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Wer wird Nachfolger des STV-Express?

Die Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe 2 vor dem Saisonstart

Am kommenden Wochenende findet die fußballfreie Zeit in der KL 2 ihr offizielles Ende. Los geht es am Samstag ab 15 Uhr mit der Eröffnungspartie des Aufsteigers SV Gutenstetten/Aisch (ehemals SpVgg Steinachgrund), dem einiges zugetraut wird, gegen den Absteiger und Mitfavoriten TSV Burgfarrnbach mit dem neuen Trainer Uwe Neunsinger. Neben der Fischer-Truppe tummeln sich im „Karpfenbecken“ mit dem ebenfalls hochgehandelten SV Wacker, der DJK Falke und dem ASC Boxdorf drei weitere Aufsteiger. Hinzukommt mit dem TSV Markt Erlbach ein Rückkehrer in die Nürnberg-Fürther Gruppe.

Der Meister der Kreisliga 2016/2017: STV Deutenbach

 / © Zink

Hört man sich bei den Trainern der Kreisligisten um, dann fallen gleich fast zwangsläufig die Namen dreier Vereine, wenn es um die Vergabe der Meisterschaft geht. Neben Absteiger TSV Burgfarrnbach sind dies auch zwei Aufsteiger: Der SV Gutenstetten/Steinachgrund und der SV Wacker. Beide sind in der vergangenen Saison unbesiegt geblieben. Doch keiner des Triumvirats sieht sich selbst in der Rolle des Gejagten. Während „Stettens“ Coach Reinhold Fischer das Tableau „deutlich breiter gefächert“ sieht, wenngleich er auch um die eigene Leistungsfähigkeit weiß, entbehrt diese Einschätzung nach Meinung von Uwe Neunsinger, dem Trainer des kommenden Gegners, „jeglicher Grundlage. Die Meisterschaft wird zwischen Gutenstetten und Wacker ausgefochten. Beide haben eingespielte Mannschaften und viel Qualität in der Spitze.“ Mit Fischbach, Poppenreuth und Stein will Neunsinger das Verfolgerfeld bilden. „Wir hoffen, dass wir mit dabei sind“, stapelt er tief. Die relativ lange Vorbereitung, die der Integration von insgesamt 21 Neuzugängen geschuldet war, verlief mit Höhen und Tiefen. Konstantin Müller, Hernan Angulo und Tim Paschek verletzten sich dabei teilweise schwer und werden ausfallen. Vor allem Paschek traf es mit einem Kreuzbandriss hart. Insgesamt zeigte man schwankende Leistungen. Für das Eröffnungsspiel am Samstag um 15 Uhr, vor dem Kreisspielleiter Thomas Raßbach alle Vereine vorstellen wird, fühlt man sich beim Bären-Express aber gewappnet. „Wenn wir am Limit spielen, dann hat auch Gutenstetten Probleme.“

„Das ist etwas überraschend“, wundert sich Benny Uebel, der zusammen mit Marco Fuchs das bewährte Trainergespann beim Wacker-Express bildet, dass seiner Truppe der Durchmarsch bis in die Bezirksliga zugetraut wird. „Schließlich haben wir seit der A-Klasse eigentlich die gleiche Mannschaft.“ Deshalb kann er die eigene Leistungsfähigkeit nur schwer einschätzen und ist gespannt, welche Rolle man einnehmen kann. Auf jeden Fall will man auf der Alm weiter offensiv spielen. „Das hat uns stark gemacht.“ Das ausgegebene Ziel lautet derweil „möglichst schnell Fuß fassen.“ Stetten, Burgfarrnbach und Poppenreuth sieht Uebel als Kandidaten für die Meisterschaft. Mit der Heininger-Elf wartet gleich zu Beginn ein echter Prüfstein. „Auf den Start wird es ankommen. Letztes Jahr haben wir einen sehr guten Beginn hingelegt.“ Personell breiter aufgestellt ist der SVW durch die Verpflichtungen von Christopher Birchner (vom TSV Falkenheim), Dustin Wörner vom Bären-Express und Christoph Bassing, der vom SV Reichelsdorf kam.

