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Die „Zweite“ machte es besser

SG Sonnenhof Großaspach mit 3:1 abgefertigt - 12.12. 10:30 Uhr

Nürnberg  - Als die Club-Profis am Sonntagnachmittag bei der Weihnachtsfeier in einem Herzogenauracher Hotel ihre Wunden nach dem 0:2 gegen Hoffenheim leckten, schlug die zweite Mannschaft zur selben Zeit unerwartet zu: In der Stätte der Schmach fertigte sie den nach der Spitze schielenden Tabellenzweiten SG Sonnenhof Großaspach mit 3:1 ab. Und Nachwuchskoordinator Dieter Nüssing sang nach dem Abpfiff aus voller Brust: „Es gibt nur einen FCN!“

Jann George erzielte in dieser Situation die Führung für den FCN II.
Jann George erzielte in dieser Situation die Führung für den FCN II.
Foto: Wolfgang Zink
Jann George erzielte in dieser Situation die Führung für den FCN II.
Jann George erzielte in dieser Situation die Führung für den FCN II.
Foto: Wolfgang Zink

Das weltberühmte vorweihnachtliche Lied „O du fröhliche...“ wäre – ganz im Gegensatz zum Vortag – auch ausgesprochen passend gewesen. Nüssing strahlte, natürlich auch Trainer Michael Wiesinger. Nach der einen oder anderen Enttäuschung der letzten Wochen bescheinigte er diesmal seinen Schützlingen zu Recht eine absolut starke Leistung.

Brisant war aus vielerlei Gründen vor allem die Schlussphase. Die FCN-Kicker wurden dabei in ihren Gefühlen hin- und hergeschüttelt wie eine Nussschale auf dem Ozean. „Diese Chance hätte ich garantiert im Sonntagsanzug genutzt“, schimpfte Nüssing, als der von Meisterspieler Fritz Popp („er ist ein abgezockter Hund“) gewürdigte Stürmer Nicolas Görtler völlig frei vor Gästetorhüter Volkan Ünlü aus fünf Metern vorbeigeköpft hatte. Es hätte nach dem frühen Treffer des quirligen Jann George (8. Minute) das 2:0 und damit höchstwahrscheinlich den Sieg bedeutet.

Wer solch klare Möglichkeiten auslässt, der wird oft bestraft. Prompt gelang den Gästen in der 85. Minute durch Robin Schuster aus kürzester Distanz der 1:1-Ausgleich. Die 262 Zuschauer zitterten ob der Kälte, aber noch mehr wegen der bekannten Club-Schwäche bei den Heimspielen in der Schlussphase.


Dass er mit dem Ball umgehen kann, zeigte Julian Wießmeier auch gegen Sonnenhof Großaspach. Seine beiden späten Treffer sicherten den Sieg der Club-Amateure.
Dass er mit dem Ball umgehen kann, zeigte Julian Wießmeier auch gegen Sonnenhof Großaspach. Seine beiden späten Treffer sicherten den Sieg der Club-Amateure.
Foto: Wolfgang Zink
Dass er mit dem Ball umgehen kann, zeigte Julian Wießmeier auch gegen Sonnenhof Großaspach. Seine beiden späten Treffer sicherten den Sieg der Club-Amateure.
Dass er mit dem Ball umgehen kann, zeigte Julian Wießmeier auch gegen Sonnenhof Großaspach. Seine beiden späten Treffer sicherten den Sieg der Club-Amateure.
Foto: Wolfgang Zink

Sie wurden aber in ihren Qualen von Julian Wießmeier erlöst: In der 90. Minute und in der Nachspielzeit traf der schon zu Bundesliga-Ehren gekommene Nachwuchsmann – er war zuvor nicht sonderlich aufgefallen – gleich zweimal ins Schwarze und avancierte zum umjubelten Helden.

Aber beim 3:1 hatte Pechvogel Görtler den Schützen uneigennützig mit einem Traumpass bedient. Dieses Tor erlebte Trainer Wiesinger auf der Tribüne, weil er wenige Sekunden zuvor wegen angeblichen Ballwegschlagens verbannt worden war. Rainer Zietsch, Leiter des Club-Nachwuchsleistungszentrums, konnte sich über die telefonischen Glückwünsche von Weltmeister Guido Buchwald – er ist beim Spitzenreiter Stuttgarter Kickers tätig – freuen. Dank für geleistete Schützenhilfe an den ehemaligen Mitspieler beim VfB Stuttgart.



Das Nachspiel aber ließ Schlimmes befürchten, denn es kam zu einer Rudelbildung. Glücklicherweise gelang es den Betreuern beider Teams, die Streithähne auseinanderzutreiben. Großaspachs Trainer Alexander Zorniger – er müsste eigentlich Zornnickel heißen – warf den Spielern des Siegers danach Provokation während des Spiels vor.

Ein Vorwurf, den Kollege Wiesinger entschieden, und dies auch zu Recht, zurückwies. Er konnte sich gestern über seine Mannschaft freuen. Vor allem über den lange Zeit ausgefallenen Nachwuchskicker Philipp Klement, der seine ausgezeichnete Technik und das Gefühl für das Abspiel zum richtigen Zeitpunkt deutlich unter Beweis stellte.

Auffällig unauffällig agierte Profi Juri Judt, der nach der Hinausstellung von Timothy Chandler eigentlich eine Alternative beim schweren Auswärtsspiel in Leverkusen sein sollte. Sein Glück: Im Gegensatz zu seinen Kollegen aus der Bundesliga-Truppe konnte er einen Sieg feiern.

Ein Zeichen setzte auch der aus Fürth gekommene Kevin Walthier, der als Joker für den diesmal blass gebliebenen Sebastian Mützel einige starke Szenen hatte. FCN-Trainer Wiesinger sieht bei seiner „Ausbildungsmannschaft“ deutliche Fortschritte – und er traut ihr nach der Winterpause eine weitere Aufwärtsentwicklung zu.
  



Dieter Bracke

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