Die tapferen Prügelknaben vom FC Frimmersdorf
Der Kreisklassenaufsteiger verliert und verliert, bewahrt aber Ruhe
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20.11.2012 17:01 Uhr
FRIMMERSDORF
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Ein großes Drama spielt sich derzeit im kleinen Fußball ab: Der mit enormer Euphorie aufgestiegene FC Frimmersdorf entwickelt sich zum bedauernswerten Prügelknaben der Kreisklasse Bamberg 3. Die NN begaben sich auf Ursachenforschung.
Meistens schauen die Frimmersdorfer (rote Trikots) in dieser Saison Ball und Gegner nur hinterher, aber unterkriegen lässt sich der FC deswegen noch lange nicht.
Foto: Niko Spörlein
Meistens schauen die Frimmersdorfer (rote Trikots) in dieser Saison Ball und Gegner nur hinterher, aber unterkriegen lässt sich der FC deswegen noch lange nicht.
Die Freude war groß am 20. Mai. Dank eines 3:0-Heimsiegs gegen den starken Tabellenführer aus Schönbrunn sicherte sich der FC am letzten Spieltag der Saison 2011/2012 den Aufstieg. Ein dringend benötigter Sieg, da hinter dem FC gleich vier Mannschaften mit nur einem Punkt weniger auf dem Konto lauerten.
Die wenigsten hatten zu Beginn der Saison damit gerechnet, vor allem deswegen, weil der FCF nach sechs Partien gerade mal zwei Punkte verbuchen konnte. Es war erst der zweite Aufstieg in der Historie des Vereins, drei Jahre zuvor war man im Relegationsspiel gegen Viereth erst mit 4:5 im Elfmeterschießen denkbar knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt.
Nach 16 Spielen in der Kreisklasse deutet aber nun alles auf den sofortigen Wiederabstieg hin. Keinen Punkt konnte der FC einfahren, stattdessen gab es 70 Gegentore. Die Gründe dafür sind klar, wie Vorsitzender Thomas Teufel erklärt: „Wir haben mit unserer starken Aufstiegsmannschaft kein einziges Mal mehr gespielt.“ Mehr als zehn beruflich und anderweitig bedingte Ausfälle hat man derzeit zu verkraften. Besonders groß ist vor allem das Lazarett der Steigerwälder.
Alle Positionen betroffen
Alle Mannschaftsteile sind davon betroffen, egal ob Stammtorwart During, Kapitän Blankenbühler oder auch Routinier Jürgen Seubert. Man habe bewusst vor der Saison auf spektakuläre Neuzugänge verzichtet. „Das ist nicht unser Stil“, so Spielleiter Günter Dorsch. „Lieber setzen wir weiter auf die einheimische Jugend.“ So gab es im Sommer keinerlei Aktionen seitens Frimmersdorf auf dem „Transfermarkt“. Der ohnehin schmale Kader stößt derweil an seine Grenzen, zeitweise wird es schwer, eine schlagkräftige Truppe aufzustellen.
Für die jungen und talentierten Spieler kam der Aufstieg wohl etwas zu früh. „Das Durchschnittsalter der Mannschaft beträgt 21,5 Jahre“ betont Teufel. Logisch also, dass das Team noch nicht eingespielt sein kann. Dass die Ausfälle auch nicht zeitgleich, sondern immer versetzt erfolgten, kommt erschwerend hinzu, wie ein Blick auf die Statistik zeigt. In keiner der 15 Partien stand dieselbe Mannschaft wie am Wochenende zuvor auf dem Platz.
„Hier tun sich die anderen Kreisklassen-Vereine leichter“, so Teufel. „Ihre Jugendspieler kommen direkt in die höhere Spielklasse und zur Not gibt es immer Spieler mit vielen Jahren Erfahrung dort.“ Beim FC hingegen müssen die Jungspunde teilweise von der Jugend in die Kreisklasse – eine mächtige Herausforderung.
Der ein oder andere Punkt hätte mit etwas mehr Glück oder Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor schon drin seien können. Gegen Herrnsdorf (0:1), Schönbrunn (3:6), Frensdorf (1:2), Stappenbach (1:2), Sambach (1:4) oder Vorra (1:3) hielt man bis kurz vor Spielschluss gut mit. Jedoch kassierte man durch Wackler der Defensive Gegentore (fünf Elfmeter verursacht) und wurde dann bei den eigenen Offensivbemühungen zumeist ausgekontert. Hier zeigen sich die großen Probleme bei der Umstellung auf eine höhere Klasse deutlich.
Trotz aller Widrigkeiten – der Verein und die Zuschauer stehen weiter hinter der Mannschaft und ihrem Trainer Gezim Feta. In dieser Richtung gibt es „keinerlei Diskussionen“ sagt Teufel.
Der Klassenerhalt ist bei 17 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz illusorisch, dennoch hat er die Saison noch nicht abgeschrieben: „Wenn alle Verletzten in der Rückrunde zurückkommen ist der ein oder andere Achtungserfolg noch möglich.“
Einige der Gründungsmitglieder im Verein füllen sich derzeit an die erste Pflichtspielrunde des FCFs erinnert. Auch hier musste man auf die ersten Punkte lange Zeit warten - Geduld ist also angesagt. Vom Plan, auf die eigene Jugend zu setzen, wird man in Frimmersdorf trotz des Misserfolges in der Kreisklasse nicht abrücken. Im Sommer heißt es auf ein Neues in der A-Klasse. Und vielleicht gelingt - wenn die Talente herangereift sind - ja wieder ein Sprung nach oben.