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Turnerschaft verkürzt auf SVH – Wilhelm erster Derbyheld

Kreisliga 2 15. Spieltag, Donnerstag

Das mit Spannung erwartete erste Derby im Nürnberger Osten zwischen der SpVgg Mögeldorf und dem Post SV ging dank des Treffers von Marc Wilhelm mit 3:2 an die Fusionself. An der Spitze verkürzte die Turnerschaft Fürth um Dreierpacker Akin Bölük dank eines 4:0-Sieges in Eibach und dem gleichzeitigen 1:1-Remis von Herbstmeister SV Hagenbüchach bei der SGV 83 Nürnberg-Fürth den Rückstand auf den Primus auf zwei Zähler. Der Tabellendritte DJK Falke unterlag dem SV Poppenreuth durch einen verwandelten Elfmeter von Francesco Russo mit 0:1. Einen eminent wichtigen 3:0-Sieg fuhr der SV Burggrafenhof gegen den SV Wacker ein, während sich der KSD Hajduk und Tuspo Roßtal im Kellerduell die Punkte teilten. Am Ende hieß es 2:2. Der SV Raitersaich siegte derweil mit 4:1 beim SC Germania. Die Partie des TSV Fischbach gegen den FC Stein wurde bereits am Mittwoch abgesetzt.

Marc Wilhelm (am Ball, hier im Duell mit Post-Kapitän Oguz Pirdal) avancierte mit seinem Siegtreffer im erstmaligen Derby um Punkte zwischen Mögeldorf und Post zum Helden.

 / © Janousch

Wegen Unbespielbarkeit des Platzes wurde die Partie bereits im Vorfeld abgesagt. Pfützen auf dem Platz ließen kein Spiel zu.

Unter der Leitung des guten Lukas Gerhäuser musste der SV Burggrafenhof erneut vier Stammkräfte ersetzen. Vom Anpfiff weg wussten die Jungs von Juri Judt aber, worum es geht. Mit dem ersten Angriff ging man sofort in Führung. Christopher Müller war auf der linken Außenbahn unterwegs, zog in die Mitte und vollstreckte mit einem platzierten Schuss ins lange Eck (2.). Der SVB blieb am Drücker, während Wacker zumeist an der Abseitsfalle oder in letzter Konsequenz an Florian Weißer scheiterte. Nach 27 Minuten traf Kevin Gottwald nach Vorarbeit von Patrick „Bazi“ Raab den Pfosten. Jan Holysz trat wenig später zum Freistoß an, setzte diesen aber in die zweite Etage. Kurz vor der Pause schickte Gottwald Jens Richter auf die Reise, seine Flanke verwertete Raab per Kopf zum 2:0 (40.). In der 50. Minute parierte Wacker-Keeper Andrei Linca einen Schuss von Christopher Müller und nur zwei Minuten später nahm Raab eine Hereingabe von Müller direkt und setzte sie an den Pfosten. Nach einer Stunde traf Gottwald nach Doppelpass mit Juri Judt ebenfalls Aluminium. In der 78. Minute sah Michael Judt wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte. Ilja Zarkov hätte in der Schlussminute noch verkürzen können, ehe Raab mit einem satten Schuss nach Vorarbeit von Martin Stiegler den Endstand herstellte.

Einen verdienten, wenngleich etwas zu hoch ausgefallenen Sieg feierte die Turnerschaft Fürth in Eibach. Zu Beginn verlief die Partie noch ausgeglichen mit Torchancen auf beiden Seiten. Michael Ammon und Karlheinz Wiesenmayer hatten die ersten Eibacher Gelegenheiten, die die Mesek-Elf mit zwei gefährlichen Standards beantwortete. Nach einer knappen halben Stunde überlupfte Tolga Toker DJK-Keeper Christian Hufnagel, der Ball blieb am Pfosten liegen. Hannes Schreyer sah in der 37. Minute den von Max Nell verlassenen Kasten und zog mit seinem schwachen rechten Fuß ab, doch Mesek konnte klären, ehe Akin Bölük knapp vorbeischoss (44.). Kurz nach dem Wechsel machte es der Goalgetter besser, als er den Ball mit der Brust annahm und sofort ins Eck abschloss – 0:1 (47.). Eibach ließ den Kopf nicht hängen und agierte mutiger. Schreyer wurde der Ball vor dem Einschuss vom Fuß genommen (50.). Die beste Chance zum Ausgleich hatte Sebastian Neuerburg nach Bandi-Vorlage, als er zu zentral abschloss, sodass Nell noch zur Ecke klären konnte (70.). In der 73. Minute war wieder Bölük zur Stelle und traf aus dem Gewühl heraus. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß an der Mittellinie kam Bölük an den Ball, der auf Toker querlegte und dieser erhöhte auf 0:3 (82.). Aus abseitsverdächtiger Position erzielte Bölük in der 85. Minute dann noch das 0:4 und war damit an allen Toren beteiligt. Wegen eines Applauses für einen der Linienrichter sah Johannes Hofmann kurz vor dem Ende noch die Ampelkarte vom gut leitenden Referee Serkan Demir.

Mit einem 2:2 trennten sich der KSD Hajduk und Tuspo Roßtal im Kellerduell. In der ausgeglichenen ersten Halbzeit brachte Ozan Alp die Gäste mit einem direkten Freistoß von halblinks, der rechts unten einschlug, in Führung (22.). Kurz vor dem Seitenwechsel konnte Hajduks Torjäger vom Dienst ausgleichen. Nach einer Ecke von links behielt der Spielertrainer die Übersicht und schob links unten ein (42.). In der zweiten Hälfte drückte Hajduk auf weitere Tore und erspielte sich ein Chancenplus. Das Tor fiel allerdings zunächst auf der anderen Seite. In der 62. Minute führten die Gäste einen Konter vor, an dessen Ende Max Oppitz nur noch die Fußspitze hinhalten musste. Nur vier Minuten später gelang Dominik Dokic mit einem direkt verwandelten Freistoß aus etwa 20 Metern, der links unten einschlug, der erneute Ausgleich. Danach wollten keine Tore mehr fallen.

