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„Etwas Neues wird erst mal immer kritisch gesehen“

Johannes Maciejonczyk, Betreuer der Landesliga Nordost, ist der jüngste Spielgruppenleiter auf Verbandsebene - 21.07.2012 17:00 Uhr

Mit dem Derby zwischen dem TSV Buch (links mit Giovanni Marciano) und dem ASV Vach (Marco Jakl) sowie der gleichzeitigen Partie zwischen Dergahspor und Bruck II ist die neue Landesliga Nordost auch aus Nürnberger Sicht in ihre erste Saison gestartet.

Mit dem Derby zwischen dem TSV Buch (links mit Giovanni Marciano) und dem ASV Vach (Marco Jakl) sowie der gleichzeitigen Partie zwischen Dergahspor und Bruck II ist die neue Landesliga Nordost auch aus Nürnberger Sicht in ihre erste Saison gestartet. © Sportfoto Zink


Der langjährige Schiedsrichter ist bereits seit zehn Jahren als Funktionär im Bayerischen Fußball-Verband tätig und zugleich Vorsitzender seines Heimatvereins TSV Burgebrach im Landkreis Bamberg. Der NZ hat Maciejonczyk sein erstes Interview in seinem neuen Amt gegeben.

NZ: Herr Maciejonczyk, Ihre Spielklasse, die Landesliga Nordost, ist diese Woche in die neue Saison gestartet, welches Spiel haben Sie sich denn herausgepickt?

Johannes Maciejonczyk: Ich war am Dienstag beim Eröffnungsspiel zwischen der SpVgg Oberkotzau und dem SV Thiersheim. Das Spiel ist leider Opfer des schlechten Wetters geworden, das geplante Event außen herum ist deshalb ins Wasser gefallen. Sportlich gesehen war es ein typisches Eröffnungsspiel, folgerichtig ging es 0:0 aus.

NZ: Die Spielleiterposten wurden nach der Spielklassenreform in Bayern vor dieser Saison neu verteilt, wie sind Sie denn zu Ihrem Amt gekommen?

Maciejonczyk: Der Verbandsspielausschuss hat mich angesprochen. Ich persönlich finde, für einen jungen Menschen ist es immer eine reizvolle Geschichte, dabei zu sein, wenn etwas Neues angestoßen wird.

NZ: Die Einteilung der fünf neuen Spielklassen verlief gerade aus mittelfränkischer Sicht nicht ohne Komplikationen. Wie hektisch waren für Sie die Tage rund um dieses Treffen in Wendelstein (die NZ berichtete ausführlich), und wie bewerten Sie das Ergebnis?

Johannes Maciejonczyk, Spielleiter Landesliga-NO

Johannes Maciejonczyk, Spielleiter Landesliga-NO


Maciejonczyk: Ich war zwar bei dem Treffen damals in Wendelstein nicht dabei, aber grundsätzlich waren das schon bewegte Tage. Die neue Ligenstruktur ist eben losgelöst von den Bezirken, deshalb gab es verschiedene Denkmodelle. Es hat sich herauskristallisiert, dass irgendwo die Grenzen zu ziehen sind. Auch wenn es für manche unangenehm ist, einzelne Vereine sollten einfach über den jeweiligen Tellerrand hinausblicken. Jedem gerecht zu werden, kommt der Quadratur des Kreises gleich. Deshalb halte ich die jetzige Lösung für eine tragfähige.

NZ: Durch den kurzfristigen Wechsel vom FC Burgkunstadt und dem SV Friesen ist die Nordost-Staffel nun eine 20er-Liga. Alles andere als optimal oder?

Maciejonczyk: Richtig, wobei die Gründe für den Einspruch von Burgkunstadt und Friesen nachvollziehbar sind. Die kürzesten Strecken sind laut Spielordnung zu berücksichtigen. Jetzt haben wir eben die 20-er Liga. Wir werden damit zurechtkommen, wenngleich es ein Mammutprogramm ist, keine Frage.

NZ: Drei Direktabsteiger, drei Relegationsteilnehmer – wie groß war der Aufschrei der Vereine?

Maciejonczyk: Wir haben uns ja mit den Vereinen zusammengesetzt. Grundsätzlich ist das Ganze positiv bewertet worden. Die Alternative hätte geheißen, mehr feste Absteiger. Deshalb war es uns im Verbandsspielausschuss wichtig, alle Ligen gleich zu behandeln, also überall drei feste Absteiger. Der Tabellen-15. der Landesliga Nordost hat zudem in der ersten Relegationsrunde, die wieder im Europapokalmodus mit Hin- und Rückspiel gespielt wird, ein Freilos.

NZ: Wie schätzen Sie denn die neu zusammengestellte Liga im Allgemeinen ein?

Maciejonczyk: Der Großteil der Vereine hat keine Landesligaerfahrung, auf der anderen Seite gibt es etablierte Landesligamannschaften wie Weiden oder Friesen. Da treffen schon zwei Welten aufeinander, diese gilt es jetzt zusammenzufügen. Ich glaube aber schon, dass die kleineren Vereine mithalten und die vermeintlichen Favoriten im Lauf der Saison ärgern können.

NZ: Einen großen Teil der neuen Landesligen bilden wie erwähnt die Mannschaften der Bezirksoberligen, die ja abgeschafft wurden. Für diese Vereine gelten nun aber die Richtlinien des Verbandes. Auf welche Änderungen mussten sich die Vereine denn einstellen?

Maciejonczyk: Die prägnanteste Änderung ist sicherlich der elektronische Spielberichtsbogen, da werden der ein oder andere Verein und die Verantwortlichen sicher noch etwas zu tun haben. Eingeführt ist er eigentlich mit dem ersten Spiel, wir haben den Vereinen aber ein Zeitfenster bis Weihnachten offengelassen, um sich entsprechend darauf vorzubereiten. Beispielsweise spielt Österreich oder Tschechien bis in die unterste Liga mit dem elektronischen Spielberichtsbogen, da sollten wir das doch auch hinbekommen. Wenn es funktioniert, ist es für die Vereine zudem eine Erleichterung.

NZ: Es gibt aber ja noch mehr Änderungen: Ordnungsdienst, Sicherheitsspiele, Getränke aus Bechern statt aus Flaschen. Sind diese Maßnahmen wirklich alle notwendig?

Maciejonczyk: Wenn etwas neu ist, wird es erst mal immer kritisch gesehen, das ist mir klar. Aber der Aufschrei ist vor allem dann groß, wenn etwas passiert. Von daher ist es gerade auf Verbandsebene nötig, dass eine gewisse Organisation und gewisse Sicherheitsrichtlinien da sind. Diese Ligen sind ja auch die Aushängeschilder des Verbandes. Was die Richtlinien angeht, ist aber, denke ich, mit Augenmaß agiert worden, wir sind ja nicht in der Regionalliga. Keinerlei Toleranz wird es aber bei Pyrotechnik geben, das möchte ich auch deutlich sagen, das wird keinesfalls geduldet.

NZ: Welchen Verlauf muss denn die Saison nehmen, damit Sie ruhigen Gewissens sagen können, es war eine erfolgreiche?

Maciejonczyk: Wir haben natürlich ein Mammutprogramm mit unseren 38 Spieltagen. Wenn ich an unsere oberfränkischen Winter denke, hoffe ich, dass wir da relativ problemlos durchkommen. Aber das haben wir nicht selbst in der Hand. Was wir aber selbst in der Hand haben, ist die Kommunikation mit den Vereinen, und das läuft aus meiner Sicht bislang optimal. 

Fragen: Mathias Hochreuther

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