Außenseiterchancen werden dem SV Poppenreuth, dem FC Stein, dem TSV Fischbach und dem SV Eyüp Sultan zugetraut. Die Poppenreuther Jungs haben ein Auftaktprogramm, das es in sich hat. Nach dem Heimspiel gegen den SV Wacker, den Coach Kurt Heininger als „Gradmesser“ wertet, wartet der Ausflug nach Burgfarrnbach. Leicht sieht durchaus anders aus. Nach einer durchwachsenen Vorbereitung („die war nicht so prickelnd“) gibt es gleich drei verletzte Leistungsträger zu beklagen. Stefan Mittelstädt und Francesco Russo sind für den Auftakt genauso fraglich wie Andreas Steuber. „In den letzten Jahren haben wir auf hohem Level gespielt. Das zweite Jahr in der Kreisliga wird schwierig“, unkt der Coach. In der vergangenen Saison spielte man bis kurz vor dem Ende um den Relegationsrang mit. Mit Marc Meier vom SV Raitersaich („Eine richtige Verstärkung“), Rückkehrer Arnold Neidenbach von SpVgg Nürnberg und Keeper Fisnik Deva, mit dem Heininger bereits in seinen 88er-Zeiten zusammenarbeitete, ist man nun breiter aufgestellt, da lediglich Keeper Steve Reinwand (zurück zu Tuspo Nürnberg) ersetzt werden musste. Das Ziel lautet trotzdem „demütig sein, Kreisliga genießen“.

Die "Sultane" mit neuem Trainer

Beim FC Stein hat sich nur wenig verändert, außer dass Trainer Markus Mühling in den ersten Wochen von seinem Vorvorvorgänger Uwe Kroll vertreten wird, da er sich im Ausland aufhält. Unterstützt wird er dabei vom ehemaligen Abteilungsleiter und Interimstrainer Dirk Schaefer und Co-Trainer HD Wackersreuther. Alexander Knapp (zum SV Unterreichenbach) und Pascal Kachrimanidis (als Spielertrainer zum SV Bieberach) stehen als Abgänge fest. Demgegenüber stehen Rückkehrer Kaan Yenitürkeli (DJK Falke), Marcel Hösch (TSV Altenfurt) und Dominik Els (TV Büchenbach).

Der SV Eyüp Sultan wird künftig von Ahmet Türen, Ex-Co-Trainer Dergahspors, angeführt, der in die Fußstapfen von Erfolgstrainer Ugur Cankaya schlüpft. Dessen Arbeit weiß sein Nachfolger zu schätzen. „Ich habe eine starke Mannschaft übernommen, die schon jahrelang zusammenspielt.“ Deswegen hält er auch eine Überraschung für möglich. Zudem wurde das Team mit „guten Neuzugängen“ verstärkt. „Wenn wir in der Vorrunde unsere Punkte holen, können wir im Winter dann mal schauen. Die Top 5 müssten möglich sein.“ Bei den Sultanen steht in naher Zukunft ein Generationenwechsel vor der Tür, den der neue Coach langsam angehen will. Dabei hat er das ein oder andere Talent bereits im Auge, wenngleich er die Namen lieber verschweigen will. Ein Sonderlob verteilt er an die beiden Kapitäne Mehmet Ceylan und Namensvetter Karanfil sowie an Keeper Gökhan „Günni“ Cakmak. „Sie gehen voran und geben die Richtung vor.“ Dass Cakmak zudem als neuer Sportdirektor eingeführt wurde, war der ausdrückliche Wunsch des Trainers. „Jeder Trainer wünscht sich so einen Mann. Er entlastet mich sehr.“

Beim TSV Fischbach hat Manuel Bergmüller den Staffelstab an Jan Kuderna abgegeben, der als Spielertrainer vom SV Raitersaich zurückkehrt und einen einstelligen Tabellenplatz anstrebt. Nils Schellenberger und Niklas Noss kamen aus der eigenen Jugend. Außerdem schloss sich der ehemalige Winkelhaider Tim Dressel, der zuletzt als Trainer des FSV Weißenbrunn II agierte, den Karpfen an. Nicht ganz der Wahrheit entsprach der Facebook-Post des TSV, dass die Mannschaft komplett zusammenbleiben würde. Neben dem bekannten Wechsel von Paul Tchegrenov zurück zum VfL Nürnberg und dem feststehenden Karriereende von Abwehrrecke Christoph Schmid sieht André Wiener seine Zukunft bei seinem Heimatverein TSV Johannis 83.

