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Michael Hutzler ist eigentlich immer mindestens eine Stunde vor Trainingsbeginn auf dem Jahn-Gelände anzutreffen. So war es auch am Donnerstagabend. Wegen der Kälte zog der Fußballtrainer die Kabine vor, seine Lust auf die restliche Saison kann ihm aber niemand nehmen: „Nach zwei Monaten Pause wird es Zeit. Ich freue mich schon auf das erste Punktspiel in fünfeinhalb Wochen. Da haben wir mit der SpVgg Bayreuth zu Hause gleich einen richtigen Knaller. Darauf arbeiten wir jetzt hin.“
Das ist die Motivation. Der Jahn will als Tabellenzweiter weiter für Furore sorgen und Favoriten wie Amberg und Schweinfurt solange wie möglich ärgern. „Das A-Wort Aufstieg nehme ich bewusst nicht in den Mund. Das war nie unser Ziel. Wir wollen uns einfach weiter selber belohnen mit Spaß und Spitzenspielen“, sagt Hutzler. Die Zügel locker lassen wird der Jahn-Coach deswegen aber nicht: „Wir leben vor allem von unserem Tempospiel. Deshalb müssen wir uns jetzt wieder in eine gute körperliche Verfassung bringen.“
Dem lockeren Auftakttraining folgen an diesem Wochenende gegen Vach und Oberhaid gleich zwei Testspiele, in der kommenden Woche sollen in vier Übungseinheiten die Grundlagen für Kraft und Ausdauer gelegt werden. „So oft wie es geht ist der Ball natürlich dabei“, erklärt Hutzler, „ich muss die Jungs ja bei Laune halten. Aber um gewisse Dinge kommen wir nicht herum.“
Die momentane Witterung sei dabei kein Problem, meint der Coach. Spinning, Zirkeltraining in der eigenen Jahnhalle, Handballtraining in der Herder- oder Realschulhalle. „Das gute ist ja, dass einen am Anfang jede Bewegungsform weiter bringt. Da bin ich gerne kreativ und kein Fan von Hallenfußball. Fußball spielen wir ja in den Vorbereitungsspielen genug, von denen einige auf Kunstrasen bei jedem Wetter stattfinden können“, so Hutzler. Bei ein paar Hallenturnieren hat der Jahn in der Winterpause trotzdem gespielt. Die Teilnahme war freiwillig. „Ich hoffe, die anderen Jungs haben auch etwas für sich gemacht und fangen nicht bei Null an. Mit zusätzlichem Individualtraining hoffen wir, am Ende der Vorbereitung alle auf dem gleichen Stand zu haben“, sagt der Jahn-Trainer. Schließlich gelte weiterhin das Leistungsprinzip.
Dem war im vergangenen Herbst ausgerechnet Kapitän Christoph Saffra zum Opfer gefallen. Der 30-Jährige verpasste Teile der Sommervorbereitung und wurde dann durch eine Schulterverletzung ausgebremst. In dieser Zeit lief ihm Neuzugang Thomas Roas auf dem rechten Flügel den Rang ab. „Christoph hat uns mitgeteilt, dass er aufgrund dieser Situation nicht mehr motiviert ist und seine Karriere beendet. Seine Unzufriedenheit kann ich verstehen, aber als Kapitän und Jahn-Identifikationsfigur deshalb von Bord zu gehen, ist schade“, berichtet Hutzler.
Weiter durchkämpfen will sich dagegen Stürmer Senad Bajric, der im Angriff bisher nicht an Jäckel, Ulbricht, Roas, List und Clausnitzer vorbeikommt. „Ich wollte ihn nicht abgeben. Er hat gute Möglichkeiten und ist ein Ur-Jahnler“, findet sein Trainer. Und bei noch einem Spieler erteilten die Verantwortlichen keine Freigabe. „Eintracht Bamberg hat Interesse an Tom Jäckel angemeldet. Es wäre der zweite wichtige Abgang gewesen. Da wollten wir ein Zeichen setzen gegenüber anderen Vereinen und den Spielern, dass wir hier etwas vor haben“, sagt Sportvorsitzender Christian Springer. Dem Abgang von Saffra und dem vorzeitig beschlossenen Wechsel von Thomas Dotterweich zum SC Eltersdorf steht Perspektivspieler Christoph Lehmann (SV Buckenhofen) als einziger Neuzugang und die Rückkehr von Hayri Özdemir gegenüber. „Der ist ein gefühlter Neuzugang“, freut sich Hutzler.
Fast ein halbes Jahr ist es nun her, seit sich der 22-jährige Innenverteidiger im ersten Saisonspiel das Kreuzband im Knie gerissen hat. Operation und Aufbaureha hat er bereits hinter sich, darf auf dem Laufband mehrere Minuten voll in die Belastung gehen. Draußen will er in der kommenden Woche zum ersten Mal mit geringem Tempo joggen. „Im Februar darf ich vielleicht schon wieder leichte Koordinationsübungen mit dem Ball machen“, sagt Özdemir. Ein Saisonspiel will er im Frühsommer unbedingt noch absolvieren, weiß aber, dass er es langsam angehen muss. „Ich musste schon in der Reha vier Wochen wegen einer Entzündung im Muskel pausieren. Da habe ich wohl zu viel gewollt“, gesteht Özdemir ein.
„Hayri bekommt die Zeit, die er braucht, um wieder fit zu werden. Und erst dann ist er auch wieder eine Alternative. Ob das vor dem letzten Saisonspiel passiert oder vorher spielt keine Rolle“, erklärt Trainer Hutzler, während sich die Betreuerkabine eine Viertelstunde vor Trainingsbeginn zu füllen beginnt. Aus der Mannschaftsumkleide dröhnt auch schon laute Musik. Die Winterpause ist endlich vorbei.
So. 16.06.13
Mi. 05.06.13
Mi. 29.05.13
So. 16.06.13
So. 16.06.13