Ein Nationalspieler aus der Weinbaugemeinde
Niklas Stark spielt in den U 17-Teams des Deutschen Fußball-Bundes und des 1. FC Nürnberg
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24.01. 16:23 Uhr
IPSHEIM
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Niklas Stark steht mit rund 20 Gleichaltrigen am Frankfurter Flughafen. Passanten tuscheln und schauen. Es liegt an dem Erscheinungsbild der Reisegruppe um den 16-jährigen Ipsheimer, alle tragen den Ausgehanzug des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) und sind Junioren- Nationalspieler. Für das große Ziel, Profifußballer zu werden, müssen Niklas Stark und seine Familie einiges auf sich nehmen.
Viel Gefühl im Fuß: Niklas Stark auf dem Sportplatz am Ipsheimer Kuhwasen. Dort hat der 16-Jährige Junioren-Nationalspieler mit dem Kicken angefangen.
Foto: Stefan Blank
Viel Gefühl im Fuß: Niklas Stark auf dem Sportplatz am Ipsheimer Kuhwasen. Dort hat der 16-Jährige Junioren-Nationalspieler mit dem Kicken angefangen.
„Es ist schon cool, so mit dem Adler auf der Brust“, sagt Niklas Stark. In den Herbstferien war er bei einem U 17-Sichtungslehrgang des DFB in Kaiserau bei Dortmund. „Zweimal am Tag Training, plus zwei Spiele, das war schon ein Erlebnis“, erzählt er. Danach kam erst einmal nichts. Nerviges Warten. Ehe die erlösende E-Mail kam: Er ist dabei, er ist Nationalspieler.
Niklas Stark fuhr Mitte November nach Frankfurt, trainierte zwei Tage mit den besten Nachwuchsfußballern der Republik. Mit dem Flieger ging es für die 20 Jugendlichen und einen großen Betreuerstab mit Trainern, Köchen, Lehrern, Ärzten und Physiotherapeuten nach Aserbaidschan. „Das ist schon Wahnsinn, wie viele da dabei sind“, sagt Stark. Im zweiten Spiel in Baku kam er auf seiner Stammposition im defensiven Mittelfeld zum Debüt in der Junioren-Nationalmannschaft. Deutschland gewann mit 4:0.
Der Alltag für Niklas Stark spielt sich jedoch in Mittelfranken ab: Er lebt bei seinen Eltern in Ipsheim, besucht dieRealschulein Neustadt.Nach dem Unterricht geht es an vier Abenden pro Woche nach Nürnberg. Zum Trainingszentrum des 1. FC Nürnberg am Valznerweiher. Stark spielt für die U 17 des Clubs in der Bundesliga Süd/Südwest. „Es macht Spaß, gegen die Besten Deutschlands zu spielen“, sagt Niklas Stark. Vor allem in dieser Saison. Denn der FCN-Nachwuchs steht da, wo viele Mittelfranken auch die Bundesliga-Profis gerne sehen würden: an der Tabellenspitze. Und das Beste: „Wir spielen eine sehr gute Saison und haben in den Derbys die Bayern und die Fürther geschlagen. Das ist ein extrem gutes Gefühl.“
Mit drei Jahren fing Niklas Stark mit dem Kicken an, mit seinem zweieinhalb Jahre älteren Bruder Manuel, der heute beim Landesligisten TSV Neustadt spielt. Mit Sechs wechselte er in die Kreisstadt, 2004 zum FCN. Ab der E-Jugend durchlief Niklas Stark alle Jugendmannschaften des Bundesligisten. Bis zur U17, in der Stark meist als alleiniger „Sechser“ auf dem Platz steht. Der Rechtsfüßer lenkt das Spiel des Clubs. Seine Spezialitäten: Zweikämpfe, Kopfballduelle und Freistöße. In der aktuellen Bundesliga-Runde hat er bereits vier Tore erzielt.
Immer vor Augen: das große Ziel, Fußballprofi zu werden. „Das wäre schon das Geilste“, sagt Niklas Stark. Allen Anforderungen gerecht zu werden, ist aber für den 16-Jährigen nicht immer einfach. Unterstützt wird er von seinen Eltern. Meist fährt ihn seine Mutter Jutta zum Training nach Nürnberg. „Genau im Feierabendverkehr, da bleibt schon einige Zeit auf der Straße“, sagt sie. Vier Stunden sind Mutter und Sohn da unterwegs. Haben die Eltern keine Zeit, macht sich der 16-Jährige mit dem Zug auf den Weg nach Nürnberg. Bei den Spielen schaut meist auch der fußballbegeisterte Vater Wolfgang zu.
Lernen, aber auf Abruf bereit
Die Bundesliga-Spiele der U 17 finden meist samstags statt. Dann geht es mit dem Bus nach Freiburg, München, Stuttgart. Selbst bei Heimspielen ist der ganze Tag verplant. Nicht immer einfach für einen Jugendlichen, der auch mal abends weggehen will. „Da bekommt man schon mal einen Spruch von den Kumpels zu hören“, so Niklas Stark. „Aber es lohnt sich definitiv, freitags daheim zu bleiben.“ Doch nun ist erst einmal Winterpause. Ein paar Wochen ohne Fußball. „Nach einer halben Saison ist man schon kaputt“, sagt der Ipsheimer, der bis auf eine Knochenabsplitterung im Fuß und einen Oberarmbruch von größeren Verletzungen verschont geblieben ist. „Ich habe zwar keine Angst, aber ich freue mich vor allem darüber, wenn er verletzungsfrei bleibt“, sagt seine Mutter . Das sei für sie wichtiger, als die Karriere ihres Sohnes als Profi-Fußballer.