Clubsieg: Neunkirchener hatte Hände im Spiel
Fußball: Der siebenjährige Nachwuchsstürmer Ferdinand Klein trug den Bundesliga-Spielball zum Anstoßpunkt
-
20.02. 10:00 Uhr
NÜRNBERG/NEUNKIRCHEN
-
Die bislang sicherlich größten Sekunden seines Fußballerlebens erlebte Ferdinand Klein aus Neunkirchen am Samstag kurz vor 15.30 Uhr. Der Siebenjährige Nachwuchskicker vom TSV durfte den Spielball der Bundesligapartie 1. FC Nürnberg gegen 1. FC Köln (siehe Bericht im Hauptsport) zum Anstoßpunkt ins Stadion tragen — vor 38101 Zuschauern. Das war doch sicher etwas ganz Besonderes? „Ja, schon ein bisschen“, fand Ferdinand.
Diesmal hält ihn Kölns Torwart Michael Rensing, den Spielball. Später köpfte ihn Ferdinands Lieblingsspieler Tomas Pekhart (li.) zum 2:1 ins Netz. Und weit vorher hatte der Neunkirchener Nachwuchsstürmer den Ball zum Anstoßpunkt getragen.
Foto: Wolfgang Zink
Diesmal hält ihn Kölns Torwart Michael Rensing, den Spielball. Später köpfte ihn Ferdinands Lieblingsspieler Tomas Pekhart (li.) zum 2:1 ins Netz. Und weit vorher hatte der Neunkirchener Nachwuchsstürmer den Ball zum Anstoßpunkt getragen.
Wie groß das Lampenfieber in den Stadionkatakomben unmittelbar vor seinem großen Auftritt wirklich gewesen ist, dass weiß nur Ferdinand allein. Wenn der Siebenjährige aber nur annähernd so cool gewesen ist, wie er sich tags darauf im Pressegespräch gibt, dann werden ihn die Club-Verantwortlichen vielleicht in Zukunft öfters bitten, den Spielball ins mit fast 40000 Zuschauern gefüllte Rund zu tragen.
"Der Schiedsrichter hat zu mir gesagt, ich soll den Ball nehmen. Dann hab’ ich ihn eben in die Hand genommen und getragen“, berichtet Ferdinand nüchtern, der selbst nie Schiedsrichter werden will. „Wenn dann Spieler und zwar in der Bundesliga“, ist er sich sicher.
Momentan geht der Neunkirchener noch für die F3-Fußballjugend des örtlichen TSV auf Torejagd, und das sogar überaus erfolgreich: „60 Tore“, erzählt er stolz, hat er in dieser Saison schon geschossen. Toreschießen, findet der Nachwuchsstürmer, ist ohnehin nicht schwer. Man darf einfach nicht so viel abspielen.
Ferdinand Klein. Foto: Hühnlein
Foto: Wolfgang Zink
Ferdinand Klein. Foto: Hühnlein
Bei seinem Club-Lieblingsspieler, Tomas Pekhart, hatte es zuletzt bekanntlich nicht mehr so gut geklappt. Vielleicht hat der Neunkirchener Jungstürmer Pekhart letztlich ja auch ein bisschen Glück gebracht, dass dieser mit seinem ersten Tor seit fünf Spielen den 2:1-Siegtreffer erzielte.
Natürlich wäre Ferdinand auch lieber an der Hand von Pekhart eingelaufen. „Am liebsten aber wäre mir Messi gewesen.“ Aber der hat ja nicht mitgespielt. „Dann Michael Rensing. Weil der gut ist.“ Aha, dann ist Ferdinand also eigentlich Fan des 1. FC Köln? „Nein, ein bisschen vom Club. Und vor allem von Schalke.“
Es waren am Ende weder Pekart, noch Messi, noch Rensing. Sondern Schiedsrichter Christian Dingert. Kurzerhand durfte Ferdinand, dessen Vater für einen Sponsor des Clubs arbeitet, als Schiedsrichter-Kind einspringen und im Anschluss daran die Bundesligapartie mit seinen Eltern und seinem Bruder auf der Tribüne verfolgen.
Und der Ball? Fühlt sich ein Bundesligaball anders an als der aus der F-Jugend? „Ja, der ist irgendwie kleiner“, findet Ferdinand.
Kein Wunder also, dass Pekart zuletzt so wenig getroffen hat.