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Derby-Krimi in der Nachspielzeit aus der Hand gegeben

SC Feucht unterlag in Schwabach 4:5 - 25.08.2012 18:41 Uhr

Illuminati nach Schwabacher Art: Nachdem die Nr. 32 und die Nr. 23 ein 3:0 für den SC Feucht herausgeschossen hatten, gab es eine dramatische Wende im zweiten Abschnitt, zu der die Natur beim Seitenwechsel eine fantastische Lichtkulisse beisteuerte. Hineinmontiert ein paar Aufreger aus dem Derby. Links Arthur Dutts Geschoss, mit dem der Schlagabtausch begann. Rechts oben Kevin Leidls erster vergeblicher Versuch gegen Kredel. Rechts unten Anastasios Kartalis (Nr. 10) legt sich den Ball zurecht zum 5:4.

Illuminati nach Schwabacher Art: Nachdem die Nr. 32 und die Nr. 23 ein 3:0 für den SC Feucht herausgeschossen hatten, gab es eine dramatische Wende im zweiten Abschnitt, zu der die Natur beim Seitenwechsel eine fantastische Lichtkulisse beisteuerte. Hineinmontiert ein paar Aufreger aus dem Derby. Links Arthur Dutts Geschoss, mit dem der Schlagabtausch begann. Rechts oben Kevin Leidls erster vergeblicher Versuch gegen Kredel. Rechts unten Anastasios Kartalis (Nr. 10) legt sich den Ball zurecht zum 5:4. © Montage: Götz


„Das war der wichtigste Sieg der Saison“ komprimierte ein Zuschauer die Gefühlslage der Gastgeber, während diese auf dem Rasen ihre Freude rausließen: Erstens der erste in dieser Saison, zweitens gegen Feucht und drittens mit so einer Moral. Die Mösle-Elf wiederum erlebte zum zweiten Mal binnen acht Tagen, wie man trotz einer 3:0-Führung ins Schwimmen geraten kann. Beim 4:3 gegen Schwarzenfeld war das gerade noch gut gegangen, doch da war nicht diese nachbarschaftliche Rivalität im Spiel, die den Schwabachern den Kick zu so einem Endspurt gab.

Der Ehrgeiz war in der ersten Hälfte noch die große Schwäche der Heimelf. Namentlich lässt sich das an Kevin Leidl festmachen, der – wie einige andere – auch schon das Trikot der Feuchter getragen hat. Er warf auf der rechten Seite alle Energie in die Waagschale, scheiterte aber zwei Mal freistehend an Torwart Kredel (32./44.). Jeweils kurz darauf schlugen die Feuchter zu, die ihr Spiel sehr sachlich aufzogen und mit einer 75-prozentigen Erfolgsquote die Leichtsinnstaten der Schwabacher bestraften.

 

 Bei der Ausnahme von der Regel erwischte es mit Arthur Dutt ausgerechnet einen der gefährlichsten Feuchter. Er setzte sich eins zu eins im Strafraum durch, sein Abschluss drehte sich aber haarscharf um den Pfosten (17.). Danach gingen die Gäste mit Gefühl für Rhythmus 3:0 in Führung: Eugen Probst, auch ein Ex-Feuchter, zwang Kredel zu einer ersten Parade, zwei Minuten später hieß es 0:1. Wolf luchst Tauch am Strafraumeck den Ball ab, Felix Spielbühler flankte und Oliver Skuza köpfte unerreichbar ins lange Eck (29.).

Nachdem Leidl aller Umständlichkeit im Schwabacher Angriff zum Trotz völlig frei vor Kredel aufgetaucht war, aber zu dankbar für den Keeper abgeschlossen hatte, ließ die Feuchter Lektion wiederum nur zwei Minuten auf sich warten. Bei einer weiten Flanke von rechts stand Wolf völlig frei und köpfte das 2:0 (34.). Um die Serie nicht zu durchbrechen, feuerte Schönweiß in der 43. Minute daneben.

Doch gleich darauf stimmte die Inszenierung wieder: Berger schickte Leidl steil, der hatte diesmal nicht ganz so freie Bahn, scheiterte aber erneut an Kredel (44.). In der Nachspielzeit tankte sich der SCF zu Grundlinie durch, den Querpass brauchte Skuza, der den auf der Bank schmorenden Nowak vertrat, zum 3:0 nur noch reinschieben.

Die Einwechslung von Schmitt nach der Pause wurde gerade über Lautsprecher bekanntgegeben, da markierte dieser mit seinem ersten Ballkontakt das 1:3. Beim 2:3 sah die Gäste-Abwehr auch nicht besonders gut aus, Wölfel kam aus 16 Metern frei zum Schuss und traf volley ins Netz. Fast hätte die Heimelf ihre Aufholjagd selbst gebremst, als Verteidiger Schaller mit einem missglückten Klärungsversuch das eigene Tor knapp verfehlte und Distler bei der anschließenden Ecke ebenfalls nicht traf (69.).

Zum 4:2 waren also noch ein paar Zutaten nötig. Dafür sorgte Trainer Klaus Mösle mit der Einwechslung von Nowak und Siedentopf. Die beiden sorgten im Duett in der 81. Minute für den vermeintlichen Siegtreffer. Doch mit dieser Szene wechselte das Glück die Seiten, Schwabach entdeckte den Zwei-Minuten-Rhythmus.: Reuß unterlief im Strafraum ein Handspiel, Kartalis verkürzte auf 3:4 (83.). Der eingewechselte Sebastian Walter, der normalerweise in der A-Klasse kickt, riskierte einen Schuss aus 25 Metern und traf flach genau neben den Posten (85.) – damit hatte es sich mit den Parallelen zum Schwarzenfeld-Spiel.

Nicht zu überbietende Dramatik in der Nachspielzeit: Die Feuchter reklamierten ein Handspiel in der Schwabacher Verteidigung. Der Schiri erkannte auf „angeschossen“ und ließ weiterlaufen. Berger schickte Eugen Probst steil. Der schien sich wieder einmal zu verfummeln, lockte aber zwei Verteidiger aus dem Zentrum und dort hatte Kartalis jede Menge Platz, um Maß zu nehmen für das 5:4. Der Schlussakkord hatte es ebenfalls in sich: Der in der 88. Minute für Wolf eingewechselte Ristovski kam gegen Memet einen halben Schritt zu spät. Der Keeper rettete seinem Team mit hohem Einsatz den Dreier.

Schwabach: Mehmet, Drescher, Schaller, Berger, Probst, Tauch (Walter), Kartalis, Roth (46. Schmitt), Leidl, Gündogan (23. Dziajlo), Wölfel.

Feucht: Kredel, Marx, Distler, Dutt (79. Siedentopf), Ruff, Spielbühler, Reuß, Schönweiß, Schulz, Skuza (72. Nowak), Wolf (88. Ristovski).

Tore: 0:1 Skzuza (29.), 0:2 Wolf (34.), 0:3 Skuza (45.), 1:3 (Schmitt), 2:3 Wölfel (69.), 2:4 Nowak (81.), 3:4 Kartalis (83. Handelfmeter), 4:4 Walter (85.), 5:4 Kartalis (91.).

Schiedsrichter: Florian Keppler (Auerbach). Zuschauer: 255. 

Paul Götz

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