7°C

Samstag, 01.11. - 04:16 Uhr

E-Mail:


zum Thema

Stadeln nach Aufstieg in die Landesliga im siebten Himmel

FSV beendete eine turbulente Saison mit maximalem Erfolg — Planungen für die nächste Saison laufen auf Hochtouren - 03.06.2012 12:40 Uhr

Verstärkung für die kommende Saison: Kuno Kessler (hier im hellen Trikot in einem Spiel gegen die SpVgg Weiden II) kommt vom SC Eltersdorf.

Verstärkung für die kommende Saison: Kuno Kessler (hier im hellen Trikot in einem Spiel gegen die SpVgg Weiden II) kommt vom SC Eltersdorf. © Schreiter


Als sich am 23. Juni 2011, dem Fronleichnamstag, zahlreiche Anhänger auf dem Sportgelände eingefunden hatten, um der offiziellen Saisoneröffnung beizuwohnen, konnte niemand nur annähernd erahnen, was sich in den folgenden elf Monaten am bislang so beschaulichen Kronacher Wald ereignen würde. Stolz wurden hochkarätige Neuzugänge präsentiert. Der restliche Kader, der wenige Wochen zuvor in der Endabrechnung den sechsten Rang erreicht hatte, war überwiegend zusammengeblieben.

Was also sollte schiefgehen auf dem Weg in die Landesliga? Schließlich war aufgrund der Ligenreform des Bayerischen Fußballverbandes wieder „nur“ ein Platz unter den ersten Sechs notwendig, um die direkte Qualifikation zu schaffen. Doch das Wasserrad im Vereinswappen wollte von Beginn an nicht richtig rund laufen. Höhen und Tiefen wechselten sich ab.

Sieben Partien ohne Sieg

Zur Winterpause lag man nur auf dem achten Rang. Vier Zähler vom ursprünglichen Ziel entfernt. Unruhe machte sich breit. Am 5. Februar trat Trainer-Urgestein Thomas Reiser nach über zehn Jahren zurück. Nachfolger Max Junger hatte einen Start nach Maß und gewann die beiden ersten Spiele. Dann ereilten ihn und die Mannschaft das Verletzungspech. In den folgenden sieben Partien gelang kein Sieg. Junger musste wieder gehen, auch weil er irgendwann die Spieler nicht mehr erreichte.

Mit dem bisherigen Co-Trainer Sven Pelz und dem ehemaligen Kapitän Armin Azadan wurde schließlich eine Interimslösung gefunden, die sich als ideal erweisen sollte. Pelz und Azadan kannten Mannschaft und Umfeld in- und auswendig und begaben sich auf die Suche nach dem verloren geglaubten Teamgeist. Sie wurden fündig und brachten die Elf wieder auf Kurs. Der FSV gewann die letzten drei BOL-Begegnungen und wurde Neunter.

Im abschließenden Showdown traf man als Außenseiter im Duell „David gegen Goliath“ auf Bezirksligameister SV 1873 Nürnberg-Süd. In zwei spektakulären Relegationsspielen, die ganz Fußball-Mittelfranken in ihren Bann zogen, zeigte man den mit viel Geld, aber ohne rechtes Augenmaß zusammengestellten Nürnbergern ihre Grenzen auf, siegte im Hinspiel mit 1:0 und triumphierte auf eigenem Platz mit 3:0. Nahezu 3000 Zuschauer waren Zeuge der beiden Husarenstreiche.

„Schöner als jeder direkte Aufstieg, es war ein Traum“ beschrieb Spielleiter Bernd Mielack seine Eindrücke. Wildfremde Menschen wurden zu Stadelner Fans. Von nah und fern trafen Glückwünsche ein. Einziger kleiner Wermutstropfen: „Häuptling“ Rudi Hirschmann, seit 38 Jahren Vorsitzender und einer der Väter des Erfolges, konnte beim bis dahin größten Ereignis in der Vereinsgeschichte nicht anwesend sein. Hirschmann befand sich im bereits länger gebuchten Italienurlaub und musste an der Adria mitfiebern.

Nach ausgiebigen Feierlichkeiten steht man nun schon mitten in den Planungen für die kommende Saison. Die regional eingeteilte Landesliga sieht der Verein als große Herausforderung an. „Das wird eine spannende Sache, auf die wir uns richtig freuen. Mit den zahlreichen Derbys hoffen wir auf ein hohes Zuschauerinteresse“, sagt Mielack. Neuer Trainer der Stadelner wird Alexander Rambau (die FN berichteten). Der 38-Jährige stand zuletzt beim TV Hilpoltstein und Jahn Forchheim an der Seitenlinie und wird dem Team in den kommenden Tagen vorgestellt. Mit ihm war man bereits vor einigen Wochen einig geworden.

Berle pausiert

Auf Manuel Vigas, der aus privaten Gründen kürzertreten will sowie Dennis Laschet und Matthias Ferstl, die ein Auslandsstudium planen, kann er nicht mehr zurückgreifen. Simon Berle wird bis Ende des Jahres aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung stehen. Als Neuzugänge stehen bisher Kuno Kessler vom SC Eltersdorf und Thilo Abudo aus der eigenen Jugend fest, die schon in den Entscheidungsspielen zum Einsatz kamen. Weitere Verstärkungen sollen folgen.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, will man auch an den Strukturen arbeiten. „Wir wollen mittelfristig mit der zweiten Mannschaft in die Kreisliga, um einen besseren Unterbau zu erhalten“, kündigt der zweite Vorsitzende Jochen Winner an. Die Förderung der Juniorenmannschaften soll ebenfalls optimiert werden. Schon jetzt sind 250 Mädchen und Jungen zwischen fünf und 18 Jahren beim FSV aktiv, um die sich 28 Trainer und Betreuer kümmern.

Das Feld ist also bestellt. Der nächste Teil der Stadelner Erfolgsstory kann geschrieben werden. 

THOMAS SCHMID

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.