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Forchheim rutscht immer tiefer in die Krise

Bayernliga Nord 11. Spieltag, Samstag

Die SpVgg Jahn Forchheim hat am Samstag bereits ihre sechste Niederlage in Serie kassiert, obwohl gegen Hof mehr drin gewesen wäre. Der SV Seligenporten hingegen scheint so langsam den Anschluss an das Tabellenmittelfeld gefunden zu haben.

Sein Tor reichte nicht: Tom Jäckel traf für Forchheim (rechts) zum 1:3-Anschlusstreffer.

 / © Ralf Rödel

Aus diesem Holz sind Meister und Aufsteiger geschnitzt! In beeindruckender Manier unterstrich der WFV seine Ambitionen auf einen Aufstieg in die Regionalliga. Kompakt, laufstark, eine funktionierende Spielidee und eine Betonabwehr mit einem starken Torhüter als Rückhalt - all das hat dazu geführt, dass der WFV immer noch ungeschlagen und auch die beste Auswärtsmannschaft in der Bayernliga Nord ist. Die jungen Gastgeber aus Ansbach, mit zwei U19-Junioren in der Startelf und nach der Einwechslung von Schüler mit der jüngsten Bayernliga-Innenverteidigung, zeigten vor allem in den zweiten 45 Minuten eine couragierte Leistung mit mehr Spielanteilen und einigen guten Chancen. Patrick Kroiß scheiterte am Pfosten und Sven Landshuter fand in WFV-Keeper Andre Koob seinen Meister. Kurz vor Schluss hatte auch Adrian Istrefi einen Pfostenschuss - die einzige Szene, in der der WFV vor dem Tor der Ansbacher in der zweiten Halbzeit auftauchte. Aber diese offensive Zurückhaltung schadete den Unterfranken nicht, denn auf ihre Defensivabteilung konnten sie sich verlassen. Das Tor des Tages fiel in der 19. Minute, als Patrick Hofmann das Spielgerät irgendwie vor die Füße fiel und er dies dann aus 13 Metern im Ansbacher Tor versenkte. Dass dies schon die Entscheidung war und weitere Tore nicht fallen wollten, war zwar für die vielen Zuschauer schade, aber tat der Qualität der Begegnung keinen Abbruch. Die Spannung blieb bis zum Schluss in der überaus fairen Begegnung erhalten. Harald Riegler

"So ist das eben im Abstiegskampf", musste Jahn-Trainer Christian Springer nach der nunmehr sechsten Niederlage in Serie feststellen. Wenn man sowieso bereits unten drin stehe, käme in den entscheidenden Momenten auch noch Pech dazu. Beispielsweise, als Nagengast nach Balleroberung von Müller alleine auf den Hofer Torwart Guyon zulief, dem 1:1-Ausgleichstreffer aber der Pfosten im Weg stand. Gegen die sechstplatzierten Hofer war der Jahn weder spielerisch noch kämpferisch unterlegen, trug allerdings nach einer Unachtsamkeit früh die Bürde eines Rückstandes mit sich umehr. In der achten Minute durfte Hofs Stürmer Kyndl im Anschluss an einen Eckball unbedrängt einköpfen. Für kurze Zeit nach dem Gegentreffer schien der Jahn indisponiert, nach einem Fehler im Aufbau musste Torwart Bergmann gegen den nächsten Versuch von Kyndl retten, bevor McLemore den Nachschuss vorbei setzte. Erst danach fanden die Forchheimer zurück in die Spur und zu ihrer spielerischen Linie, gaben im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs auch den Ton an. Waren es zunächst noch zwei ungfährliche Annäherungsversuche durch Jäckel (18.) und Noppenbergers Freistoß (24.), hätten sich die Gäste im Nachgang des anschließenden Eckballs nicht über den Ausgleichstreffer beschweren dürfen. Erst wurde Hagens Schuss aus dem Rückraum von einem Verteidiger von der Linie gekratzt, dann parierte Guyon einen sehenswerten Fallrückzieher von Jäckel stark (25.). Bei weiteren Offensivaktionen scheiterte es häufig am letzten Pass. Hof verlegte sich aufs Konterspiel und strahlte damit jederzeit auch Torgefahr aus. Nach Nagengasts Pfostenschuss hätte Knoll auf der Gegenseite für die direkte Bestrafung sorgen können (40.). Ein Jäckel-Kopfball geriet indes zu zentral, ehe es kurz vor dem Wechsel nochmal hitzig wurde. Forchheims Innenverteidiger Jerundow hatte sich schon nach einer halben Stunde über eine vermeintliche, ungeahndete Tätlichkeit an ihm von Kyndl echauffiert, ehe Hofs Stürmer ihn in der 43. Minute nach verlorenem Zweikampf von den Beinen holte und damit den Ball zurückeroberte. Der Schiedsrichter ließ zunächst weiterspielen, McLemore fackelte nicht lange und traf von der Strafraumkante aus zum 2:0. Nach Rücksprache mit dem besser postierten Assistenten wurde das Tor zurückgenommen. Nach einem harten Einsteigen gegen Städtler sah Kyndl dann unmittelbar nach dem Wechsel Gelb. "Eigentlich hätte Hof da nur noch zu zehnt auf dem Platz stehen dürfen", machte Springer hinterher seinem Ärger Luft. Die zehn Minuten nach der Halbzeit hatten seine Mannschaft ins Mark getroffen. Knoll vollendete eine Hereingabe im Zentrum zum 0:2, ehe Wartenfelser auf der Gegenseite um ein Haar die direkte Antwort parat hatte. So aber schraubte Feulner nach Vorarbeit von Schuberth das Ergebnis weiter in die Höhe. Forchheim hingegen gab sich weiterhin nicht auf und erspielte sich seine Möglichkeiten: Jäckel verwertete eine Flanke von Güngör per Kopf zum Anschlusstreffer. Die letzten beiden Chancen waren jeweils Nagengast vorbehalten, dem an diesem Tag kein Schussglück vergönnt war. Beim jungen Drazen Misic, nach seiner Einwechslung ein Aktivposten, entlud sich der Frust mit einem Platzverweis nach Tätlichkeit in der Nachspielzeit. Jonas Baier

