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Bruck überrollt Sand - "Klosterer" und ATSV treten weiter auf der Stelle

Bayernliga Nord 5. Spieltag

Der FSV Erlangen-Bruck zeigte dem FC Sand deutlich seine Grenzen auf, während der SV Seligenporten, der ATSV Erlangen und der ASV Vach weiter auf den ersten Dreier warten müssen. Auch für die SpVgg Jahn Forchheim und den SC Eltersdorf nahm der Mittwochabend nicht den gewünschten Verlauf. Forchheim unterlag Don Bosco Bamberg. Die "Quecken" mussten sich dem ASV Neumarkt geschlagen geben. Die SpVgg Ansbach konnte sich gegen Großbardorf immerhin einen Zähler verdienen.

Der FSV Bruck (weiß) schenkte dem FC Sand ein halbes Dutzend ein.

 / © Sportfoto Zink / Ogo

Der abendliche Regenguss hat nicht nur Flora und Fauna im Landkreis Neumarkt gut getan, auch dem SV Seligenporten profitierte von einer kalten Dusche – und ging gegen den Aufsteiger aus Erlangen zunächst in Führung. Bei Platzregen und Donnergrollen pfiff Schiedsrichter Luka Beretic die Partie mit fünfminütiger Verzögerung an. Die Anfangsminuten wurden mit der nötigen Vorsicht geführt, Neuerer hatte die erste Gelegenheit nach schönem Doppelpass mit Mergim Bajrami; aus 23 Metern geriet sein Schuss aber doch zu harmlos. In der 21. Minute spielte der Erlanger Marx einen wunderbaren Ball auf den rechten Flügel, wo Kevin Guerra wieder in die Mitte zu Tim Ruhrseitz passte. Der Ex-Klosterer schlug einen Haken und zog aus 18 Metern ab, knapp am linken Pfosten vorbei. Dann die beste Möglichkeit des SVS bis dahin: Wieder ging es vom Dreh-und Angelpunkt Bajrami auf den linken Flügel zu Kobrowski, der direkt hineinflankte zu Ekern Fletscher, der aus zehn Metern an ATSV-Keeper Michael Kraut scheiterte, doch der Ball sprang ins Toraus zur zweiten Ecke des SVS, die von Kraut herausgefaustet wurde. Der ehemalige Seligenportener Vignon Amegan hatte den Weg auf Krücken in die MARena gefunden. Neben ihm saß Stanislaus Herzel, der letztjährige Kapitän des SVS, dessen Routine man schmerzlich vermisste. „Ihr schaut alle nur zu“, schrie Wiedmann über den Rasen – vom Absteiger kam gegen den Aufsteiger schlichtweg zu wenig. Das zeigte offenbar Wirkung, denn die Klosterer nutzten einen kapitalen Felhler von ATSV-Spieler Marx eiskalt: Fletsch spurtete in den Lauf von Bajrami, der Marx im Eins-Gegen-Eins keine Chance ließ und aus zwölf Metern halblinker Position den Ball an Kraut ins linke Eck zur Führung einschob. Kurios, dass das Tor fast zeitgleich mit dem ASV-Führungstreffer gegen den SC Eltersdorf fiel. Beide Torschützen, Mergim Bajrami und Christian Schrödl, trugen die Trikotnummer zehn, und die jeweiligen Kontrahenten kommen beide aus dem Erlangener Raum. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte traten die Erlanger im zweiten Durchgang aufs Gas: Erst probierte es Ruhrseits aus 24 Metern mit einem Schuss ins lange Eck, aber Dominic Dachs konnte zur Seite abwehren. Eher per Zufall kommt in der 54. Minute der Ball im Strafraum zu Ahmet Kulabas, der in der Mitte Klaus Faßold sah, der aus zwölf Metern keine Gnade kannte und sein drittes Saisontor erzielte. Seligenporten zeigte sich kaum geschockt vom Ausgleich, Bajrami drosch einen Freistoß aufs lange Eck, aber Keeper Kraut war zur Stelle. Neuerer legte in der 62. Minute eine Großchance nach: Er bediente Olschewski mit einem schönen Laufpass, der am rechten strafraumrand in die Mitte weiterleitete. Dort stand Fletscher am langen Pfosten, kam mit der Fußspitze hin, aber das Leder gleitete knapp am Tor vorbei. Seligenporten machte das Spiel. Aber auch die Gäste schnupperten an der Führung, so zum Beispiel landete eine Falnke von Kulabas in der Mitte, wo Graine am höchsten stieg, aber daneben köpfte. Auch zwei Eckbälle kurz vor Schluss brachten den so wichtigen Siegtreffer nicht ein. Und so bleibt der SVS im Keller stecken (16.). Am Samstag dürfte es kaum einfacher werden, wenn es zum sehr gut gestartetem TSV Großbardorf gehen wird. Franz Hable

