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Der Regen schwemmt Dergahs Hoffnungen weg

Aufgrund zu häufiger Unentschieden steigen die Nürnberger wohl nicht direkt in die Bayernliga auf - 23.04.2012 07:00 Uhr

„Das ist sehr schade“: Auch die Ordnungsrufe des Torwarts und Trainers Turgay Karali konnten nicht verhindern, dass Dergahspor gegen Ansbach wieder einmal nur remis spielte.

„Das ist sehr schade“: Auch die Ordnungsrufe des Torwarts und Trainers Turgay Karali konnten nicht verhindern, dass Dergahspor gegen Ansbach wieder einmal nur remis spielte. © Hippel


Turgay Karali ist konsterniert. Mal wieder hat er kurz vor dem Ende einer Partie den Ball aus dem Netz fischen müssen. Mal wieder haben all die lauten Ordnungsrufe des Trainers, der bei Dergahspor auch im Tor steht, nichts genutzt. Mal wieder ist nach einer Führung am Ende nur ein Unentschieden herausgesprungen.

Es ist bereits das elfte in dieser Saison und es ist ein Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlen muss. „Schlimmer“, sagt Karali nach dem Spiel. Schlimmer als eine Niederlage? „Ich glaube, das war das achte Mal in dieser Saison, dass wir in den Schlussminuten noch den Ausgleich bekommen haben.“

Eigentlich waren die drei Punkte gegen Ansbach fest eingeplant, schließlich steht die Spielvereinigung wenige Runden vor Schluss im Tabellenkeller, und damit deutlich hinter Dergahspor. Ein weiterer Sieg im Nachholspiel gegen Ergolding am morgigen Dienstag, und Nürnbergs zweitbeste Mannschaft wäre wieder mittendrin gewesen, im Rennen um den direkten Bayernliga-Aufstieg. Im Zuge der Ligareform hätte in diesem Jahr sogar der achte Tabellenplatz ausgereicht, um die nächste Spielklasse zu erreichen. Weil aber auch bei der vermeintlichen Pflichtaufgabe nur ein Punkt herausgesprungen ist, stellt Karali alle Rechenspiele ein: „Das ist sehr schade, ich habe vor dieser Begegnung riesengroße Hoffnungen gehabt, aber darüber muss ich mir jetzt keine Gedanken mehr machen.“

Karalis Mannschaft hat zwei Gesichter: eines, das im Angriff freundlich lächelt und die wenigen Torchancen eiskalt nutzt, und eines, bei dem die Gesichtszüge in der Abwehr regelmäßig entgleisen. So zum Beispiel nach nur vier Spielminuten, als Karalis Abschlag direkt in den Füßen des Gegners landete, dieser aber das leere Tor verfehlte.

Im Sturm sind die Rot-Blauen dagegen fahrlässig — allen voran Top-Torjäger Akin Bölük: Seinen Freistoß in der 36. Minute konnte Ansbachs Torhüter zwar noch an den Pfosten lenken, doch beim zweiten Versuch in der 62. Minute ließ Bölük dem Keeper keine Chance. Zuvor hatte Berkan Caglar in der 14. Minute mit einem souverän verwandelten Elfmeter für die Führung gesorgt.

Ein Vorsprung, der eigentlich nur noch hätte verwaltet werden müssen, doch auf den Wolkenbruch in der 75. Minute folgte auch der Bruch im Spiel von Dergahspor. Nach einem Stockfehler in der Abwehr der Gastgeber gelang Ansbach in der 80. Minute der Anschlusstreffer, in der Nachspielzeit kassierte Dergahspor den Ausgleich.

Eigentlich stabil

„Wenn die Punkte schon auf dem Tisch liegen, musst du sie sofort nehmen“, sagt Karali und hadert vor allem mit den Kontern, die sein Team nach der 2:0-Führung nicht konsequent zu Ende gespielt hat. Und während vorne die Entscheidung verpasst wurde, begann hinten mit zunehmender Spieldauer wieder das Nervenkostüm zu flattern. „Eigentlich stehen wir sehr stabil, wir haben kaum Torchancen zugelassen“, ärgert sich Karali „aber ich habe eben eine junge Mannschaft, und ich glaube, dass sie mit diesen Drucksituationen einfach noch nicht so zurechtkommt.“

Noch mehr Erfahrung sammeln müssten seine Jungs, um weiter vorne mitspielen zu können. Dafür haben sie demnächst genügend Zeit, denn durch das Remis hat Dergah ein Relegationsspiel um die Bayernliga-Qualifikation fast schon sicher gebucht. 

VON SEBASTIAN GLOSER

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