9°C

Donnerstag, 17.04. - 12:10 Uhr

E-Mail:


zum Thema

FV Wendelstein vor ungewisser Zukunft

Rücktritt von Trainer Hendrik Baumgart war nur der Anfang — Veränderungen auch in den Führungsgremien - 11.04.2012 06:00 Uhr

Nicht einmal ein Jahr ist seit diesem Foto vergangen. Ausgelassen feierte Hendrik Baumgart im Juni 2011 in Schnaittach nach dem Sieg über den ASV Pegnitz mit seinen Schützlingen den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Am Karsamstag, nach der Niederlage in Ansbach, legte er sein Traineramt nieder.

Nicht einmal ein Jahr ist seit diesem Foto vergangen. Ausgelassen feierte Hendrik Baumgart im Juni 2011 in Schnaittach nach dem Sieg über den ASV Pegnitz mit seinen Schützlingen den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Am Karsamstag, nach der Niederlage in Ansbach, legte er sein Traineramt nieder. © Schmitt


Es war ja irgendwie absehbar. Immer wieder beklagte Hendrik Baumgart in dieser Saison die verzwickten Umstände rund um die erste Mannschaft. In diesem Zusammenhang kann man ruhig bis in die vergangene Spielzeit zurückgehen. Erst durch glückliche Umstände gelang als Dritter der Bezirksliga Süd der Sprung in die BOL. Den durch den Aufstieg von Dergahspor in die Landesliga frei gewordenen Platz in der Bezirksoberliga sicherte man sich in einem gewonnenen Entscheidungsspiel gegen den ASV Pegnitz in Schnaittach. Als sich mit Daniel Tempcke und Torjäger Marco Bömoser zwei Leistungsträger verabschiedet hatten, galt der FV in der neuen Spielklasse ohnehin als sicherer Absteiger.

Mangelnde Einstellung

Sportlich taten sich die Wendelsteiner dann auch schwer, zudem bemängelte Hendrik Baumgart bereits frühzeitig die mangelnde Einstellung bei einem Teil seines ohnehin recht kleinen Kaders: „Es sind zu wenige in der Mannschaft, die das Ganze richtig durchziehen wollen.“ Die Niederlage am vergangenen Karsamstag im Kellerduell beider SpVgg Ansbach II, als sich Baumgart als zweiter Ersatzspieler selbst einwechseln musste, brachte das Fass dann endgültig zum Überlaufen.

„So macht das Ganze keinen Sinn mehr. Ich will keinem Spieler Böswilligkeit unterstellen, aber manche sind einfach gedankenverloren“, erklärte der 34-jährige A-Lizenz-Inhaber diplomatisch und zog nach etwas mehr als zwei Jahren einen Schlussstrich. Bei der Heimpleite gegen Woffenbach am Ostermontag, die den Abstieg so gut wie besiegelte, saß bereits Abteilungsleiter Steven Heyer auf der Bank.

„Ein Armutszeugnis“, schimpfte FV-Präsident Gerard Monin, „enttäuschend“ kommentierte Steven Heyer. Jedoch galten diese deutlichen Worte nicht dem nunmehr Ex-Trainer, sondern der Mannschaft. „In der Vergangenheit bin ich in ähnlichen Situationen als Trainer eingesprungen“, betont Monin, „ich finde aber, Hendrik hat seine Sache ganz ausgezeichnet gemacht, und deshalb habe ich dieses Mal auch abgelehnt.“

„Ich habe mich auch nicht darum gerissen, aber es sind sieben, acht Spieler dabei, die es verdient haben, dass man die Saison vernünftig zu Ende bringt“, sagt Steven Heyer, der bis zum Saisonende das Kommando übernimmt. Dann ist aber auch für ihn Schluss – und zwar auch als Abteilungs- und Spielleiter. Zudem hört auch sein Vater Bernd als Co-Trainer und Coach der zweiten Mannschaft auf.

„Der Schritt von Hendrik ist für mich nachvollziehbar und die logische Konsequenz aus den letzten Wochen und Monaten“, meint Steven Heyer, „ich habe selber lange genug Fußball gespielt und keinen so guten Trainer gehabt. Aber das haben einige Spieler nicht begriffen. Und dann ist es für einen Trainer, der erfolgsorientiert arbeiten will, schwierig. Aber wenn du nichts zahlen kannst, fehlen dir auch die finanziellen Druckmittel.“

Richtungsweisende Tagung

Somit muss Gerard Monin nun also nicht nur einen neuen Trainer für die erste Mannschaft suchen, sondern auch gleichzeitig einen neuen Coach für die zweite Garnitur (A-Klasse) samt Abteilungs- und Spielleiter. „Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht“, meint dazu der FV-Präsident, der außerdem auf eine wahrscheinlich richtungsweisende Mitgliederversammlung des Gesamtvereins am 20. April verweist. Mit Stephan Otto und Reinhold Felßner hören nämlich dann zwei Mitglieder des 5-köpfigen FV-Präsidiums, dem neben Monin auch noch Thorsten Otto und Otto Löprich angehören, auf. An diesem Donnerstagabend will Monin außerdem ein Gespräch mit der Mannschaft führen, um hier etwas Planungssicherheit zu bekommen.

„Ein Umbruch steht an, das muss aber auch sein“, bilanziert Ex-Trainer Hendrik Baumgart. Er selbst will alles Weitere auf sich zukommen lassen. Eines steht für ihn aber jetzt schon fest: Wenn er woanders ein Traineramt übernimmt, soll es dort auch „leistungsorientiert“ zugehen. 

MATHIAS HOCHREUTHER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Captcha

Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.