Fotios Katidis und Sebastian Glasner standen SVS-Coach Hendrik Baumgart wieder zur Verfügung – und er stellte beide gleich auch für Ekern Fletscher und Dino Kardovic in die Startformation. Zudem begann Theodorus Petrakis für Kamron Crow. Nach einem Fehler des SVS hatten jedoch die Gäste nach wenigen Sekunden eine richtig gute Chance auf das frühe 1:0. Nicolas Wirsching, der Neffe des ehemaligen Würzburger-Kickers-Trainers Dieter Wirsching, steckte den Ball zu Stürmer Pascal Jeni durch, der aber mit dem linken Vollspann aus 16 Metern am Tor vorbeizielte. Anzeichen einer gewissen Nervosität, die beiden Mannschaften zu Beginn zu schaffen machte. Denn in der ersten Viertelstunde gab es sonst überhaupt keine Torchance mehr auf beiden Seiten zu bestaunen. Abtswind verkaufte sich sehr ordentlich und jubelte folglich auch in der 17. Minute, wenn auch nur kurz. Max Wolf hatte es aus zwölf Metern probiert. Diesen viel zu zentralen Schuss konnte Kunze noch abwehren, jedoch nicht festhalten, sodass Max Hillenbrand die Gäste aus Unterfranken in Front brachte. Doch der Linienrichter hob die Fahne zum Entsetzen der mitgereisten Abtswinder, es war wohl passives Abseits. Ein bis dato gänzlich ungefährlicher SVS wachte auf, Glasner brachte aber keinen Druck hinter einen Zwölfmeterschuss (19.). Hatte bisher der Gast mehr für das Spiel getan, konnten die Klosterer ihrerseits nun mehr Akzente nach vorne setzen, die nennenswerten Gelegenheiten blieben aber dennoch aus. Die erste konsequent vorgetragene Kombination der Kloster-Kicker führte prompt zum Erfolg. Kai Neuerer bediente Katidis im Zentrum, der umsichtig auf die rechte Seite zu Mergim Bajrami passte. Dieser spitzelte den Ball an Adrian Graf vorbei und Wiedmann vollstreckte aus fünf Metern eiskalt ins lange Eck zum 1:0 (32.). Ein bisschen aus der Fassung gebracht, zeigte sich das Offensivspiel des TSV Abtswind in der Folge mau. Seligenporten hatte nach Doppelpass Bajrami und Glasner durch Erstgenannten noch eine brauchbare Chance vor der Pause (39.). Während die Mannschaften noch in der Kabine saßen, stand Baumgart schon früher auf dem Feld, gab seinem Einwechselspieler Raffael Kobrowski letzte Instruktionen. Er kam für den blass gebliebenen Petrakis in die Partie – und war gleich an der ersten Chance nach Wiederbeginn beteiligt. Glasner legte den Ball rechts raus auf Kobrowski, der im Rücken der Abwehr Wiedmann bediente, dessen Distanzschuss aber deutlich über das Ziel hinausschoss (46.). Nach einem verstolperten Konter des SVS folgte die Strafe des Gegners. Max Wolf flankte von der linken Seite in die Mitte, wo sich Jein heranschlich und aus fünf Metern unbedrängt einköpfen konnte. Das ging viel zu einfach aus Sicht des SVS (48.). Seligenporten reagierte mit aggressivem Offensivspiel. Wiedmann holte sich gegen Jeni stark den Ball, passte zu Bajrami, der noch ein paar Meter marschierte, um dann ausgezeichnet in den Lauf von Glasner