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Für Heßdorf und Neunkirchen geht es sofort um alles

Vorschau Bezirksliga-Relegation 1. Runde

Das Los sei Dank wird der Gewinner der Partie SpVgg Heßdorf gegen den TSV Neunkirchen am Mittwoch den Sprung die Bezirksliga feiern dürfen. Für Wolframs-Eschenbach, Burgfarrnbach, Wendelstein und Hilpoltstein würde ein Sieg zumindest den Sprung in Runde 2 bedeuten.

Am Mittwoch wird zwischen Heßdorf (links) und Neunkirchen das erste Bezirksliga-Ticket verteilt.

 / © Athina Tsimplostefanaki, Harald Hofmann

"Für uns ist es ja gut ausgegangen", sagt Wolframs-Eschenbachs Spieler­trainer Alexander Weiß zum Modus, dass nun doch zwei Plätze in der Bezirksliga frei sind. "Pech gehabt", habe man dagegen bei der Vergabe des Freiloses, "dann müssen wir eben zwei Spiele gewinnen", sagt Weiß. Über Gegner Burgfarrnbach will sich Alexander Weiß gar nicht groß auslas­sen, nur so viel: "Sie sind souverän Vizemeister geworden, also muss das eine gute Mannschaft sein", sagt er über den TSV, der in der Nürnberger Kreisliga zwar deutlich hinter Meister Gutenstetten-Steinachgrund, aber auch deutlich vor dem drittplatzier­ten TSV Markt Erlbach gelandet war. Und der mit Uwe Neunsinger einen in ganz Nordbayern bestens bekannten Trainer an der Seitenlinie stehen hat. "Uwe Neunsinger kennt jeder und Uwe kennt ja auch jeden", sagt Weiß, den aber vielmehr der Charakter eines Relegationsspiels interessiert. "Ent­scheidungsspiele sind wie Pokalspie­le, da ist immer alles möglich." Hoffnungsvoll stimmt ihn einerseits der Ausklang der regulären Saison mit dem 5:3-Erfolg über Meister Din­kelsbühl. "Es hat mir gefallen, wie wir uns nach dem 0:1 zurückge­kämpft haben", sagt Weiß. Andererseits setzt er auf die Struktur sei­ner Mannschaft. "Für die Älteren ist es Routi­ne, unsere Jungen freuen sich", sagt der SpVgg-Spielertrainer, der auf den gesperrten Jannik Schwab und Sebastian Kamm, bei dem sich der Verdacht auf Wadenbein­bruch bestätigt hat, ver­zichten muss. Dafür ist überraschen­derweise ein anderer Akteur wieder an Bord: Philipp Lechner, der mit Alexander Weiß in den letzten Jahren das Spie­lertrainerduo in Eschen­bach gebildet hat, schlüpft für die Auf­stiegsrelegation wieder in die Fußballschuhe. Im Sommer 2017 hatte Lech­ner sein Amt bei der SpVgg-DJK ja niederge­legt, der Spielerpass ist aber in Wolframs­ Eschenbach geblieben. "Philipp ist einer meiner besten Kumpels, er hat sofort zugesagt, uns zu helfen", so Weiß über den 30-Jährigen der zwar über keine Spielpra­xis verfügt, aber laut Weiß topfit ist: "Der geht zweimal am Tag jog­gen", berichtet Weiß schmunzelnd. Und außerdem: "Wenn du Bayernliga gespielt hast (Lechner war bei der SpVgg Ansbach, d.Red.), kannst du in der Kreisliga mit 30 schon noch hel­fen", betont Alexander Weiß. Zumin­dest weiß er seinen Kumpel in Weißen­bronn in der Hinterhand. Burgfarrnbach geht hingegen ersatzgeschwächt in die Partie. Zu einigen Langzeitverletzten, deren Anzahl sich seit März mehr und mehr gehäuft hat, hat sich zuletzt unter anderem auch noch Hernan Angulo gesellt, den eine schwere Knieverletzung plagt. Auch wenn TSV-Trainer Uwe Neunsinger seine Mannschaft nicht unbedingt in der Favoritenrolle sieht, unterstreicht er dennoch: "Wir werden alles reinknallen und wollen uns jetzt dafür belohnen, was wir uns ein ganzes Jahr aufgebaut haben." Das zuletzt wetterbedingt abgebrochene Spiel bei der SpVgg Nürnberg und die frühzeitige Qualifikation für die Ausscheidungsrunde haben Burgfarrnbach eher in die Karten gespielt, auch wenn Neunsinger anmerkt: "Die Medaille hat immer zwei Seiten. Einerseits konnten wir unsere Kräfte für die Relegation schonen, anderseits haben wir die letzten Wochen nicht mehr diese Wettkampfhärte gehabt wie Wolframs-Eschenbach, die bis zum letzten Spieltag um die Relegation kämpfen mussten." Für den Gegner hat er nur lobende Worte übrig: "Das ist eine spielstarke, abgewichste Mannschaft mit exzellenten Einzelspielern." Die in den Griff zu bekommen wird nun die Aufgabe seiner verbliebenen fitten und gesunden Spieler. Mathias Hochreuther / Stefan Wölfel

