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Schlägerei rechtfertigt Abbruch nicht: Maiach - Flügelrad neu angesetzt

Sechs Monate Sperre für ESV-Akteur

Das am 2. Spieltag Ende August nach einer Schlägerei abgebrochene Kreisklasse-5-Nachbarschaftsderby zwischen Maiach und Flügelrad wird neu angesetzt, wie das Sportgericht entschied. Der Schiedsrichter der Partie habe nicht alle Mittel ausgereizt. Ein ESV-Akteur wurde für sechs Monate gesperrt.

Das Sportgericht rekapitulierte das Geschehen, das zum Abbruch führte, anschaulich: "In der 62. Minute kam es vor der Trainerbank des ESV Flügelrad zu einem Foulspiel an einem Spieler des ESV Flügelrad. Da Spiel wurde mit Vorteil fortgesetzt. Im Nachgang des Foulspiels kam es zu einer ersten kleinen Rudelbildung vor der Trainerbank. Dabei wurde wohl der am Boden liegende Spieler von Flügelrad nochmals durch seinen Gegenspieler körperlich attackiert. Dadurch schaukelte sich die Stimmung hoch und das „Rudel“ wurde größer. Die beiden Spielführer erhielten wegen Beleidigungen jeweils die Rote Karte und entfernten sich.

Das allerdings war erst der Anfang, wie das Sportgericht weiter ausführt: "Das größere „Rudel“ bestand (...) aus circa 15 Personen. Innerhalb der Rudelbildung kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Spielertrainer des SV Maiach (...) und der Betreuerin des ESV Flügelrad (..., Namen der Redaktion bekannt). Diese Situation und die bereits laufende Rudelbildung veranlasste den Torhüter des ESV Flügelrad (...) aus seinem Tor zu rennen und auf nicht zu akzeptierende Art und Weise einzugreifen. Laut eigener Aussage wollte er nur schlichten, was ihm aber mit einem Faustschlag gegen den Spieler (...) und Würgegriffen gegen (...) nicht wirklich gelang. Die Rudelbildung dauerte nach übereinstimmenden Zeugenaussagen 3-5 Minuten. Danach beruhigte sich die Situation wohl wieder."

Weil es aus Sicht des Sportgerichts nicht zu weiteren "schweren Tätlichkeiten" kam, gebe es nach Ansicht des Gerichts für die vom Schiedsrichter in seiner Meldung beschriebene "Massenschlägerei mit Personen, auf die auf dem Boden liegend eingeschlagen wurde", "keinerlei Anhaltspunkte". Da der Schiedsrichter selbst nie Gegenstand von verbalen und körperlichen Attacken war und der Spielabbruch "das äußerste Mittel" darstelle, das nach "herrschender Rechtsprechung vom SR erst nach ausschöpfen aller möglichen Mittel" ausgesprochen werden könne, sei die Entscheidung nicht zu rechtfertigen.

Die Partie wird also neu angesetzt. Darüber hinaus bekommt der SV Maiach als Heimteam eine 100-Euro-Strafe wegen eines nicht ausreichenden Ordnungsdienstes aufgebrummt. Der Keeper des ESV Flügelrad, der die Tätlichkeiten beging, wurde für ein halbes Jahr gesperrt.

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