Der FSV Bruck hat sich allen Defensiv-Frust von der Seele geschossen: Gegen einen völlig harmlosen 1. FC Sand gewannen die Erlanger mit 6:0. Draufgehen, sofort draufgehen: Trainer Normann Wagner schrie schon vor dem Anpfiff den Plan über den Platz. Bruck wollte angreifen, sollte aggressiv arbeiten, dem Gegner keine Chance lassen. Zwölf Gegentore in vier Spielen hatte der FSV bislang kassiert. Das musste sich ändern. Das änderte sich gestern auch. Und wie. „Wir wussten um die Stärken und die Schwächen des Gegners, wir wollten ein frühes Tor bei der Hitze haben“, das, meint der Coach, war der Plan. Zuerst wurde nichts draus. Oliver Seybold vergab gleich dreifach. Defensiv standen die Hausherren weitestgehend stabil. Die zuletzt angeschlagenen Bastian Lunz und Hayri Özdemir waren zurück. Dass zudem Mathias Beck erstmals in dieser Saison zwischen den Pfosten stand, „war eine Bauchentscheidung“, sagt Wagner, um „mehr Ruhe und Routine“ im Kasten zu haben. In Becks Strafraum war es dann auch meistens ruhig, auf der Gegenseite ganz und gar nicht. In der 17. Minute erzielte Bruck die verdiente Führung, Thomas Roas feuerte vom linken Flügel, der Ball rauschte ins rechte Eck. Nach einer guten halben Stunde fanden die Gäste eine erste Antwort, Sven Wieczorek zielte aus 15 Metern nur 30 Zentimeter daneben. Zwei Minuten später traf er den Pfosten. In den 20 Minuten vor der Halbzeitpause war nichts mehr zu sehen von aggressiven Hausherren. „Nach dem 1:0, wie so oft, schalten wir einen Gang zurück, lassen den Gegner kommen, stehen tief“, moniert Wagner. Das wäre ja in Ordnung, wenn defensiv wirklich alles dicht wäre. War es aber nicht. „Wir hatten wirklich auch Glück“, wenn das 1:1 fällt, „wer weiß, wie das Spiel läuft, da spielst du mit dem Feuer und machst den Gegner stark“. Die Unterfranken aber, schon wieder im Tabellenkeller angekommen, waren insgesamt offensiv einfach zu ungefährlich. Kurz vor der Pause gelang dem FSV das 2:0. Nach einem starken öffnenden Pass von Özdemir und einer tollen Kombination erzielte Tim Basener das 2:0 (41.). Nun rollte der Brucker Angriff, Sand zerbröselte vor dem eigenen Strafraum. Maximilian Bauernschmitt stand völlig frei und legte nur zwei Minuten später das 3:0 nach. „Wir haben in der Offensive so viel Qualität, egal, wer spielt, kann ein Tor schießen“, sagt Wagner. Nach dem Seitenwechsel hatte Bruck alles im Griff, Sand blieb weiter erschreckend harmlos. In der 80. Minute dribbelte sich Firat Cagli durchs Zentrums und sorgte fast ohne Gegenwehr für das 4:0. Kurz vor dem Abpfiff besiegelten Roas’ zweiter Treffer und Seybolds 6:0 den traurigen Auftritt der Gäste. Dem FSV Bruck war damit endlich beides gelungen: viele Tore und keine Gegentore. „Für uns ist das jetzt natürlich etwas entspannter, etwas ruhiger“, sagt Wagner, „groß Zeit zum Genießen gibt es aber nicht.“ Sonntag steht schon die Partie in Vach an. Und auch da gilt: Draufgehen. Katharina Tontsch

Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spiel vor gut 300 Zuschauern, wobei die Neumarkter schon kurz nach dem Anpfiff die erste kleinere Gelegenheit besaßen, als ein Eckball von Schrödl den Kopf von Mjaki fand, der den Ball knapp drüber setzte. Rund um die 15. Spielminute war dann die beste Drangphase der Gäste, doch die Abschlüsse von Göbhard und zweimal Herzner, teils aus bester Position, gingen deutlich vorbei. Nach einer halben Stunde konnten sich die Gäste dann im Glück wähnen, als Mjaki in den Strafraum der Mittelfranken eindrang und gehalten wurde – doch für Schiri Eisenmann wohl nicht deutlich genug. In der 35. Minute schickte Schrödl nach dem Ballgewinn den links durcheilenden Jonas Marx, der mit einer gefühlvollen Flanke den am langen Pfosten wartenden Mark Eger fand, der den Ball sogar noch annehmen konnte und ins kurze Eck zum 1:0 legte. Die beste Chance für die Gäste bot sich kurz vor dem Halbzeitpfiff, ASV-Keeper Martin Bachner war schon geschlagen, doch bevor der Ball die Linie überqueren konnte, rauschte Dominik Ammon dem Ball entgegengesetzt heran und spitzelte ihn mit einer Grätsche noch um den langen Pfosten. Der zweite Durchgang wurde vom ASV kontrolliert, nach rund einer Stunde probierte es Schrödl nach einem Konter über Iatrou und Mjaki, doch der Stoßstürmer erwischte den Ball nicht richtig. Bei den Gästen probierten es Janz und Stark, doch wirklich gefährlich wurde es nicht. Nach 75 Minuten wurde es wieder knifflig für den stark geforderten Schiedsrichter, denn nach einem schnellen Konter legte Iatrou in die Mitte, wo Schrödl durchstartete, dem aber sein Gegenspieler in die Hacken lief und zu Fall gebracht wurde – erneut blieb die Pfeife stumm. Zehn Minuten vor Schluss wurde es auf beiden Seiten noch einmal gefährlich, doch Grunner legte sich den Ball nach einem starken Spielzug zu weit vor und Wolemanns Abschluss auf der anderen Seite blieb zu schwach. Somit blieb es beim verdienten 1:0-Erfolg der Heimmannschaft. Christian Konrad

