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Die Deutsche Meisterschaft ist diesmal nicht so wichtig

FC Bayern Kickers Trainer Jasmin Halilic glaubt nach einem Sieg wieder an den Klassenverbleib und will Opfer bringen - 28.11.2011 11:00 Uhr

Kämpfen derzeit noch mit Orientierungsschwierigkeiten in einer ausgeglichenen Liga: Der FC Bayern Kickers (hellblaue Trikots) entschied — anders als diesen Zweikampf — den Vergleich mit dem Post-SV deutlich für sich.

Kämpfen derzeit noch mit Orientierungsschwierigkeiten in einer ausgeglichenen Liga: Der FC Bayern Kickers (hellblaue Trikots) entschied — anders als diesen Zweikampf — den Vergleich mit dem Post-SV deutlich für sich. © Horst Linke


„BaKi“, stimmte sich die Mannschaft im Kreis stehend wie vor jedem Spiel ein. Nur war es diesmal mehr Geflüster als Schlachtruf. Woher sollte die Entschlossenheit auch kommen? Wer sich ein bisschen für Amateurfußball in Nürnberg interessiert, weiß, dass die Bayern Kickers eine lange Verletztenliste zu beklagen haben. Letzte Woche gegen den FC Stein kamen nochmal vier Spieler dazu. Auch am Sonntag gegen den Post SV musste Physiotherapeutin Anna mehrmals mit ihrem Koffer auf den Platz eilen, nur standen die Spieler kurz darauf wieder. Lediglich einer musste aufgrund eines Wadenkrampfes ausgewechselt werden. Als ob es sinnbildlich für diese Mannschaft wäre, kehrte auf einmal das Glück zurück an die Neusorgstraße.

Gerade mal eine Minute war gespielt, da führten die Bayern Kickers auch schon, jedoch glich der SV nach einer knappen Viertelstunde aus. Danach wurde das Spiel bedeutend härter, nach einem Gerangel gab es gar jeweils eine Rote Karte für beide Mannschaften. In der zweiten Halbzeit war BaKi wieder in der Anfangsminute erfolgreich, danach verhinderten der glänzend aufgelegte Torwart Markus Bidner und Nachlässigkeiten im Abschluss des SV den Ausgleich. In der Nachspielzeit hatte Özkan Faruk noch genug Luft, um über den ganzen Platz zu rennen und zum 3:1-Endstand einzunetzen.

Wolfgang Lutz, Trainer des Post SV, war nach dem Abpfiff bedient: „Wir hatten in der zweiten Halbzeit ganz klar die besseren Möglichkeiten. Es ärgert mich, dass wir so ein Spiel verloren haben.“ Nun beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nur noch vier Punkte, für Lutz ist das aber noch lange kein Grund zur Besorgnis. Ob er Angst hat, dass sein SV plötzlich im Kampf um den Klassenverbleib vertreten ist? „Auf keinen Fall. Da stecken zwölf Mannschaften genauso mit drin. Im Laufe der Saison wird sich die Gerechtigkeit noch ausgleichen.“ Wenn man so will, würde das aber auch gleichzeitig bedeuten, dass bei BaKi alle verletzten Spieler wieder einsatzbereit sind. Kreuzbandrisse hin oder her. Für Trainer Jasmin Halilic kann es kaum gerecht sein, dass „pro Spiel immer acht bis zehn Spieler fehlen“, wie er selbst sagt.

Keine erneute Titeljagd

Da käme Halilic nun die Winterpause ganz gelegen, wenn doch nur nicht diese lästigen Hallenturniere wären, bei denen seine Mannschaft im Vorjahr mit hervorragenden Leistungen glänzte und im März 2011 sogar Vizemeister beim DFB-Futsal-Cup wurde. Solche Turniere bringen nämlich neben schönen Urkunden und Erinnerungen auch immer das Risiko mit sich, dass sich jemand auf dem harten Hallenboden böse verletzt. Und das könnten gerade die Bayern Kickers momentan überhaupt nicht gebrauchen.

Dementsprechend genervt reagiert Halilic auf das Thema Hallenfußball. Ja, seine Mannschaft spiele unter Dach gerne und gut, aber eine erneute Titeljagd? „Darauf kann ich gerne verzichten. Es wäre nicht schlimm für mich, wenn wir bei den Turnieren früh ausscheiden“, sagt Halilic. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, über neuerliche Erfolge in der Halle wieder Selbstvertrauen für die Aufholjagd in der Bezirksliga zu sammeln, das weiß Halilic selbst, trotzdem hätte er lieber ein bisschen mehr Pause: „Wir müssen uns erholen. In der Halle lasse ich nur die wirklich Kerngesunden spielen.“

So oder so bewertet Halilic das Tabellenbild ganz anders als Trainerkollege Lutz. „Ich sehe das ganz realistisch. Wir sind jetzt sechs Punkte von Platz 12 entfernt, das bedeutet einfach zwei Siege“. Da wusste er aber noch nicht, dass die Spielvereinigung Hüttenbach (Platz 12) ebenfalls gewonnen hat und weiterhin neun Punkte Vorsprung auf BaKi hat. Vielleicht wäre sonst der Jubel über das 3:1 in der Nachspielzeit ebenso leise wie der Schlachtruf ausgefallen. 

VON MARCEL STAUDT

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