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Mitreißende Kicker trotzten dem Regen

Areva-Cup des Clubs war erneut ein Erfolg - 03.06.2013 10:55 Uhr

Überschwänglicher Jubel des Talentteams Türkei: Hier war der Siegerpokal des Areva-Cups noch heil, eine Sekunde später fehlte seinem Deckel die Spitze.

Überschwänglicher Jubel des Talentteams Türkei: Hier war der Siegerpokal des Areva-Cups noch heil, eine Sekunde später fehlte seinem Deckel die Spitze. © Sportfoto Zink


Doch nicht nur das Wetter bescherte nach vier Sonnenjahren ein Novum, sondern auch das Endspiel um den Siegerpokal: Erstmals standen sich mit dem Nachwuchs von Paris St.Germain und dem „U14“-Talentteam der Türkei (einer verkappten Nationalmannschaft, die es in dieser Altersklasse aber noch nicht gibt) zwei ausländische Teams gegenüber. Und das völlig zu Recht, waren die beiden Finalisten doch die spielstärksten aller 16 Teams. Wobei die jungen Franzosen sich in allen vorangegangenen Partien auch als die abgezockteste Truppe erwiesen hatten, doch zum Abschluss trafen sie trotz mehrerer guter Möglichkeiten einfach nicht ins türkische Tor, so dass am Ende das Elfmeterschießen entscheiden musste.

Und da hatten die jungen Türken einen Torhüter, der mit einem gehaltenen Strafstoß das Spiel ebenso entschied, wie er zuvor schon im Viertelfinale beim Elfmeterschießen gegen den FSV Mainz 05 durch eine ähnliche Aktion die Entscheidung herbeigeführt hatte. Im Endspiel musste der knapp 1,90 Meter große Hüne (einige Spieler waren fast zwei Köpfe kleiner), der erst Mitte der Partie für seinen verletzten Keeperkollegen eingewechselt worden war, behandelt werden. Ihn plagten Wadenkrämpfe, die ihm bereits in der regulären Spielzeit zu schaffen machten.

Platz sechs belegte der 1.FC Nürnberg als Gastgeber, hier in Person von Nico Geyer (im weißen Trikot).

Platz sechs belegte der 1.FC Nürnberg als Gastgeber, hier in Person von Nico Geyer (im weißen Trikot). © Zink


Vielfach traute man seinen Augen nicht, welch rasante Spielzüge mit Direktpässen die Spieler des Jahrgangs 1999 zeigten, welch taktische und technische Finesse sie schon in so jungen Jahren an den Tag legten. Energische Zweikampfführung ist ihnen nicht fremd, wie viele deftige, manchmal auch übertrieben harte Duelle Mann gegen Mann demonstrierten. Übertrieben hat dabei jedoch nur ein Akteur von Rapid Wien, der am Schnittpunkt von Mittel- und Außenlinie einen Leverkusener von hinten von den Beinen holte, als der Ball schon wieder weg war. Die logische Konsequenz: die einzige Rote Karte des Turniers mit insgesamt immerhin 58 Spielen.

Ringsum waren zufriedene Gesichter zu sehen, darunter auch das von Club-Trainer Tobias Ochsenkühn. Dessen Team konnte zwar nicht an Rang zwei von 2012 anknüpfen, zeigte insgesamt aber durchaus überzeugende Leistungen. Gegen Paris zogen sich die jungen Nürnberger mit 0:1 höchst ordentlich aus der Affäre (das erneute Aufeinandertreffen im Viertelfinale endete 0:2), und im Spiel um Platz fünf lag es allein an der Chancenverwertung (inklusive eines Pfostentreffers), dass Mainz wie schon in der Vorrunde gewann.

Rainer Zietsch, der Nachwuchschef des 1.FC Nürnberg, hatte jedenfalls allen Grund, auch in diesem Jahr ein überaus positives Fazit zu ziehen. Mit Ausnahme eines Punktes: „Mir fehlen die Worte“, war sein Kommentar zum Wetter, das vielen auf die Laune schlug, die Stimmung rings um die Plätze aber nicht vermiesen konnte. „Wir haben viermal Glück gehabt, diesmal hat es uns richtig erwischt“, brachte es Zietsch auf den Punkt, nachdem er die Sprache wiedergefunden hatte. „Sportlich gesehen war es wieder ein hochinteressantes Turnier, es waren super Mannschaften da, super Spieler – es macht trotzdem Spaß, den Jungs hier zuzuschauen“, übertrieb der Nürnberger NLZ-Leiter keineswegs, als er von „außergewöhnlich gutem Fußball“ sprach. Schließlich formulierten es viele Trainer ähnlich, ob hiesige oder internationale.

Wacker agierten die heimischen Teams, hier der ASV Neumarkt (in Gelb) beim 1:1 gegen die neuseeländischen Wynrs.

Wacker agierten die heimischen Teams, hier der ASV Neumarkt (in Gelb) beim 1:1 gegen die neuseeländischen Wynrs. © Zink


Zufrieden waren auch die Teams aus der Region und ihre Verantwortlichen: Der FSV Bruck belegte nach ordentlichem Auftreten und respektablen Spielen als bestplatzierte heimische Mannschaft Platz 13, der ASV Neumarkt direkt dahinter hielt sich mit einem 2:0-Sieg gegen die Erlanger schadlos. Kuriosum am Rande: Beide Tore waren verwandelte (und berechtigte) Foulelfmeter - dazu setzten die Brucker "ihren" Foulelfmeter an den Pfosten.

Und dann war da ja noch die Geschichte mit dem Siegerpokal: Wie schon im vergangenen Jahr schaffte es das Siegerteam, die Trophäe – trotz eindringlicher Vorwarnung – direkt nach der Übergabe zu köpfen: Im Überschwang der Gefühle stemmten die jungen Türken den Pokal mit vereinten Kräften in die Höhe – doch dort war die niedrig hängende Decke des Trucks im Weg, auf dem die Sieger gehert wurden. Und so knickte das Oberteil des „Pokaldeckels“ angesichts der frei gewordenen Energie und brach schließlich ab - eine Erfahrung, die Titelverteidiger Borussia Dortmund bereits 2012 gemacht hatte. Dem Ruf des Areva-Cups als bestem Turnier in Deutschland in dieser Altersklasse dürfte diese Randerscheinung nicht geschadet haben. Schließlich äußerten mehrere der ausländischen Teams den Wunsch, 2014 wieder dabei sein zu dürfen.

Areva-Cup 2013

Finale: Talentteam Türkei – Paris St. Germain 5:3 n.E. (0:0); Halbfinale: Paris – Borussia Dortmund 6:0, Talentteam Türkei – Bayer Leverkusen 1:0.

Endstand: 1. Talentteam Türkei, 2. Paris St. Germain, 3. Bayer Leverkusen, 4. Borussia Dortmund, 5. FSV Mainz 05, 6. 1.FC Nürnberg, 7. VfB Stuttgart, 8. Rapid Wien, 9. FC Chelsea, 10. FC Bayern München, 11. FC Schalke 04, 12. FC Basel, 13. FSV Bruck, 14. ASV Neumarkt, 15. Wynrs Selection Neuseeland, 16. Areva Team (= Würzburger FV).

Bester Spieler des Turniers: Antoine Bernede (Paris) / Bester Torhüter: Lennart Grill (Mainz) / Bester Torschütze: Kevin Cabral (Paris/6). 

Philipp Roser

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