Immerhin ein Punkt und im vierten von fünf Spielen nicht verloren, konnten sich die Forchheimer Bayernliga-Fußballer trösten, als ein von eigenen Unzulänglichkeiten geprägtes Aufeinandertreffen in die Schlussminuten ging. 180 Sekunden vor Abpfiff jedoch versetzte das 0:1 für Don Bosco Bamberg der Gemütslage beim Jahn noch einen Wirkungstreffer. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich der Trainer zu Beginn der Halbzeitpause nur noch kurz bei seinem Abteilungsleiter erkundigen wollte, wo er die drei bequemen Garten-Stühle für die Verantwortlichen an der Seitenlinie erstanden hat. Vielmehr hatte Christian Springer Redebedarf, was den Vortrag seiner Mannschaft angeht. Fünf Minuten dauerte der Austausch mit Uwe Schüttinger und Torwarttrainer Thomas Oppelt, ehe das Trainer-Duo in Richtung Kabine marschierte. So grüblerisch wie die Miene des Übungsleiters geriet zuvor die behäbige Vorstellung seiner Spieler. Bis zur Trinkpause Mitte des Durchgangs kamen sie in der Offensive kaum über Ansätze hinaus, sparten sich Laufwege. Gefahr erzeugte allein der Moment, in dem der erheblich unterbeschäftigte Tom Jäckel bei einer Direktabnahme von der eigenen Brust die Qualitäten eines Torjägers zeigte. Bambergs Torhüter konnte den Versuch lediglich zur Seite abprallen lassen und musste ungestüm nacharbeiten, doch Flügel-Sprinter Jens Wartenfelser ging beim Kontakt nicht zu Boden. Beinahe wäre ihnen die Konfusion um den nicht erhaltenen Elfmeter in der Defensive zum Verhängnis geworden. Ein Abwehrbein stellte dann rechtzeitig in die freie Schussbahn an der Strafraumkante. „Bei der Hitze war es absolut nicht einfach. Du wusstest im Prinzip, dass die erste Führung entscheidend sein wird“, konstatiert hinterher Kapitän Patrick Hagen. Die Frische fehlte ihm und seinen Kollegen tatsächlich auch im Kopf, wie Trainer Springer an der Seite zwischendurch bemerkte. Obwohl auf dem Taktikbrett kein Risiko verlangt war, gab der Jahn plötzlich Räume in empfindlichen Zonen frei. Im Abschluss wies der Gegner allerdings bis dato die gleiche Inkonsequenz auf wie die Hausherren. Weil der besten Kombination über den energisch angetretenen Steffen Müller durch eine Flugeinlage des Keepers die Krönung verwehrt blieb, kämpften die Forchheimer zunehmend mutloser gegen die Unzufriedenheit an. „Wir haben zehn Neuzugänge und ein paar Verletzte. Das ist es normal, dass nicht alles flüssig läuft“, äußert Patrick Hagen zwar Verständnis für die spielerischen Probleme, aber muss sich aufgrund des späten 0:1, das Bamberg aus einer eigentlich unbedenklichen Situation per Flanke und Kopfball erzielt, in Selbstkritik üben. „Wenn es nicht an der Konzentration liegt, weiß ich auch nicht. Schon gegen Seligenporten ist uns das passiert“, erklärt Hagen. Gut, sagt er noch, immerhin biete sich schon am Samstag die Chance zur Wiedergutmachung. Sein Trainer war da schon in Rekordzeit vom Platz geeilt. Kevin Gudd

Wieder nichts wurde es mit dem erhofften Befreiungsschlag für die Vacher bei der U23 der Würzburger Kickers. Dabei hatte Schwesinger die Riesenchance zur Führung, und auch Geißler hatte den ersehnten Torerfolg für die Hofmann-Elf auf dem Fuß. Stattdessen leitete bei brütender Hitze ein kapitaler individueller Fehler von Takmak das 1:0 durch Saleh ein. Bis zum Halbzeitpfiff sollte nicht mehr viel passieren. Die jungen Würzburger überzeugten mit Zweikampfstärke und Spritzigkeit. Schließlich erhöhte Staudt per Kopf nach einem Freistoß zum 2:0 – die Vorentscheidung. Dies sollte auch der Endstand sein, weil Kredel am Ende mit einer Glanztat Schlimmeres verhindern konnte.

Eine gerechte Punkteteilung gab es im Aufeinandertreffen der beiden alten Rivalen. Die als Tabellenführer angereisten Grabfeld-Gallier bleiben damit seit zehn Jahren ohne Niederlage in Ansbach. Ausgeglichen und sehr fair verlief die Partie, die sehr unglücklich für die Gäste begann. Bereits nach 32 Minuten hatten sie schon zweimal verletzungsbedingt wechseln müssen. Bei den tropischen Temperaturen sicher kein Vorteil für die Unterfranken. Dominik Zehe brachte sie in der 41. Minute nach schöner Vorarbeit von Simon Snaschel in Führung und diese hilet 25 Minuten lang. Dann setzte sich Hennes Meyer auf der linken Seite toll durch und seinen genauen Rückpass verwertete Sven Landshuter aus sieben Metern zum verdienten Ausgleich für die Gastgeber. Diese hatten in der Schlussphase noch ein paar Gelegenheiten, aber auch die Gäste waren mit ihren Kontern immer gefährlich. So konnten beide Teams einen Punktgewinn sich gutschreiben und mussten keinen Punktverlust hinnehmen. hari

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