durchzustecken. Der 33-Jährige, der kurz zuvor noch eine gute Chance vergeben hatte, gab sich diesmal keine Blöße, umkurvte Warschecha und schob zur erneuten Führung für das Kloster ein (55.). Abtswind schien nur körperlich auf dem Spielfeld anwesend, geistreich war der Fußball des TSV nicht mehr – vor allem war er extrem fehlerhaft. Fotios Katidis hätte das in der 64. Minute ausnutzen müssen, doch wie zuletzt so oft vertändelte der talentierte Dribbler auch hier wieder die Kugel allein vor dem gegnerischen Schlussmann. Auch diese Fahrlässigkeit rächte sich. Wieder flankte Abtswinds Wolf, die Flanke fand jedoch nur Fotios Katidis an der Strafraumgrenze, der das Leder einzig mit der Hand spielte. Ein gefährlicher Freistoß aus rund 18 Metern würde das werden, dachten sich viele Zuschauer. Schiedsrichter Fabian Kilger zeigte jedoch auf den Punkt. Eine fragwürdige Entscheidung, wenn auch nicht hundertprozentig zu widerlegen. Adrian Dußler war das egal, er verlud Simon Kunze und erzielte vom Punkt das für die Betrachtung der zweiten Hälfte eher schmeichelhafte 2:2-Ausgleichstor (71.). Und Dußler war nun heiß auf ein weiteres Tor, er holte einen Freistoß 19 Meter zentraler Position vor dem SVS-Kasten heraus. Der Gefoulte trat an und zielte viel zu hoch (75.). Wenig später folgte ein Treffer der Marke "Tor des Monats". Hinter der Mittellinie schnappte sich Mergim Bajrami das Spielgerät und rannte gen Abtswinder Tor. Zuerst düpierte er das komplette Mittelfeld der Unterfranken, ehe er auch die Abwehr alt aussehen ließ und nach fast 40 Metern Vollsprint mit Ball am Fuß mit einem platziertem Rechtsschuss auch dem Keeper der Gäste nicht den Hauch einer Chance bot. Eine Energieleistung vom Mann des Spiels (76.). Diese individuelle Klasse entschied das Spiel. Die Gäste, zum dritten Mal in Rückstand geraten, schienen nun demoralisiert. Katidis zog aus 20 Metern ab, der Ball klatschte nur an den rechten Innenpfosten (81.). Der bereits verwarnte Abtswinder Innenverteidiger Mathias Brunsch legte erst Bajrami und dann Katidis, er wurde des Feldes verwiesen. In Unterzahl leistete sich der TSV viele Fehlpässe. So vergaben Olschewski per Kopf (87.), Wiedmann per Linksschuss (88.) und Kamron Crow per verdecktem Linksschuss (89.) und nochmals Wiedmann per Pfostenschuss (90.) gute Gelegenheiten im Minutentakt. Seligenporten musste mal wieder zittern. Ein auf Zeit spielender SVS ließ in der Endphase aber nichts mehr anbrennen, jedoch handelte sich Kai Neuerer nach übertrieben ausgereiztem Zeitspiel noch einen unnötigen Platzverweis ein. Auch das konnte die Stimmung nicht mehr wirklich trüben, der SVS feierte nach dem Spiel seinen dritten Saisonsieg und ist auf einem aufsteigendem Ast. Selbstvertrauen, das die Klosterer nun in die beiden Lokalduelle mit den ASV-Mannschaften aus Vach und dann gegen den Rivalen aus Neumarkt, mitnehmen. Franz Hable

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