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„Ich hätte beim ASV nicht weiter gemacht“

Abschied von Andy Speer: Schon nach einem Jahr trennen sich die Wege des Trainers und des Landesligisten - 07.12.11

NEUMARKT  - Der ASV Neumarkt kann mit einem positiven Eindruck in die Winterpause gehen. Es war bisher eine bewegende Saison mit Höhen und Tiefen, die am Ende Trainer Andy Speer „den Kopf kostete“. Nach dem souveränen 4:2- Erfolg am vergangenen Samstag gegen den Aufsteiger FC Ergolding springt zwar nur der 13. Tabellenplatz heraus, aber zum ominösen achten Rang, der den Direktaufstieg in die reformierte Bayernliga zur Folge hätte, sind es nur noch sechs Punkte. Die NN sprachen mit dem scheidenden ASV-Trainer und künftigen Coach des Fußballbezirksligisten TSV Berching.

Zuletzt lief es beim ASV Neumarkt wieder rund. Und auch Stürmer Thomas Koch traf wieder, wie hier am vergangenen Samstag beim 4:2 gegen Ergolding.
Zuletzt lief es beim ASV Neumarkt wieder rund. Und auch Stürmer Thomas Koch traf wieder, wie hier am vergangenen Samstag beim 4:2 gegen Ergolding.
Foto: Fritz Etzold
Zuletzt lief es beim ASV Neumarkt wieder rund. Und auch Stürmer Thomas Koch traf wieder, wie hier am vergangenen Samstag beim 4:2 gegen Ergolding.
Zuletzt lief es beim ASV Neumarkt wieder rund. Und auch Stürmer Thomas Koch traf wieder, wie hier am vergangenen Samstag beim 4:2 gegen Ergolding.
Foto: Fritz Etzold

Herr Speer, sind Sie unterm Strich mit dem Saisonverlauf zufrieden?


Andy Speer: Ich habe mir zwar zu Saisonbeginn 35 Punkte zur Winterpause als Ziel gesetzt, doch im Nachhinein muss ich mit dem Erreichten zufrieden sein. Uns fehlten lediglich sieben Punkte, dann wären wir im Soll gewesen.

Es war ja ein Auf und Ab.

Speer: Wir begannen mit zwei Niederlagen und hatten dann eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage. Danach fielen wir in ein Loch. Es kam eine Negativserie, als wir sieben Begegnungen nicht mehr gewannen, Sicher trugen die vielen Verletzten dazu bei. Es waren einfach zu viele Ausfälle verschiedenster Art. Hinzu kam, dass Thomas Mayer und Paolo Rizzo noch nicht ihre Form hatten. Doch zuletzt war es wieder in Ordnung. Gerade die vergangenen vier Partien stimmten zufrieden, da holten wir acht Punkte.

Was war der Knackpunkt, warum Sie nach nur einjährigem Gastspiel beim ASV den Hut nehmen mussten?

Speer: Ein Knackpunkt ist sicherlich, dass mir keinerlei Geduld entgegengebracht wurde. Da gibt es noch weitere Situationen, die dazu beigetragen haben. Wenn man bedenkt, dass wir vergangene Saison fast in die Bezirksoberliga abgestiegen wären und dennoch den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht haben. Zu Beginn dieser Saison fragten mich die Spieler, wie es weiter geht. Fast wäre das Vorhaben gescheitert (wegen finanzieller Probleme dachte die Fußballabteilung des ASV im Sommer über einen Rückzug aus der Landesliga nach; Anm. d. Redaktion). Hinzu kam noch ein Torwartproblem.

Hätten Sie denn gerne weiter gemacht?

Speer: Die Mannschaft wollte, dass ich weiter mache. Ich selber glaube nicht, dass ich unter den gegebenen Umständen weiter gemacht hätte. Es hätte ein persönliches Gespräch mit mir stattfinden müssen. Die Situation hat mich natürlich schon beschäftigt. Aber als mir zugetragen wurde, dass sich ein Trainer nicht wohl fühlen sollte, sondern nur Erfolge einfahren soll, war mir schon klar, dass ich nicht beim ASV geblieben wäre.

Glauben Sie, der ASV kann es noch schaffen?

Speer: Man sollte mit Prognosen vorsichtig sein. Ich jedenfalls wünsche es der Mannschaft, in den vorderen Bereich hineinzuschießen. Sie hat das Zeug dazu, den Aufstieg zu schaffen. Wenn es einigermaßen normal läuft, müsste es zu schaffen sein.

Sie haben zumindest nach den Erfolgen der letzten vier Spiele den Grundstein dafür gelegt?

Speer: Die letzten Ergebnisse haben gezeigt, dass die Mannschaft es drauf hat. Wir konnten zulegen, was uns wohl kaum jemand mehr zugetraut hätte. Sechs Punkte Rückstand sind noch aufzuholen.

Verlassen Sie den ASV mit einem weinenden und/oder lachenden Auge?

Speer: Mit beidem. Mit einem lachenden Auge, weil ich die Mannschaft in einem sehr guten Zustand übergeben kann. Wir haben uns gegenseitig vertraut, und das Team würde sich freuen, wenn wir weiterhin Kontakt miteinander halten. Das weinende Auge betrifft die Betreuer Klaus Wegertseder und Konrad Kranzer, für die der Abschied schon sehr wehtat. Sie standen mir schon sehr nahe.

Zum Zeitpunkt des Interviews wollte Andy Speer noch keine Entscheidung über seine Zukunft treffen. Wie unsere Redaktion am Mittwochabend aber erfahren hat, wird Speer neuer Trainer des TSV Berching. 



Interv.: DIETER SAMBERGER

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