Fußball, Schule, Fußball: Schuften für ein Ziel
Die „U17“-Mädchen des 1.FCN haben kaum Freizeit, aber dafür lockt der Aufstieg
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16.02. 15:23 Uhr
Nürnberg
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Die Nachwuchsabteilung des
1.FC Nürnberg Frauen- und Mädchen- fußball hat sich neu aufgestellt. Die „U17“ spielt in der Bayernliga und will sich für die Bundesliga qualifizieren, die im Sommer 2012 eingeführt wird. Die NZ begleitet das Team die Saison über und berichtet in loser Folge, wie die Umsetzung dieses Vorhabens gelingt.
Schneeräumen war für die „U17“-Fußballerinnen des 1.FC Nürnberg am Mittwoch vor dem Training angesagt.
Foto: Hagen Gerullis
Schneeräumen war für die „U17“-Fußballerinnen des 1.FC Nürnberg am Mittwoch vor dem Training angesagt.
Schneeschippen war am Mittwochnachmittag angesagt. Schließlich räumt die Stadt Nürnberg den Kunstrasenplatz an der Bertolt-Brecht-Schule seit Jahresbeginn nicht mehr, und so holte sich Norbert Frey beim Sportservice der Stadt die Genehmigung, das gewohnte Trainingsareal für die Club-Mädels nutzbar zu machen.
Jessica Engelhardt (linkes Bild) sorgt bei den Club-Juniorinnen für Stabilität in der Abwehr. Lilli Tiefel (rechts) hingegen ist als Antreiberin im Mittelfeld unterwegs.
Foto: Sportfoto Zink
Jessica Engelhardt (linkes Bild) sorgt bei den Club-Juniorinnen für Stabilität in der Abwehr. Lilli Tiefel (rechts) hingegen ist als Antreiberin im Mittelfeld unterwegs.
„Wir haben uns bislang in der Halle über Wasser gehalten, außerdem haben die Mädels beim Lauftraining die Gegend rings um den Dutzendteich kennengelernt“, beschreibt Coach Frey den Trainingsbetrieb der vergangenen Wochen. Kälte und Schnee hatten die Möglichkeiten drastisch eingeschränkt, die „U17“ des 1.FCN Frauenfußball auf die Bayernliga-Rückrunde und das angestrebte Ziel Bundesliga-Aufstieg einzustimmen.
„Von Dezember bis Ende Januar lag der Schwerpunkt allerdings auf der Halle“, blickt Frey zurück. Der Stolz ist nicht zu überhören, wenn er auf die Erfolge bei den Turnierstarts in diesen Wochen zu sprechen kommt: „Die intensive Arbeit in der Halle hat sich ausgezahlt, gerade auch bei der Endrunde der bayerischen Hallenmeisterschaft.“ Schließlich kehrten die Club-Mädels mit dem Titel heim und ließen dabei sogar den großen Favoriten hinter sich, den FC Bayern München, der die Freiluft-Tabelle souverän anführt.
Beim Finalturnier in Herrieden war auch Sina Zimmermann dabei, die kleine, wuselige Club-Stürmerin. Im Sommer 2009 war die 15-Jährige vom TSV Mühlhof zum Club gestoßen. „Es war eine ganz schöne Umstellung zu Beginn dieser Saison, das Training ist härter, und es geht disziplinierter zu“, blickt sie auf den letzten Sommer zurück. Mittelfeldspielerin Lilli Tiefel nickt zustimmend: „In der letzten Saison hatten wir nacheinander insgesamt vier Trainer, es war schon ein bisschen chaotisch.“
Beide Mädchen sind in dieser Saison zur B1 des „Frauen-FCN“ aufgerückt und besuchen die neunte Klasse der BBS. Offen gestehen sie, dass es schon mal stressig wird, Fußball und Schule unter einen Hut zu bringen, schließlich trainieren sie inklusive Sportunterricht und DFB-Stützpunkt bis zu sechsmal in der Woche. „Wenn ich dann abends heimkomme, am nächsten Tag eine Schulaufgabe ansteht und ich den Stoff nicht verstehe, dann ist es schon mal zum Verrücktwerden“, räumt Lilli Tiefel ein, die 2010 vom SV Leerstetten zum Club gewechselt ist.
Erfahrungen, die auch Innenverteidigerin Jessica Engelhardt kennt, die auf die bewegteste Fußballvergangenheit zurückblicken kann: Im Winter 2006 kam sie von der E-Jugend des FC Eschenau zum Club, ging vier Jahre später zum Post SV, wo sie eineinhalb Jahre in der Jungenmannschaft auflief. Im Sommer schließlich kehrte die „Seniorin“ des Teams – sie ist die einzige Spielerin des Jahrgangs 1995 – zum 1.FCN zurück. „Ich habe schon den Eindruck, dass der Trainer von mir als Ältester erwartet, Führungsaufgaben zu übernehmen“, sagt sie.
In einer Mädchenmannschaft zu spielen, sei schon etwas ganz anderes, als bei Jungs zu spielen: „Zum einen ist es natürlich vom Körperlichen her eine große Umstellung, zum anderen ist der Umgang untereinander anders. Jungs pöbeln einen schon mal an, aber dann ist es erledigt.“ Mädchen neigten eher dazu, „mal rumzuzicken“.
Stress ist für die Fußballerinnen in den nächsten Monaten angesagt. Den nehmen sie aber gerne auf sich, denn sie haben das große Ziel vor Augen: den Aufstieg in die Bundesliga. Während Lilli Tiefel und Sina Zimmermann diesen Erfolg in der Folgesaison auskosten können, bleibt es für Jessica Engelhardt (vorerst) dabei: Sie rückt als einzige in den Frauenbereich auf.