In einem typischen 0:0-Spiel entführten letztlich die Gäste die Punkte. Große Aufreger hatte die Partie genauso wenig zu bieten wie große Torchancen. Kurz vor dem Ende kam Stefan Mittelstädt im Falke-Strafraum noch zum Abschluss, wurde Sekundenbruchteile danach aber von DJK-Keeper Marius Steger abgeräumt. Schiedsrichter Fabian Jürschik entschied sofort auf Elfmeter, den Poppenreuths Kapitän Francesco Russo zum Tor des Tages verwandelte. Die beste Chance der Heimelf ergab sich für Christoph Neubauer, als eine Ecke durch den Poppenreuther Strafraum segelte. Er postierte sich am langen Pfosten, war aber zu überrascht, dass der Ball tatsächlich bei ihm landen würde. Mit dem Sieg springt die Elf von Peter Meier auf Rang fünf, während Falke auf Platz drei verweilt.

Einen perfekten Start legte die Heimelf hin. SVR-Kapitän Bernd Grillenberger ließ sich die Kugel nach zwei Minuten von Elias Goldinger abluchsen, der links unten vollstreckte. Nach acht Minuten nahm Florian Müller einen langen Ball auf der rechten Seite gekonnt mit, legte quer zu Dietmar Kusnyarik, der die Übersicht behielt und den besser postierten Dominik Steinlein locker einschieben ließ. In der Folge entwickelte sich eine offene Partie. Nach 19 Minuten schloss Ildan Muric ab, der Ball landete aber bei Rashid Alhassan, der von SVR-Torwart Andre Schuster im Strafraum gelegt wurde. Marco Seinil trat zum Strafstoß an, doch Schuster machte seinen Fehler wieder gut und parierte den schwach getretenen Versuch. Nun verloren die Germanen den Faden. Nach 32 Minuten spielte Müller einen hohen Ball auf Kusnyarik, der sich gegen Seinil durchsetzen und vollstrecken konnte. Quasi mit dem Pausenpfiff konterten die Gäste über Steinlein, der zu Kusnyarik querlegte. Raitersaichs Spielertrainer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und stellte auf 1:3. SCG-Coach Serdar Dinc nahm zur zweiten Hälfte drei Wechsel vor. Die Maßnahme verpuffte, stattdessen war wieder Müller der Ursprung des nächsten Tores. Seinen Pass von der rechten Seite drückte Steinlein zum 1:4 in die Maschen (52.). In Unterzahl – Alhassan sah nach wiederholtem Reklamieren die Ampelkarte (55.), nachdem in zwei Aktionen gegen ihn der Pfiff ausgeblieben war – fiel der Heimelf kaum mehr etwas ein, sodass der SVR keine Mühe hatte, um den Sieg über die Zeit zu bringen.

Geschichte wurde in Mögeldorf geschrieben. Im ersten Derby zwischen der SpVgg Mögeldorf 2000 und dem Post SV gewann der Aufsteiger mit 3:2. Zunächst aber gingen die Gäste in Führung. Florian Almosdörfer schlug einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld mit Effet auf den langen Pfosten. Der Ball wurde länger und länger und schlug im langen Eck ein (23.). Durch zwei Standards drehte die Frey-Elf die intensiv geführte Partie. Ein Freistoß von halbrechts, getreten von Arthur Rein, fand den Kopf von Hans-Peter Werner, der den Ausgleich besorgte (27.). In der 38. Minute standen Rein und Christoph Ubrig beim Freistoß. Rein rannte über den Ball, Ubrig schickte den Blondschopf an der Mauer vorbei und Rein jagte die Kugel mit voller Wucht unter die Latte. Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Kühnlein die Riesenchance zum erneuten Ausgleich, fand aber in SpVgg-Keeper Max Schmidt seinen Meister. Wenig später erkämpfte sich Burak Ölcer den Ball. Nach einem Doppelpass zog er vor dem machtlosen Schmidt ins lange Eck ab – 2:2 (52.). In der 55. Minute schlug der Aufsteiger zurück. Christoph Ubrig sprintete über die komplette linke Seite in Richtung Eckfahne und legte überlegt quer zu Marc Wilhelm, der das Spielgerät mit links ins rechte Eck beförderte. Da die Mögeldorfer ihre Konter kläglich verspielten und Post kein Mittel mehr fand, um das Abwehrbollwerk zu knacken, avancierte letztlich Wilhelm zum Derbyheld.

Tolle Moral der SGV 83, die nach Schaffners unglücklichem Eigentor wegen zweier nicht gegebener Elfmeter und Rot für Rührer mit dem Unparteiischen haderte, dem Tabellenführer nach Pausenrückstand und in Unterzahl aber trotzdem ein Remis abtrotzte! Dabei überzeugte die Lauth-Truppe, die nach dem Seitenwechsel sogar ein klares Chancenplus verbuchen konnte, mit einem Mann weniger weitaus mehr als zuvor, während der spiel- und konterstarke SVH unerklärlicherweise seine Linie verlor. An der Herbstmeisterschaft für die Dönmez-Truppe änderte das Ergebnis freilich nichts mehr. Die wurde bereits in der Vorwoche unter Dach und Fach gebracht. Am Samstag kommt es nun zum Topspiel bei der Turnerschaft Fürth, die mit einem Sieg die Tabellenführung stehlen könnte. Klaus Meßenzehl / matt

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