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Trotz Titel geht es in Georgensgmünd mit Vollgas weiter

TSV Georgensgmünd wechselt nach dem Aufstiegsjubel sofort wieder zur Tagesordnung - 27.04.2012 08:00 Uhr

Überschwängliche Freude im Georgensgmünder Lager nach dem Sieg in Heidenheim. Sechs Spieltage vor Saisonende machte der Primus der Kreisklasse Mitte sein Meisterstück.

Überschwängliche Freude im Georgensgmünder Lager nach dem Sieg in Heidenheim. Sechs Spieltage vor Saisonende machte der Primus der Kreisklasse Mitte sein Meisterstück. © Giurdanella


„Das war die Saison, die bisher mit Abstand am meisten Spaß gemacht hat“, bringt es Straubinger auf den Punkt. Und erntet dafür ebenso Zustimmung von Trainer Peter Buckel, Spielleiter Jürgen Eberhardt und Abteilungsleiter Roland Molter wie für seinen Eindruck, dass den Gmündern die Rückkehr ins Oberhaus von allen Kreisklassen-Vereinen von Heidenheim bis Wassermungenau gegönnt wird.

Nicht nur wegen der Dominanz der Gmünder: Aktuell 19 Punkte Vorsprung (bei einem Spiel mehr) auf den Zweiten SC Stirn sprechen eine deutliche Sprache, der Meistertitel war so bereits sechs Spieltage vor Schluss in trockenen Tüchern. Entscheidend, dass dem TSV bei aller gesunden Rivalität der Aufstieg gegönnt wird, sei wohl auch das ruhige und faire Auftreten gewesen, analysiert der Vorsitzende.

Das soll auch so bleiben, und so wird die Mannschaft in den noch ausstehenden Begegnungen keinen Gang zurückschalten. „Das wäre Wettbewerbsverzerrung“, sagt Trainer Peter Buckel. Und die habe der Verein noch nie betrieben, ergänzt Volker Straubinger.

Ein Baustein des Georgensgmünder Erfolgs scheint der gute Draht zwischen Coach und Mannschaft zu sein. „Er hat das richtige Händchen“, lobt Spielleiter Eberhardt. Nur logisch auch, dass es in der neuen Kreisliga-Saison mit Buckel weiter geht — nicht zuletzt auch, weil es der Fußballlehrer verstehe, für gute Stimmung zu sorgen. „Nach den ersten Trainingseinheiten kam Peter mal zu mir und monierte, dass die Spieler nie lachen würden“, erzählt Eberhardt schmunzelnd.

Erster unter Gleichen

Grund für die gute Chemie zwischen Buckel und seinen Schützlingen ist wohl auch, dass der 42-Jährige im Grunde Erster unter Gleichen ist. Denn als er vor rund eineinhalb Jahren nach dem Abstieg in der Kreisklasse die Mannschaft übernommen hatte, brachte der ehemalige Bayernliga-Spieler auch seinen Pass mit. In der laufenden Saison aber brachte er es nur auf einen 90-minütigen Einsatz in der „Ersten“, zwei in der Reserve und einiger „vernachlässigbarer“ Einwechslungen als zweiter oder dritter Mann — trotz mancher Personalsorgen war Buckel wichtiger, dass „die Jungen“ zum Einsatz kommen.

Während Spiel- und Abteilungsleiter den Trainer loben, steht dieser bereits einige Meter weiter auf dem Platz. Die Stimmung ist locker, es wird gelacht und geschäkert. Trainiert wird trotz Aufstieg freilich weiter. Ganz normal? Nicht ganz. Erstens sorgen die Bayern und Real Madrid dafür, dass etwas früher Schluss ist, zum anderen dürfen es die Kicker mit Buckels Segen bei „Einheit eins“ als frischgebackene Kreisligisten etwas ruhiger angehen lassen. Nicht fehlen darf dennoch die „Ansprache“ des Trainers samt kurzem Rückblick und Einstimmung auf das Sonntagsspiel — immerhin steht ein Derby mit dem TSV Spalt an. Und danach eine Aufstiegsfeier.

Drei Tage später geht es im Training aber schon wieder ganz normal mit der Arbeit weiter. Im Derby gegen den TSV Spalt wollen sich Trainer Peter Buckel (rechts) und sein Team keine Blöße geben.

Drei Tage später geht es im Training aber schon wieder ganz normal mit der Arbeit weiter. Im Derby gegen den TSV Spalt wollen sich Trainer Peter Buckel (rechts) und sein Team keine Blöße geben. © Schoplocher




Dass es mit der Rückkehr in die Kreisliga klappen würde, war Peter Buckel nach eigener Aussage nach dem Spiel gegen Stirn (das sechste der Rückrunde und das dritte nach der Winterpause) klar. Da wies die 2012-Bilanz des TSV drei Siege und 21:0 Tore auf. Gute Mannschaft, gutes Umfeld, nennt Buckel als Grund des Erfolgs, „denn im Training mach ich nichts Außergewöhnliches“.

Ein wenig überraschen darf die Gmünder Überlegenheit dennoch, zumal sich das Verletzungspech wie ein roter Faden durch die gesamte Vorrunde zog. Meist musste Buckel drei starke Akteure ersetzen, erst nach der Winterpause stand der gesamte, 16-köpfige Kader zur Verfügung.

Dass die Mannschaft dennoch so stark sei, führt Volker Straubinger maßgeblich auf die Einstellung zurück. „Die nehmen‘s ernst“, sagt der Vereinschef und bekommt Schützenhilfe von Roland Molter, der die Disziplin und das Selbstbewusstsein lobt. Die Spieler als Kollektiv hätten es trotz individueller Schwächen immer verstanden, viel Druck auf die jeweiligen Gegner aufzubauen und diese so zu demoralisieren.

Förderung in der JFG

Was in Anbetracht des geringen Durchschnittsalters nicht selbstverständlich ist. Zu den vielen Jungen kommen in der neuen Saison gleich fünf weitere A-Jugendliche hinzu, die, wie viele ihrer Mannschaftskollegen, ihre Ausbildung in der JFG Rezattal durchlaufen haben.

Die systematische Förderung in der JFG sieht Roland Molter als Schlüssel zum Erfolg, zu dem er nicht nur den Aufstieg, sondern die gute Gesamtsituation zählt. Im aktiven Bereich hätte es Peter Buckel geschafft, eine positive Stimmung zu vermitteln, in der Jugendarbeit trage der vor vielen Jahren eingeschlagene Weg nun Früchte.

Die 2004 gegründete JFG Rezattal gewährleiste, dass gute Spieler gehalten werden könnten und — trotz aller breitensportmäßigen Ausrichtung — eine leistungsbezogene Arbeit möglich sei. Rund 160 Kinder und Jugendliche sind unter dem Dach der JFG organisiert – viele von ihnen mit dem Potenzial, auch „oben“ gut mitzuhalten.

„Oben mithalten“ wäre für die Fußballverantwortlichen bezogen auf die anstehende Kreisliga-Saison hingegen ein zu hehres Ziel, wenngleich sich die Gmünder auf jeden Gegner freuen. „Klassenerhalt und die Integration der nachwachsenden Spieler“ lautet die offizielle Devise. 

PETRA SCHOPLOCHER

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