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Zarte Waden, harter Kick

Anna-Lena Herzog (15) spielt in der Nationalmannschaft - 21.05.2012 14:30 Uhr

Spaß am und mit dem Ball. Eva Ozelsberger, Anja Ströfer, Michele Pistoia, Helena Sinke und Antonia Einecke (von links) freuen sich mit Nationalspielerin Anna-Lena Herzog (2. v. rechts) und finden „Fußball echt cool“.

Spaß am und mit dem Ball. Eva Ozelsberger, Anja Ströfer, Michele Pistoia, Helena Sinke und Antonia Einecke (von links) freuen sich mit Nationalspielerin Anna-Lena Herzog (2. v. rechts) und finden „Fußball echt cool“. © Schoplocher


Auch wenn es Jugendsprache ist, muss dieses Zitat erlaubt sein: „Ein geiles Gefühl“ sei es nämlich, im Nationaltrikot zu spielen, sagt Anna-Lena Herzog im Kreise fünf weiterer talentierter Fußballerinnen aus dem Landkreis. Eine von ihnen, Michelle Pistoia, kann das nachvollziehen. Auch sie hatte schon als Zwölfjährige einmal einen Einsatz im Nationaltrikot.

Wenngleich die 14-jährige Michelle derzeit nicht zum engeren Kader gehört, freut sie sich doch für ihre Mannschaftskameradin — beide spielen bei den B-Juniorinnen des 1. FC Nürnberg. Und auch die anderen — Helena Sinke (15), Antonia Einecke (13), Eva Ozelsberger (12) und Anja Ströfer (13) — finden’s „cool“, dass Anna-Lena es so weit gebracht hat.

So lauschen die Mädchen auch ganz gespannt, als die Göggelsbucherin — ihr Papa ist Abteilungsverantwortlicher bei der DJK und war früher Trainer im Jugendbereich, als die vierjährige Tochter am Spiel ernsthaft Gefallen fand — von ihrem ersten Länderspiel erzählt, das die DFB-Auswahl gegen die Niederlande mit 3:0 gewann. Ab der 57. Minute mit Club-Stürmerin Anna-Lena, die allerdings zugibt, dass es auf dem Platz dann „fast so war wie immer“. Sprich: „Ich hab dann nicht mehr daran gedacht, dass es ein Länderspiel ist“.

Das kann auch Michelle Pistoia bestätigen, die sich als Torhüterin gegen Schottland auszeichnen durfte. „Jetzt gibt’s halt grad bessere“, meint sie entspannt, dass es „nicht so schlimm“ sei, dieses Mal nicht berücksichtigt worden zu sein. Wichtiger ist ihr, dass sie beim Club „die Nummer eins“ ist und dass es für ihre Mannschaft nun mit dem Aufstieg in die Bundesliga geklappt hat. Diese ist zwar in Nord und Süd geteilt, sodass die ganz großen Fahrten in der neuen Saison ausbleiben, aber bis Frankfurt zum Beispiel werde es schon gehen.

„Manchmal ist es recht stressig“, geben die Rothauracherin und ihre Göggelsbucher Mannschaftskollegin zu. Man gewöhne sich dran, sagt Anna-Lena Herzog, die froh ist, in der Schule doch einige Freiheiten zu genießen: So lange die Noten passen, würde sie der Direktor entsprechend dem Terminplan von Vereinsspielen, Sichtungslehrgängen und Auswahleinsätzen befreien. Auch ihre Klassenkameradinnen hätten sich „schon daran gewöhnt“, dass sie öfter mal nicht da ist. Am Anfang hätten sie viele immer angesprochen, „wie cool“ alles sei. „Aber das hat sich normalisiert“, fügt die 15-Jährige schmunzelnd an.

Gewöhnt haben sich die beiden Göggelsbucherinnen (auch Helena Sinke stammt aus der DJK-Schmiede) auch daran, weniger Freizeit als ihre Altersgenossinnen zu haben. Nicht zuletzt, weil der Erfolg da ist, falle es den Mädchen nicht schwer, auf das eine oder andere — wie Weggehen mit Freundinnen — zu verzichten.

Dieser Verzicht ist auch den anderen Mädchen bewusst. Schon alleine durch die Fahrten nach Nürnberg zum Training „geht viel Zeit drauf“, wie alle feststellen. Eva Ozelsberger und Antonia Einecke haben in ihrer Zeiteinteilung noch einen kleinen Vorteil. „Kein Nachmittagsunterricht“, verkünden die beiden freudestrahlend.

Das ist vor allem bei Anja Ströfer und Michele Pistoia ganz anders. Die beiden genießen an der Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg zwar besondere Förderung in Sachen Fußball, haben aber auch einen ausgedehnteren Stundenplan. Die Georgensmünderin Anja muss dies mit ihren Einsätzen bei der in Roth ansässigen JFG Franken-Jura koordinieren, wo sie in der U15 alleine unter Jungs spielt. „Mit Ausnahmegenehmigung“. Eine solche hat auch Anna-Lena Herzog, die nicht nur für die Juniorinnen des Clubs, sondern auch für die U15 der SG Quelle spielt.

Einig sind sich die Mädchen nicht nur in der Einschätzung, dass „Fußball einfach genial“ ist, sondern auch in der Erkenntnis, dass es gerade der Mannschaftssport ist, der ihnen so zusagt. Zickenkrieg und dergleichen? Da können die fünf Kickerinnen nur lachen — und das genau so überzeugend wie sie kurz darauf wieder gegen den Ball treten. 

ps

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