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Eine unendliche Geschichte in Johannis

Neu ist nur der Trainer der „83er“, der Vorsitzende dagegen ein Dauerbrenner - 04.05.2012 11:00 Uhr

Dauerbrenner:  Hans-Christoph Päch (links) geht nach über 31 Jahren als erster Vorsitzender in eine neue Amtszeit beim TSV, seine Gattin  Karola (daneben) ist die neue Schriftführerin, Sohn Constantin (Fünfter von links) der neue zweite Vorsitzende. Weiter von links: Rudi Fuchs (dritter Vorsitzender), Lieselotte Conrad (60 Jahre Mitglied), Heinz Schäfer (60), Petra Fuchs (25), Werner Wiehl (60), Helga Wächter (25), Dieter Hollfelder (40), Christa Seith (40), Kassier Andreas Ernstberger, Doris Hartung (40).

Dauerbrenner: Hans-Christoph Päch (links) geht nach über 31 Jahren als erster Vorsitzender in eine neue Amtszeit beim TSV, seine Gattin Karola (daneben) ist die neue Schriftführerin, Sohn Constantin (Fünfter von links) der neue zweite Vorsitzende. Weiter von links: Rudi Fuchs (dritter Vorsitzender), Lieselotte Conrad (60 Jahre Mitglied), Heinz Schäfer (60), Petra Fuchs (25), Werner Wiehl (60), Helga Wächter (25), Dieter Hollfelder (40), Christa Seith (40), Kassier Andreas Ernstberger, Doris Hartung (40). © Sporftoto Zink


Das Halali der Funktionstätigkeit des 66-jährigen Rechtsanwalts war praktisch bereits eingeläutet, es war auch schon in der Vereinszeitung als schier unumstößliche Tatsache verkündet worden, ehe alles anders kam. Päch, der das Amt im November 1980 von Loni Rauscher übernommen hatte, macht weiter, nimmt künftig sogar seinen Sohn Constantin (bisher Schriftführer) als zweiten Vorsitzenden und seine Frau Karola als Schriftführerin mit ins Boot. Und so wird die „unendliche Geschichte Päch-Johannis 83“ um noch mindestens ein weiteres zweijähriges Kapitel erweitert werden. Dabei ist Päch nicht einmal ein „Ur-Johanniser“, ist er doch in Bad Ischl in Österreich geboren.

Dass sich das Schiff der „83er“ in der jüngsten Vergangenheit immer in ruhigen Gewässern bewegte, werden sie am Zeisigweg nicht behaupten können – doch waren und sind es vor allem alltägliche Schwierigkeiten, mit denen ein Verein eben so zu kämpfen hat. Finanziell hat der TSV 1883, wie nicht wenige andere Klubs wohl auch, ständig zu kratzen; von ehemals über tausend Mitgliedern sind nur noch 770 (Stand 31.12.2011) übriggeblieben, was im Vergleich zu 2010 sogar ein leichtes Plus von 17 Mitgliedern bedeutet. Der alte und neue Kassier Andreas Ernstberger kündigte schon mal an, weiterhin jeden Euro zwei- oder sogar dreimal umdrehen zu wollen – oder besser gesagt: zu müssen.

Hans-Christoph Päch schaffte in all der Zeit den Spagat, wobei ihm in den vergangenen Jahren die zweite Vorsitzende Gundi Conrad und der dritte Vorsitzende Rudi Fuchs stets den Rücken freihielten. Gundi Conrad indes stellte sich nicht mehr zur Wahl; nach dem Tod ihres Mannes Bernd (früherer Bayernliga- und Landesligafußballer bei Jahn Forchheim, BSC Erlangen und ASV Zirndorf sowie Spieler und Trainer beim TSV) im Oktober 2011 habe sie nicht mehr die Kraft, um dieses Amt weiter auszuüben, sagte sie. Und auch bei Päch wäre die Amtsmüdigkeit nach so vielen Jahren nur allzu verständlich gewesen.

Die Wende kam, als sich Sohn Constantin, der mit dem Vater eine Rechtsanwaltskanzlei in Nürnberg betreibt, als zweiter Vorsitzender zur Verfügung stellte. „Da konnte ich meinen Sohn doch nicht alleinlassen“, begründete Päch senior den Mitgliedern (die diese Entwicklung natürlich erfreut zur Kenntnis nahmen) seinen Meinungsumschwung und hängte noch mal eine Amtszeit dran. Überflüssig zu erwähnen, dass es für alle Gewählten lediglich die ein oder andere Enthaltung oder Gegenstimme in einer harmonischen Versammlung gab.

Johannis hat aber auch noch andere „Stars“ zu bieten. So halten Lieselotte Conrad, Gundi Conrads Schwiegermutter und langjährige Turn-Übungsleiterin, sowie Heinz Schäfer und Werner Wiehl dem TSV nun schon seit 60 Jahren die Treue. Und für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Elisabeth Tiefel, Elisabeth Schilling und Karl Leis zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Leichte Turbulenzen hatte es über die Jahreswende in der Fußballabteilung gegeben, als der langjährige Trainer Thomas Diem das Ende seiner Tätigkeit zum Saisonschluss im Sommer angekündigt hatte, die Abteilungsleitung aber schon in der Winterpause eine neue Lösung herbeiführte. „Zum Glück“ habe man sich einigen können, und das leidige Thema sei nun aus der Welt geschafft, führte Päch in seinem Bericht aus.

Ein Königreich für einen Stürmer: Peter Meier, Trainer der Kreisligafußballer, muss Woche für Woche seine Mannschaft ändern.

Ein Königreich für einen Stürmer: Peter Meier, Trainer der Kreisligafußballer, muss Woche für Woche seine Mannschaft ändern. © Sportfoto Zink


Peter Meier, der neue Mann auf der Trainerbank der Kreisliga-Fußballer, hat sich mit zwei Siegen und zwei Unentschieden gleich gut einführen können. In den vergangenen beiden Spielen allerdings machten sich die Personalsorgen – vor allem der verletzte Torjäger Paul Strobel sowie der ebenfalls verletzte Allrounder Markus Lang werden an allen Ecken und Enden vermisst – bemerkbar: Meier musste die Mannschaft quasi Woche für Woche umstellen, und so ging die Truppe um Spielführer Michael Walter zuletzt in Raitersaich und gegen Burgfarrnbach leer aus. Während sich die „Erste“ mit elf Siegen und elf

Niederlagen im Niemandsland der Tabelle befindet (am Sonntag geht es zum starken SC Worzeldorf), hat die Reserve noch Chancen auf den Aufstieg in die Kreisklasse, auch wenn sie zuletzt das Spitzenspiel gegen Burgfarrnbach II mit 0:3 verlor.

Der 44-jährige Meier, der in der Landesliga für den ASV Zirndorf und den TSV Südwest und danach noch für den SV Weiherhof und den TSV 61 Zirndorf spielte, hat sich vorerst bis Juni 2013 an die „83er“ gebunden. „Im Verein und im Umfeld passt alles“, fühlt er sich sichtlich wohl, doch eine derartige Verletztenmisere wie im Moment in Johannis habe er selten erlebt, erklärt er: „In der Offensive fehlt es derzeit an allen Ecken und Enden.“

Den einen oder anderen Tabellenplatz möchten der neue Übungsleiter und sein Team im Saisonendspurt trotzdem noch gutmachen – und im neuen Spieljahr wollen die Johanniser dann mit neuem Schwung neu angreifen: „Mein Ziel ist ein Platz im vorderen Mittelfeld“, hat sich Peter Meier schon mal festgelegt. 

Hermann Hempel

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