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"Brüller der Woche": Mit einer 0:5-Klatsche zum Titel!

TSV Cadolzburg "sichert" sich die vorzeitige Meisterschaft - 08.05.2012 17:23 Uhr

Führte den TSV Cadolzburg zur nächsten Meisterschaft: Trainer Reinhold Fischer.

Führte den TSV Cadolzburg zur nächsten Meisterschaft: Trainer Reinhold Fischer. © Sportfoto Zink


Eigentlich hatte der Kreisligist TSV Cadolzburg allen Grund zum Jubel: Bereits fünf Spieltage vor dem Ende der Saison stand der TSV als Meister der Kreisliga fest – und das als Aufsteiger! Doch so richtige Feierstimmung wollte kurz nach dem Spiel am vergangenen Sonntag nicht aufkommen. Zu sehr schmerzte die eben erlittene, wenn auch für die Endabrechnung letztlich unbedeutende 0:5-Pleite beim abstiegsbedrohten SC Türk Genc. „Wenn man fünf Tore bekommt, tut das schon weh“, ärgert sich TSV-Coach Reinhold Fischer über den dürftigen Auftritt seiner Schützlinge, gleichwohl er den verdienten Heimerfolg des SC Tür Genc anerkennt.

Hatten die Cadolzburger im gesamten Saisonverlauf auswärts erst sieben Gegentreffer kassiert, waren es nun gleich fünf in einer Partie. Gleichzeitig hadert der TSV-Trainer aber auch mit der lockeren Spielleitung des Unpartteiischen. „Es ist dumm gelaufen. Der Schiedsrichter hat relativ viel von den Gastgebern laufen lassen.Schon vor der Halbzeit muss er zwei Spieler von Türk Genc vom Platz stellen – und in der 75. Minute einen von uns mit dunkelrot.“ So ließ sich der TSV vom hart attackierenden Sportclub den Schneid abkaufen. „Das hat sich meine Mannschaft selbst zuzuschreiben. Aber wer weiß, was passiert wäre, wenn wir richtig dagegengehalten hätten“, rätselt Fischer.

Nachdem der erste Ärger über die deutliche Klatsche verraucht ist, zeigt sich der Coach aber bereits wieder versöhnlich: „Vor der Saison haben wir gesagt: Wir wollen oben mitspielen. Dass wir die Liga dann so dominieren, hätte niemand gedacht. Die Mannschaft hat sich phasenweise fast in einen Rausch gespielt. Als langjähriger Übungsleiter habe ich es noch nicht erlebt, dass die Spieler auf jedes Training so gierig sind.“

Die 0:5-Pleite will Fischer demnach auch nicht überbewerten: „Ich war einfach niedergeschlagen, weil der Schiedsrichter die Spieler nicht geschützt hat. Er hat eine Linie eingeschlagen, von der er dann nicht mehr weg konnte. Vielleicht wäre es sonst sogar ein richtig schönes Spiel geworden.“

Nach der Partie konnten sich die TSV-Akteure jedenfalls kaum über die frohe Kunde aus Kalchreuth freuen. Dort war der zweitplatzierte FCK nicht über ein 1:1 gegen den ESV Rangierbahnhof hinausgekommen. Die uneinholbaren 16 Zähler Vorsprung bei noch fünf ausstehenden Partien bedeutenden für die Cadolzburger die sichere Meisterschaft. Doch statt Jubelarien erlebten die Meister-Spieler einen wütenden Trainer: „Ich habe sie in der Kabine richtig zusammengefaltet. Das war nicht meine Mannschaft.“

Kabinenparty soll steigen

Sogar die für den kommenden Sonntag geplante Kabinenparty wollte der Coach seiner Mannschaft untersagen. Wie schon im Vorjahr beim Aufstieg aus der Kreisklasse wollen die Cadolzburger auch diesmal ihre mittlerweile richtig komfortablen Umkleiden komplett fluten. Bis zu 80 cm hoch soll das Wasser dort nach Fischers Aussage im Vorjahr gestanden haben.

Die eigens von den Spielern ausgebauten Kabinen sollen nach dem Durchmarsch in die Bezirksliga nun ein ähnliches „Waterloo“ erleben. Mit Blick auf die grandiose Saisonleistung seiner Truppe hat der Trainer seinem Team das 0:5-Debakel fast schon wieder verziehen. Schmunzelnd weist er an: „Sollen sie das Scheißding doch fluten.“

Den Startschuss zu den Feierlichkeiten will Fischer freilich nur geben, wenn sein Team gegen den Tabellen-13. TSV Zirndorf einen Sieg einfährt, zumindest aber eine ordentliche Leistung abliefert. In seinem Bericht für das vereinseigene Stadionheft – so viel verrät er schon vorab – erklärt Fischer: „Ich habe unmissverständlich klargestellt: Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung. Zum einen für die Zuschauer, zum anderen, weil ich nicht nach einer Niederlage feiern will. Die Mannschaft ist es ihrem Trainer einfach schuldig, Flagge zu zeigen.“

 

Johannes Handl

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