Es ist für beide Teams das Spiel des Jahres: Da das Freilos der Aufstiegsrelegation dem Kreis Erlangen-Pegnitzgrund zugelost wurde, trennt nur ein Sieg die SpVgg Heßdorf und den TSV Neunkirchen von der Bezirksliga. Am Mittwoch treffen sich die beiden Kontrahenten zum Endspiel auf dem Sportgelände des BSC Erlangen. Einen Zähler Vorsprung hatte der TSV Neunkirchen auf Verfolger Ottensoos, nach dem 30 Spieltag berechtigen aber die erreichten 67 Punkte das Team von Trainer Joachim Müller für die Teilnahme an der Relegation. Dabei machte es der TSV enorm spannend: Erst am letzten Wochenende buchte das Team Dank eines 3:3-Unentschiedens gegen Tabellenführer Diepersdorf das Ticket. Beim Gegner aus Heßdorf herrschte da schon früher Gewissheit – seit dem Großenseebach-Spiel vor zwei Wochen ist man sich im Seebachsgrund der Teilnahme an der Relegation gewiss. "Ich kenne die SpVgg ja noch aus meiner Zeit in Röttenbach. Da kommt auf uns ein sehr unangenehmer Gegner zu. Ich schätze sie sehr gut ein – einen leichten Gegner gibt es in der Relegation aber ja sowieso nicht", warnt TSV-Coach Joachim Müller. Blickt man auf die beiden Kreisligen, dann ist zwischen den beiden Teams ansonsten nicht viel Unterscheid zu erkennen: Neunkirchen beendete die Saison mit 67 Zählern, Heßdorf mit derer 66. Einzig die erzielten Tore, denn auch bei den Gegentreffern liegen beide Teams mit 33 auf Seiten der SpVgg und 40 auf Seiten des TSV nicht allzu weit auseinander, sprechen deutlich zugunsten der Brandbachkicker: 90-mal netzte Neunkirchen in der zurückliegenden Spielzeit, 23-mal häufiger als der Konkurrent vom kommenden Mittwoch. "Neunkirchen besitzt eine hohe individuelle Klasse. Wir müssen das im Kollektiv lösen und die Schlüsselspieler in den Griff bekommen – was sie an Offensivpower haben ist aber schon sehr beeindruckend", sagt Heßdorfs Trainer Joachim Schwarz zum Gegner. Ein Akteur, der allem voran für diese Situation zuständig sein dürfte ist Manuel Menges, der TSV-Offensivmann traf in 29 absolvierten Spielen nämlich ganze 31-mal. Am Mittwoch trifft also "eine sehr gute Offensive auf eine sehr gute Defensive", wie Schwarz sagt. Ein weiterer Unterschied in der Bilanz der beiden Kontrahenten: "Heßdorf hat die Saison sechs Niederlagen, wir nur drei", weiß auch Müller, fügt jedoch an: "Man sagt aber auch, dass die Kreisliga 1 etwas stärker ist, als die Kreisliga 2." Im Entscheidungsspiel rechnen beide Übungsleiter mit einer sehr engen Kiste, verstecken will sich aber selbstredend keins der beiden Teams. Entscheidend am Mittwoch sei vor allen die Tagesform, da sind sich beide Trainer einig. Benedikt Hofmann

