13°C

Dienstag, 02.09. - 11:35 Uhr

E-Mail:


zum Thema

„Die Truppe hat Sensationelles geleistet“

Der TSV Buch und Trainer Frey feiern den Aufstieg in die Landesliga - 11.05.2012 07:00 Uhr

Erst die bisweilen schmerzhafte Arbeit, dann das Vergnügen: Mit einem 1:0-Sieg bei der TSG 08 Roth (unser Bild) machte der Bezirksoberliga-Neuling TSV Buch (unten) vergangene Woche den Aufstieg in die neue Landesliga perfekt.

Erst die bisweilen schmerzhafte Arbeit, dann das Vergnügen: Mit einem 1:0-Sieg bei der TSG 08 Roth (unser Bild) machte der Bezirksoberliga-Neuling TSV Buch (unten) vergangene Woche den Aufstieg in die neue Landesliga perfekt. © Salvatore Giurdanella


Zur Erinnerung: Als „Vize“ hinter dem ASV Vach ist der TSV Buch im vergangenen Sommer in die Bezirksoberliga aufgestiegen. Und nicht wenige hatten die Nürnberger Nordstädter gleich auf dem Zettel der „Abstiegsfavoriten“. Eine zweifelhafte Ehre, welche einerseits fast jedem Neuling zuteil wird. Andererseits konnte man die Bucher auch nicht wirklich einschätzen. Mit einem – im Vergleich zur teils namhaften Konkurrenz – „No-Name-Team“ startete der TSV in seine neue Umgebung. Auch bedingt durch einen günstigen Spielplan (die ersten Gegner waren die späteren Absteiger Ansbach und Wendelstein) gelangen postwendend zwei Siege, hinzu kam die Aufstiegseuphorie. „Wir waren nach diesem Saisonstart auf der Welle oben und sind nie wieder runter gekommen“, blickt „Landi“ Frey zurück, der darauf verweist, dass seine Mannschaft immer unter den ersten Sechs platziert war.

Was letztlich ja das ausschlaggebende Kriterium war. Durch die Spielklassenreform wird die Bezirksoberliga wie mehrfach berichtet nach dieser Saison abgeschafft, die ersten sechs Teams der BOL steigen deshalb direkt in die neue fünfgleisige Landesliga auf. Kann man unter diesen Vorzeichen den Durchmarsch überhaupt als Aufstieg bezeichnen? Klar, meint der Trainer, „wir sind immerhin als Neuling gestartet und die Truppe hat für mich Sensationelles geleistet“.

Am Abend war dann Feierstimmung im Sportheim angesagt. Trainer Frey (rechts) bewunderte auch die „Quetschn“-Fähigkeiten von Larry Small.

Am Abend war dann Feierstimmung im Sportheim angesagt. Trainer Frey (rechts) bewunderte auch die „Quetschn“-Fähigkeiten von Larry Small. © oh


Entsprechend wurde auch gefeiert. Nach dem eigenen Sieg und den anderen Ergebnissen knallten noch auf dem Platz die Korken, anschließend ging es ins TSV-Sportheim. „Wir haben schon den ein oder anderen Meter getrunken“, berichtet Frey, von einer Feiergesellschaft in der Kegelbahn hat sich dann noch ein „Quetsch’n“-Spieler eingefunden. „Dem hat es bei uns offensichtlich besser gefallen“, meint der 43-Jährige schmunzelnd. Wie es bei der Aufstiegsfeierei um die Disziplin bestellt war, lässt sich im Nachhinein nicht mehr ermitteln. Sie ist aber eine der Tugenden, die „Landi“ Frey neben der Einsatz- und Laufbereitschaft als eine der entscheidenden Stärken seiner Truppe ausgemacht hat.

Denn spielerisch gibt es in der BOL sicherlich bessere Mannschaften als die Bucher, doch im Fußball zählen eben auch andere Tugenden. „Mein ehemaliger Trainer Dieter Nüssing hat immer gesagt, eine Mannschaft die ihre Zweikämpfe gewinnt und 90 Minuten Gas gibt, kann auch gegen fußballerisch bessere Mannschaften bestehen“, sagt der Ex-Club-Amateur Frey. Bestätigt haben Kapitän und Torjäger Udo Brehm (bislang 19 Treffer) und Co. diese Aussage in den vergangenen Wochen und Monaten.

Speziell zu Hause. Stolze elf Heimsiege feierte der TSV, der zum Saisonausklang noch in Seligenporten und gegen Baiersdorf ran muss, am Wegfeld. Neben einem Unentschieden setzte es nur zwei Niederlagen vor heimischem Publikum. Dennoch, würde Roland Frey das Haar in der Suppe suchen wollen, würde er jenen Teil des Bucher Umfeldes nennen, der nach einer kleinen Durststrecke im April zu Zaudern begann. Zwei Niederlagen und ein Remis lautete da die magere Bilanz. Was sich für den Trainer aber schnell relativiert. „Da haben wir auch gegen das Spitzentrio gespielt. Ich habe nie an den Jungs gezweifelt, sie hätten da mehr Vertrauen verdient gehabt“, betont Frey, der von diesem kleinen Abstecher in den allzu bekannten fränkischen Pessimismus abgesehen mit den Gegebenheiten in Buch aber sehr zufrieden ist.

Auch wenn die neue Spielklasse nun Landesliga heißt, werden sie dort ihren Weg weitergehen. Der zum einen lautet, auf eigene Spieler zu setzen. Allzu groß wird sich der Kader nach momentanem Stand der Dinge nicht verändern. Rainer Aubaret lässt seine Laufbahn in der zweiten Mannschaft ausklingen, Marco Zitzmann muss die Torhüterhandschuhe aus beruflichen Gründen an den Nagel hängen. Der Ersatz steht bereits fest, aus der eigenen Jugend rückt Kevin Kosuchowski nach (Frey: „Ich habe in diesem Alter selten so einen talentierten Torwart gesehen.“).

Zum anderen bedeutet der Bucher Weg aber auch: keine finanziellen Aufwendungen für Spieler. „Bei uns gibt es kein Grundgehalt und keine Prämien, auch kein Spritgeld, weil die meisten eh nur zehn Minuten zum Sportplatz haben“, sagt Frey. Den Sponsoren, die beispielsweise für Mannschaftsessen oder Ausrüstung sorgen, widmen sie in Buch aber dennoch ein dickes „Dankeschön“. 

Mathias Hochreuther

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.