Passend zur Fischbacher Kärwa heißt der Gegner SpVgg Nürnberg, zu dem sich dank der Vergesslichkeit von Alexander Kolb eine innige Freundschaft entwickelte. Denn in einem Vorbereitungsspiel in der vergangenen Saison vergaß der Flügelflitzer sein Trikot auf dem SpVgg-Gelände, das es auszulösen galt. Bereits am Freitagabend haben sich nun 25 Gebersdorfer Jungs zum Kirchweihbesuch angemeldet. Sicherlich eine nicht alltägliche Meldung. Gemeinsam will man feiern, ehe es am Sonntag dann gegeneinander geht. Die SpVgg hat sich für die anstehende Saison den Klassenerhalt auf die Fahnen geschrieben. Besonders schmerzen wird dabei sicherlich der Abgang von Torjäger Daniele Ballatore, der sich als Spielertrainer des TSV Emskirchen die ersten Sporen verdienen will und dabei Antonello Sorce zur Seite stehen hat. Außerdem spielt Michael Bottner nach einem Jahr Auszeit künftig für den SV Burggrafenhof und Bruder Oliver schnürt die Stiefel für den TSV Altenberg. Außerdem schloss sich Arnold Neidenbach bekanntlich dem SV Poppenreuth an. Auf der anderen Seite stehen mit Burak Yazicioglu, Ozan Karacetin (beide Turnerschaft Fürth), Ferdinand Gerblinger (SV Raitersaich), Amar Mansouri (SV Hagenbüchach) und Massimo La Rosa (ATV 1873 Frankonia) als Zugänge fest. „Wir sind heiß auf die neue Saison“, gibt sich Coach Thomas Diem zuversichtlich.

Einen einstelligen Tabellenplatz hat sich Sebastian Kamberger, der neue Spielertrainer des TSV Markt Erlbach, genauso zum Ziel gesetzt wie Michael Lauth vom SV Burggrafenhof. Nach den Abgängen von Patrick Kreuzer (zu den SF Laubendorf) und Klaus Fierus, der zum wiederholten Male seine Fußballkarriere ad acta gelegt hat – wobei er nach der erneuten Verletzung seines potentiellen Nachfolgers Timo Tirschner wohl mehr denn je gebraucht werden könnte - können die „Hufer“ auch drei Neuzugänge begrüßen. Von Aufsteiger ASC Boxdorf kommt Manuel Muscat, der ehemalige Standardspezialist der SpVgg, Michael Bottner, konnte von einem Comeback überzeugt werden und vom TSV 61 Zirndorf schließt sich Amar Okanovic an.

Durchwachsene Vorbereitung beim Post SV

Als „durchwachsen“ bezeichnet Mario Bierbrauer die Vorbereitung des Post SV. Noch nicht auskurierte und auch neue Verletzungen gepaart mit einigen Urlaubern lassen den Coach vorerst nicht aus dem Vollen schöpfen. „Dennoch werden auch viele andere Teams ähnliche Hindernisse haben. Überraschungen und Gewinner sind zweifelsohne die Jugendspieler (Fabian Hofmann, Julius Nestle, Leonardo Helmrich, Ali Cayrici) und Zweite-Mannschaftsspieler (Ölcer, Bitoulas, Tischhöfer), an denen wir schon bald unsere Freude haben werden (wenn sie wieder aus dem Urlaub kommen...).“ Definitiv die komplette Hinrunde ausfallen wird Mittelfeldmotor Tom Faltermeier. Ihn verschlägt es für ein Auslandssemester nach Estland. „All diese Dinge dürfen für uns kein Alibi sein, denn der gesamte Kader hat ein gemeinsames Ziel - das obere Tabellendrittel - und ist definitiv stark genug dieses Ziel zu erreichen.“ Als Favoriten sieht Bierbrauer den Aufsteiger aus Gutenstetten. „Mit ihrem tollen Kader werden sie mit Sicherheit eine entscheidende Rolle um den Aufstieg spielen. Für uns wird es wichtig sein einen besseren Start als letztes Jahr hinzulegen.“ Als erster Gegner stellt sich der SC Germania am Ebensee vor. „Das wird wie immer interessant. Serdars Truppe wird gegen uns wie immer tollen Fußball spielen und mit Leidenschaft und Engagement die 90 Minuten bestreiten.“

