicht dagegen wehren konnte, in die aufwendige Süd-Liga eingestuft zu werden.

Zwar wird auch dieses Anliegen erst noch im Verbandsspielausschuss geklärt werden müssen, doch stehen die Chancen wohl grundsätzlich auch hier nicht so schlecht, da zunächst geplant war, die Nord-Gruppe mit 18 Mannschaften und den Süden mit 17 Vereinen zu füllen. Wenn dem Antrag der Klosterer stattgegeben würde, müsste man nur die Anzahl der Teams in den Gruppen tauschen.

Die wohl einzigen Gründe, die dies vermeiden könnten, wären ein Einspruch der gesammelten Süd-Teams, die nach der Reise nach Neumarkt in diesem Jahr erneut bis in die Oberpfalz reisen müssten, wohingegen das Gros der Teams aus deutlich südlicheren Gefilden stammt, sowie die Tatsache, dass die Südgruppenteams bereits in der abgelaufenen Spielzeit zwei Begegnungen mehr absolvieren mussten und damit die Belastung der Spieler – auch im Hinblick auf Entscheidungsspiele in der Relegation gegen Teams aus dem Norden – erneut höher ausfallen.

Dies lässt sich anschaulich gerade am Beispiel des ASV Neumarkt anführen, der auch wegen der höheren Spielbelastung auch von ausgefallenen und dadurch im Frühjahr nachgeholten Partien einen erheblichen Schwund an Spielern beklagte, die sich verletzt hatten. So musste man gegen Ende der Saison in manch einem Spiel mit lediglich einem einzigen Auswechselspieler antreten, trotz eines Kaders von über 20 Mann.

Damit die neuen Verantwortlichen auf der Trainerbank, Marco Christ und sein Team, einen ähnlich großen Kader zur Verfügung haben, daran bastelt der ASV momentan täglich. Neben den bereits zum Saisonabschied verabschiedeten Spielern hat sich nun noch eine Personalie geklärt, die bereits seit einiger Zeit auf der Kippe stand. ASV-Stammkeeper Kevin Schmidt verlässt den ASV nach zwei Jahren aus beruflichen Gründen und kehrt in seine schwäbische Heimat zurück, zur kommenden Saison hat er nun beim Regionalligisten FV Illertissen angeheuert.

Daher müssen sich die Verantwortlichen nun um einen neuen Torwart kümmern, möglicherweise bekommt Max Haid seine Chance, sich zum Stammkeeper aufzuschwingen. Dennoch wird man noch einen womöglich erfahrenen zweiten Keeper verpflichten, der im Training mit dem neuen Torwarttrainer Andreas Kamm den Zweikampf mit dem jungen Haid anheizen wird. Angeblich wurde hierzu bereits ein "Ehemaliger" mit ASV-Vergangenheit im Sportzentrum gesichtet, die nächsten Wochen und Tage werden hier Klarheit bringen.

Im Pokal nach Feucht

Ein äußerst interessantes Los hat die erste Qualifikationsrunde des BFV-Pokals für den ASV bereitgehalten, denn mit dem Auswärtsspiel am Montag, 2. Juli, beim 1. SC Feucht trifft man nicht nur auf einen Rivalen, den man noch aus der vorletzten Saison aus der Bayernliga Nord kennt, sondern kann man mit dem Duo Marco Christ/Benedikt Thier noch auf Insider-Infos aus erster Hand zurückgreifen, waren beide doch noch bis vor wenigen Tagen als Assistenten des ehemaligen Bundesligaprofis Rainer Zietsch beim SC aktiv und dort nur knapp an der Aufstiegsrelegation zur Bayernliga gescheitert.

Aus ASV-Sicht hat man sehr gute Erinnerungen an die Feuchter. In den letzten beiden Liga-Duellen konnte sich Neumarkt jeweils knapp durchsetzen. Auch insgesamt hat man eine positive Statistik gegen den ehemaligen drittklassigen Regionalligisten, bei vier Niederlagen und zwei Remis konnte man sechs Partien für sich entscheiden.

Auch im Toto-Pokal begegneten beide sich in der jüngeren Vergangenheit, stets in Feucht, da der Klassenniedrigere immer das Heimrecht hat. Nach einer 5:6-Niederlage nach Elfmeterschießen in der zweiten Hauptrunde der Saison 2010/11 traf man sich erneut zur ersten Qualifikationsrunde 2013/14 im Feuchter Waldstadion und dieses Mal behielt der ASV mit 5:4 wiederum im Elfmeter(ver-)schießen die Oberhand, als beide Teams nur fünf von zwölf Elfmetern verwandeln konnten. Den entscheidenden Strafstoß traf damals der neben Bernhard Neumayer letzte verbliebene aktive ASVler dieses Spiels, Marc Eger, mit gefühlten 50 Metern Anlauf.

Neuer Aufbaucoach führt Verletzte wieder heran

Am kommenden Sonntag werden die Spieler zum Trainingsauftakt am Deininger Weg erwartet, bei dem die Neuen beim ASV, die sich bislang noch komplett auf die Positionen außerhalb des Rasens beschränken, ihren Einstand geben werden.

Geschäftsführer Thomas Schlecht hat neben dem Trainerteam mit Wolfgang Hussendörfer einen neuen Teamkoordinator für den scheidenden Stefan Mussgiller installiert. Der 56-Jährige wird neben der Spieltagsorganisation auch die Aufgabe als Individualund Aufbaucoach übernehmen, wodurch die Rekonvaleszenten im Kader schneller wieder Anschluss an das Teamtraining finden sollen.

Zusätzlich wird es am 24. Juni eine Saisoneröffnung am Deininger Weg geben, bei der dann auch alle sportlichen Neuzugänge den Sponsoren und Fans präsentiert werden sollen.

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