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Abschiedsstimmung bei den Club-Amateuren

„U23“ des 1.FCN unterlag Meister Kickers Stuttgart 2:3 - 13.05.2012 20:37 Uhr

Rainer Zietsch (l.) und Dieter Nüssing, die Verantwortlichen für die Nachwuchsarbeit beim 1.FC Nürnberg, verabschiedeten vor dem letzten Heimspiel Nicolas Görtler, Mümin Kara, Tim Eckstein, Sebastian Mützel und Wal Fall (von links; Manuel Zeitz fehlte).

Rainer Zietsch (l.) und Dieter Nüssing, die Verantwortlichen für die Nachwuchsarbeit beim 1.FC Nürnberg, verabschiedeten vor dem letzten Heimspiel Nicolas Görtler, Mümin Kara, Tim Eckstein, Sebastian Mützel und Wal Fall (von links; Manuel Zeitz fehlte). © Sportfoto Zink


Wo das Sextett in der nächsten Spielzeit aufläuft, steht noch nicht fest, jedenfalls sind noch keine Verträge unterzeichnet. Allerdings war zu hören, dass Eckstein künftig bei RW Oberhausen bei Trainer Mario Basler anheuern wird.

Ausgerechnet der bereits als Meister und Aufsteiger in die 3. Liga feststehende Traditionsklub Stuttgarter Kickers gab im Nürnberger Stadion seine Visitenkarte ab und brachte nicht nur Weltmeister Guido Buchwald als Sportlichen Leiter, sondern auch mehrere hundert Fans, die nicht nur zahlenmäßig, sondern auch akustisch unter den insgesamt 689 Zuschauern deutlich dominierten.

„Wir haben uns vorgenommen, uns ein Beispiel an Borussia Dortmund zu nehmen und eines Meisters würdig aufzutreten“, sagte Gäste-Trainer Dirk Schuster hinterher. Doch sein Team tat sich anfangs schwer, musste stattdessen die frühe Führung der Gastgeber hinnehmen: Obwohl die Mannschaft von Trainer Michael Wiesinger mit Ausnahme von Innenverteidiger Timm Klose ohne Verstärkungen aus dem Profikader auskommen musste, lag sie bereits nach fünf Minuten vorn: Eine weite Freistoßflanke von Philipp Klement lenkte der Stuttgarter Royal-Dominique Fennell per Kopf ins eigene Tor.

Anschließend entwickelte sich eine flotte Partie ohne große Höhepunkte oder Torraumszenen, da beide Teams ohne Druck aufspielen konnten. Lediglich ein Kopfball, den Mützel aus spitzem Winkel ans Außennetz setzte, stand beim Club zu Buche, während bei den Stuttgartern Marco Grüttner zwei Schussgelegenheiten nicht nutzte (15., 32.). So war es Kapitän Vincenzo Marchese vorbehalten, nach toller Vorarbeit und Flanke von Pablo Leutenecker von Rechtsaußen mit einer knallharten Direktabnahme aus zwölf Metern noch vor dem Pausenpfiff auszugleichen (41.).

Nach dem Seitenwechsel setzten die Schwaben ihr ursprüngliches Vorhaben dann allerdings konsequent in die Tat um und „kämpften und bissen sich ins Spiel“ (Schuster). Angestachelt wurden sie dabei noch durch Mützel, der sich mit einem so unnötigen wie rüden Foul an der Mittellinie Gelb einhandelte (50.). Ähnlich überflüssig war die fünfte Gelbe Karte, die sich der ansonsten unauffällige Club-Stoßstürmer Jann George für eine Meckerei beim Unparteiischen abholte.

Während die jungen Nürnberger, bei denen Klement und Klose am ehesten überzeugten, ihre Konterchancen überhastet vergaben, schlugen die Kickers in der Folge eiskalt zu: So machte Fennell seinen Eigentor-Lapsus mit dem 2:1 wett, als er eine Ecke aus drei Metern per Kopf ins Club-Gehäuse wuchtete (61.) Dabei gab die zögerliche Nürnberger Abwehr inklusive Keeper Benjamin Uphoff keine gute Figur ab: Niemand versuchte auch nur, den Stuttgarter zu stören. Herrlich anzusehen war der dritte Gästetreffer, als der eingewechselte Peter Sprung eine weite Flanke von Grüttner auf halbrechter Position aus etwa zehn Metern volley nahm und an den Pfosten des langen Ecks jagte, von wo aus der Ball zum 1:3 ins Tor sprang. Beide Teams hatten bis zum Ende zwar noch die eine oder andere (nicht übermäßig zwingende) Chance, doch nur dem ebenfalls eingewechselten Nicolas Görtler gelang noch ein Treffer: Auch er köpfte eine weite Freistoßflanke Klements zum 2:3 ein (81.).

FCN-Coach Wiesinger zeigte sich am Ende mit seinem Team ebenso zufrieden wie sein Stuttgarter Kollege Schuster. „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr diszipliniert gespielt, uns allerdings beim Ausgleich angestellt“, meinte der FCN-Coach und attestierte seinem Team, sich teuer verkauft zu haben. „Als wir in der zweiten Halbzeit tiefer stehen und schnell kontern wollten, haben wir das phasenweise gut gemacht.“ Lehrreich in Sachen Zweikampfhärte sei die Partie gegen den „verdienten Aufsteiger“ in jedem Fall gewesen, gerade angesichts der „enormen Wucht“, mit der die Stuttgarter gerade bei Standards zur Sache gingen. „Da müssen wir uns steigern“, sagte Wiesinger und hatte dabei wohl schon die nächste Saison im Blick, die er wohl erneut mit einem kräftig durcheinandergewirbelten Kader in Angriff nehmen wird.

Schuster hatte „ein ganz intensives Spiel“ gesehen, „in dem wir eines Meisters würdig auftreten wollten“. Dies sei auch gelungen, als er nach der Pause umstellte und mit zwei statt nur einem Stürmer attackieren ließ. „Nürnberg hat uns alles abverlangt und zu einem harten Fight gefordert – das fordert schon Respekt ab“, so der Ex-Profi, der mit Daniel Wagner einen der vielen Torhüter im Einsatz hatte, die ihre Grundausbildung beim FCN-Nachwuchs genossen haben. Am Rande der Partie gab Spielleiter Albert Üblacker bekannt, dass die Club-Amateure ihre Spiele auch in der kommenden Saison im Stadion austragen werden. 

Philipp Roser

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