Bei den Germanen wird Coach Serdar Dinc ab sofort von Ex-Spieler Levente Bozsik als Co-Trainer unterstützt. Neben den auswärtigen Neuzugängen Moumen Amneh, Ali Khalil Hussein, Serkan Akar (alle ASV Fürth), Charlie Kaufmann (U19 der SG 83 Nürnberg-Fürth, Anwar Alhasan (SC Victoria/SG 83 III) und Deniz Catak (TSC Neuendettelsau) gesellen sich zwei gefühlte Neue hinzu. Denn Kuno Kessler steht ab sofort genauso wieder im Kader Cedric Bastos. Auf der anderen Seite schlossen sich Carmelo Schepis und Enes Arici nach langem Hin und her Vatanspor an, Ercin Cavus kickt wieder für Ex-Verein SV Eyüp Sultan, Marc De Millas zog nach Bremen und Flügelflitzer Dorin Prelipcean stürmt bekanntlich für den Bezirksligaaufsteiger Tuspo Roßtal. Nach einer „ordentlichen Vorbereitung“ geht Dinc zuversichtlich in die Mission Klassenerhalt.

Die beiden weiteren Aufsteiger neben „Stetten“ und Wacker, DJK Falke mit dem neuen Trainer Giovanni Marciano und der ASC Boxdorf um Spielertrainer Alexander Eberlein, bei dem bei den Neuzugängen zweifelsohne Sven Riese – der Ex-Bucher kommt aus Stadeln – heraussticht, haben sich unterschiedliche Ziele gesetzt. Während sich die Falken nach dem Karriereende von Alexander Hitz und dem Abgang von Standardspezialist Sercan Celik (zum TSV Johannis 83) auf den Klassenerhalt fokussieren, trauen sich die Boxdorfer einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu. Ebenfalls den Klassenerhalt auf die Fahnen geschrieben hat sich der TB Johannis 88, der am Sonntag die DJK Eibach zu Gast hat und künftig auf Dienste von Sascha Amtmann (ASV Vach), Frank Pistori und Manfred Schreiber (beide als Spielertrainerduo zum SV Großweismannsdorf), Christian Hummel (zurück zum ESV Flügelrad) und Dominik Atabay (beruflich nach München) verzichten müssen. Demgegenüber stehen Rückkehrer Fabian Bär (aus Kalchreuth), Felix Schmeißner (TSV Katzwang), Pascal Guth (Tuspo Heroldsberg) und Florian Auschra (SpVgg Mögeldorf). Aus der eigenen Jugend rücken Felix Stiegler, Felix Amschler, Jurij Bieger in den Kader der Vollmannschaft.

In Eibach sticht eine Personalie heraus. Karlheinz „Kalli“ Wiesenmayer kehrt zu seinem Jugendverein zurück, nachdem er bei der SG Quelle Fürth und dem FSV Erlangen-Bruck höherklassig Erfahrungen gesammelt hat. Ihm und Florian Clausnitzer kommt eine besondere Rolle zu. „Sie sind wahre Glücksfälle für die DJK, die ihre Erfahrung gerade den jungen Spielern weitergeben können“, erklärt Coach Christian Hüttl. In die Riege der Jungen gesellen sich mit Daniel Nietzer und Manuel Martini zwei eigene Junioren, die sich ihre ersten Sporen im Saisonfinale der abgelaufenen Spielzeit verdienten. „Beide haben in der Vorbereitung einen tollen Eindruck hinterlassen und werden sicher auch in den ersten Spielen zum Einsatz kommen.“ Verlassen hat die DJK Alexander Walther, der sich wegen seines Umzugs dem SV Unterferrieden anschloss. Als Ziel gibt Hüttl vor, dass man wie immer nichts mit dem Abstieg zu tun haben will, um gleich nachzuschieben: „Wenn es ähnlich wird wie in der vergangenen Saison, dann sind – denk ich – alle glücklich in Eibach.“ Damals reichte es für den sechsten Platz. Am liebsten aber wäre man wohl auch vor Derbygegner und Zaunnachbar SV Wacker. „Das Derby am dritten Spieltag gegen Wacker wird sicher ein Highlight, aber wir konzentrieren uns erstmal auf das Spiel bei Johannis.“

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