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Die Lage für Schiris ist in der Region Frankenhöhe eher ruhig

Gruppen-Obmann Pfeiffer sieht vor allem im Jugendbereich aber ein Problem mit fehlendem Respekt - 02.02.2013 12:22 Uhr

BAD WINDSHEIM  - Massive Gewalt gegen Schiedsrichter auf den Fuß­ballplätzen und immer weniger Frei­willige, die sich als Unparteiische zur Verfügung stellen. Die teilweise er­schreckenden Nachrichten aus dem Amateurfußballbereich in den ver­gangenen Monaten sind auch an den Referees in der Region nicht spurlos vorbeigegangen. Dennoch ist Markus Pfeiffer, der Obmann der Schieds­richtergruppe Frankenhöhe Nord, positiv gestimmt. Die Lage in der Re­gion sei noch ruhig und seine Gruppe gut aufgestellt.

Konzentration, Regelkunde und Fingerspitzengefühl ist bei Schiedsrichtern auch auf den Fußballplätzen in der Region gefragt. Unser Bild zeigt Referee Tobias Brunner, der bis zur Bezirksliga pfeift, und entstand beim Derby zwischen Burgbernheim und Ergersheim in der vergangenen Saison in der Kreisklasse.
Konzentration, Regelkunde und Fingerspitzengefühl ist bei Schiedsrichtern auch auf den Fußballplätzen in der Region gefragt. Unser Bild zeigt Referee Tobias Brunner, der bis zur Bezirksliga pfeift, und entstand beim Derby zwischen Burgbernheim und Ergersheim in der vergangenen Saison in der Kreisklasse.
Foto: Tim Hale (Archiv)

70 Schiedsrichter der Frankenhö­he- Nord-Gruppe sind an einem durchschnittlichen Fußballwochen­ende, also mit Spielen im Herren­, Frauen- und Jugendbereich, an der Pfeife. Insgesamt besteht die Gruppe aus 200 Schiedsrichtern. Die Austrit­te hätten sich laut Pfeiffer „auf das übliche Ausmaß beschränkt“. Doch auch er sieht durchaus Probleme für die Schiedsrichter-Zunft. „Die verba­len Äußerungen haben sich in den letzten Jahren schon verschärft“, sagt Markus Pfeiffer, „vor allem bei der Jugend.“ Es fehle am Respekt gegenüber den Unparteiischen.

Quartett in der Bezirksliga

Der 36-Jährige pfeift selber bis zur Kreisliga und ist der Meinung, dass es „im Herrenbereich bei uns noch ru­hig ist“. Tätliche Angriffe, wie in an­deren Fußballkreisen, auch in Bay­ern, „hat es Gott sei Dank noch nicht gegeben“, so Pfeiffer. Selbst dem Ge­rücht, dass Beleidigungen gegenüber Schiris auf dem Fußballplatz an der Tagesordnung seien, widerspricht der Gruppenobmann für die Region. „Was aber nicht heißen soll, dass Schiris bei uns nicht auch ein breites Kreuz brauchen“, so Pfeiffer.

Vier Mitglieder der Gruppe leiten sogar Spiele in der Bezirksliga. Die drei Nachwuchs-Talente, der Emskir­chener Nikolai Kraus (21 Jahre), der Lehrberger Thomas Raßbach (19) und Tobias Brunner aus Markt Erlbach (17), sowie der erfahrene Holger Hof­mann aus Langenfeld, der auch Lehr­wart der Gruppe ist. Der Umgang zwischen Spielern und Schiedsrich­tern ist für Pfeiffer aber nicht abhän­gig von der Liga, „das ist meines Er­achtens ein gesellschaftliches Pro­blem“. Bezirksliga, B-Klasse oder Ju­gendbereich – die Emotionen seien die gleichen.

Auch die Voraussetzungen für ei­nen guten Schiedsrichter sind laut Markus Pfeiffer relativ einfach zu­sammenzufassen. „Regelsicherheit und eine Persönlichkeit sein, das ist wichtig.“ In der Ausbildung und bei der Betreuung in der Anfangszeit werden die Nachwuchskräfte, ein Schiedsrichter muss mindestens 14 Jahre alt sein, unterstützt, ihren Charakter auf dem Rasen nicht zu verstellen. „Sei du selbst“, geben Markus Pfeiffer und Holger Hof­mann den jungen Referees mit auf den Weg. Wenn ein Schiedsrichter ar­rogant auftrete, habe er das Spiel meist nicht im Griff, so Pfeiffer.

Nicht zu früh nach oben lassen

Sehr stolz ist der Obmann, der seit 2009 an der Spitze der Schiedsrichter­gruppe steht, auf die Nachwuchsar­beit in der Region. „Unsere Philoso­phie ist es, die Jungen nicht zu früh in die Klassen zu schicken“, sagt Pfeiffer in Bezug auf die in anderen Gruppen durchaus nicht unübliche Gangart, extrem junge Referees schnell nach oben befördern zu wol­len. Dennoch habe die Gruppe im Be­reich der 14- bis 28-Jährigen „15 bis 20 Leute, die ganz gut dabei sind“.

Auf seine Erfahrenen verzichten kann und will Pfeiffer aber auch nicht. Mit ihrer Erfahrung und Ruhe würden sie auch schwierige Situatio­nen souverän meistern. Die meisten würden dann selber merken, wann es Zeit ist aufzuhören. Doch: „Wer ge­sundheitlich gut drauf ist, kann auch noch bis 70 pfeifen.“

Wer Fußball-Schiedsrichter wer­den will, der kann sich bei einem Lehrgang der Frankenhöhe­ Nord-Gruppe ausbilden lassen. Der nächste Lehrgang – das Mindestalter beträgt 14 Jahre – beginnt am Mittwoch, 13. Februar, im Sportheim des SC Adels­hofen. Los geht es dort um 19 Uhr. Anmel­dung bei Obmann Markus Pfeiffer unter Telefon 09107/924722 oder direkt zu Be­ginn des Lehrgangs in Adelshofen. 

STEFAN BLANK


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