Ausgerechnet in Büchenbach, einem Ort, der Jahrzehnte lang Bezirksfußball bot und jetzt im Kreisoberhaus angesiedelt ist, entscheidet sich mit, wer Nachfolger des heimischen TV werden könnte: In der ersten Runde der Relegation treffen am Mittwoch der FC Wendelstein und der TV Hilpoltstein aufeinander. Mit einem Punkt Vorsprung behielt der TV Hilpoltstein im Kampf um Platz zwei in der Kreisliga Süd das bessere Ende für sich. Am Sonntag war es bei der DJK Limes noch ein hartes Stück Arbeit, aus dem Zuschauerraum meldete man immer wieder: "0:0 in Meckenhausen", dort ging das Fernduell mit Heideck und dem Stadtkonkurrenten über die Bühne. Dann kam der Schlusspfiff. "Es war sehr schwer, man glaubte, dass die DJK Limes gegen den Abstieg kämpft, aber jetzt nehmen wir eben die Verlängerung der Saison an. Ich habe ja schon gesagt, dass die Relegation etwas Besonderes für die Jungs ist", sagt Trainer Jürgen Wellert. Vor etlichen Jahren stieg er als Relegant hier in Büchenbach gegen den Sportclub Schwabach in den Bezirk auf. In Hilpoltstein ist man bezüglich des kommenden Ereignisses völlig unaufgeregt, beide Mannschaften trafen sich noch am Sonntagabend zum Saison-Abschlussessen. Die Vorbereitung für die Begegnung mit dem FC Wendelstein wurde auf Wunsch der Spieler von Montag auf Dienstag verlegt, da dann für einen größeren Anteil die Möglichkeit besteht, auch daran teilnehmen zu können. "Es wird nur ein leichtes Training sein mit taktischen Besprechungen, es wird auch keinen Druck geben", erklärt Wellert. Mit dieser Taktik, keinen Druck aufzubauen und mögliche Teilnahme an der Relegation weit von sich zu schieben, hatte er ja schon im Endspurt der Saison Erfolg. Vom Wendelsteiner Ligakonkurrenten DJK Schwabach hat sich der Coach der Hilpoltsteiner noch einige Informationen über den Gegner zukommen lassen, am Mittwoch soll dann der Ball rollen. Nicht nur im Leben, sondern auch auf den Fußballplätzen kann man sich zwei Mal begegnen. Am 29. August vorigen Jahres bezwang der FC Wendelstein den Konkurrenten aus Hilpoltstein im Viertelfinale des Kreispokals mit 5:3. Damals hatten die Wendelsteiner noch zu verdauen, dass sie mit ihrer Spielgemeinschaft FG trotz Meisterschaft nicht in den Bezirk hatten aufsteigen dürfen - stattdessen kam Großschwarzenlohe zum Zug. Am Mittwoch bietet sich die Gelegenheit, dies mit dem FC nachzuholen. "Das war schon tragisch, denn Großschwarzenlohe spielt jetzt in der Landesliga - so ist eben der Fußball", sagt Trainer Andreas Speer, der auch jetzt noch, mit 54 Jahren, sich im äußersten Notfall ins Tor stellt. Er hatte lange gehofft, gegen den TSV Berching, seinen ehemaligen Verein, antreten zu können, doch der sicherte sich die Meisterschaft. "Ich habe das Ganze nicht so intensiv verfolgt, stelle aber fest, dass Hilpoltstein den längeren Atem hatte. Es ist eine Truppe, die auf spielerische Elemente setzt, das kommt uns schon entgegen", so Speer. Er schickt eine junge Truppe ins Rennen, die eine gute Runde spielte und noch entwicklungsfähig ist. Für guten Nachwuchs ist weiterhin gesorgt, die Wendelsteiner A-Jugend hat Landesliganiveau erreicht. Mit einem 6:0-Sieg in Rasch im Rücken reist Speer nun selbstbewusst nach Büchenbach. Der Sieger der Partie hat jedoch im Endeffekt noch nichts gewonnen, denn dieser muss am Samstag um 16 Uhr gegen die Mannschaft antreten, die sich am Mittwoch in der Begegnung zwischen der SpVgg Wolframs-Eschenbach und dem TSV Burgfarrnbach durchsetzt. Gerhard Hillebrand

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