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Zum Beispiel dem dienstältesten Profi der SpVgg Greuther Fürth. Bernd Nehrig kickt seit 2007 für das Kleeblatt und weiß genau, dass solche Vorbereitungsspiele in sportlicher Hinsicht wenig Aussagekraft haben, betont aber, dass solche Begegnungen einfach dazu gehören: „Die sind wichtig für uns als Mannschaft, uns — vor allem mit den Neuzugängen — zu finden, und wichtig für die kleinen Vereine und die ganze Umgebung. Dass es dann hoch ausgeht, ist bei diesen Leistungsunterschieden normal.“
Immerhin hat der 25-Jährige für die Kreisklassenspieler der TSV Höchstadt ein kleines Lob (oder ist es mehr ein Trost) übrig: „Im Rahmen ihrer Möglichkei-ten haben sie sich taktisch gut angestellt. Andere haben das schon schlechter gemacht.“ Zum Beispiel ist der TSV Königsberg (ebenfalls Kreisklasse) im Mai dieses Jahr mit 0:24 baden gegangen.
Als wertvoll stufte auch der Höchstadter Spielertrainer Sven Berthold (er hat ja immerhin in Ansbach und Vach höherklassig gekickt) diese Erfahrung ein: „Da haben gerade unsere jungen Spieler mal den Unterschied gesehen. Viele bei uns denken ja, wir können ganz gut Fußball spielen, heute haben wir gesehen, wie viel wir dazu noch lernen müssen. Die Fürther haben ein überragendes Passspiel aufgezogen, dagegen waren wir chancenlos.“
Berthold hofft, dass dieses Erlebnis vor toller Kulisse seiner Mannschaft für die kommende Runde neue Motivation verleiht: „Den Schwung müssen wir mitnehmen.“
Gut eine Stunde vor dem Spiel war der TSV-Vorsitzende Achim Hirsch in die Kabine seiner Elf gegangen, um diese auf den Nachmittag einzuschwören: „Jungs, das ist das Topspiel des Jahres für Höchstadt und auch für euch. Das ist ein Supererlebnis, das Ergebnis ist zweitrangig. Es ist auch egal, ob wir den Kasten voll kriegen. Bitte spielt fair und packt keine Blutgrätschen aus! Denkt daran: Die Fürther müssen demnächst gegen die Bayern spielen.“
Als sich der TSV-Platz an der Ziegelhütte zusehends füllte und sich am Schluss knapp über 2000 Zuschauer im Rund verteilten, war auch Finanzvorstand Lorenz Niklas zufrieden. Im Vorverkauf waren 800 Tickets weggegangen, „ab 1500 wären wir zufrieden, toll wäre es, wenn wir die 2000er-Marke knacken würden“, sagte er vor dem Anpfiff.
Für Stimmung sollte DJ Alf sorgen, doch der sporterprobte Herzogenauracher — übrigens selbst ein glühender SpVgg-Fan — hatte unerwartete Schwierigkeiten: Seine Versuche, „La Ola“ rund ums Stadion zu starten, scheiterten meist schon an der Mittellinie. Das Publikum genoss auch sonst eher still die weiß-grüne Fußballkunst.
Ähnlich wie SpVgg-Präsident Helmut Hack, der an seiner einstigen Wirkungsstätte als Bezirksligastürmer in Begleitung seiner kompletten Familie inklusive Enkeltochter Anna ungewohnt entspannt wirkte.
Das täuschte aber, wie er zugab. Denn zum einen wurmte ihn der alles andere als geglückte Dauerkartenverkauf in Fürth am Samstag, als der Server stundenlang Macken hatte und weder an den Kassen noch im Internet Tickets zu bekommen waren. Hack: „Das ist nicht gut gelaufen. Meine IT-Experten hatten diesen Fall immer wieder durchspielt — und da hatte alles geklappt. Ich hoffe, dass am Ende trotzdem alle Fans einigermaßen zufrieden gestellt wurden.“
Selbst bei seiner Ansprache vor Spielebeginn konnte er sich einen Seitenhieb dazu nicht verkneifen. Nachdem er von Hirsch ein Bild überreicht bekommen hatte, verkündete er seine Freude, „als Vertreter eines Bundesligavereins wieder daheim sein zu dürfen in Höchstadt“. Er lud alle Zuschauer in den Ronhof ein, nachdem die Bundesliga ja nun vor der Haustür sei — und schob hinterher: „falls sie Karten bekommen“.
Das zweite Thema, das ihn beschäftigt, ist natürlich die bevorstehende Saison. „Es brennt überall“, sagt er. Sowohl sportlich, weil noch immer zwei Offensivkräfte (vor allem ein Stoßstürmer als Ersatz für Torjäger Olivier Occean) im Kader fehlen, als auch im Umfeld, wo beim Umbau der Trolli-Arena und dem Bau des neuen Stadions immer wieder Komplikationen aufträten. „Die Vorbereitung auf die erste Liga gestaltet sich noch schwieriger als befürchtet — aber mal ehrlich: Wir haben es ja so gewollt!“, gesteht der Macher aus Vestenbergsgreuth.
Der hatte aber — wie die anderen Zuschauer — doch noch etwas zu lachen. Nämlich als DJ Alf den Höchstadter Bürgermeister als Johannes „Beppo“ Brehm vorstellte. Offenbar hatte der gute Alf den Namen Gerald bei den Toren von Asamoah so oft durchgesagt, dass er bei Brehm nach etwas Abwechslung suchte...

Di. 18.06.13
Di. 18.06.13
Di. 18.06.13
Di. 18.06.13
Mo. 17.06.13
Di. 18.06.13