Jahn fehlte der Mut
Fußball, Landesliga: Forchheim verliert daheim 1:3
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06.05.2012 19:09 Uhr
FORCHHEIM
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Im Duell mit der Drittliga-Reserve Jahn Regensburgs zogen die Schützlinge von Michael Hutzler mit 1:3 den Kürzeren, dürfen aber weiter von der direkten Bayernliga-Qualifikation träumen.
Der Jahn, wie hier im Bild Mittelfeldmotor Ferdinand List (in blau), agierte beim 1:3 gegen Regensburg II über weite Strecken zu passiv.
Foto: Huber
Der Jahn, wie hier im Bild Mittelfeldmotor Ferdinand List (in blau), agierte beim 1:3 gegen Regensburg II über weite Strecken zu passiv.
20 Minuten zeigten die Forchheimer in der Offensive Mut. Sie gingen beherzt in die Zweikämpfe und setzten die Regensburger Hintermannschaft unter Dauerdruck. Zunächst war es das Schiedsrichtergespann, das Senad Bajrics Treffer wegen einer Abseitsstellung seines passgebenden Teamkollegen Tobias Ulbricht verweigerte.
Keine 60 Sekunden später marschierte Kapitän Christoph Saffra allein auf das Regensburger Tor zu und umkurvte Torwart Pillmeier. Dabei ließ er sich aber abdrängen und konnte nicht mehr präzise abschließen. Sein Versuch wurde auf der Linie geklärt. Im dritten Anlauf durften die Gastgeber schließlich jubeln. Klaus Grütze jagte einen zu kurz abgewehrten Ball aus 20 Metern unhaltbar in die Maschen. Es war das 1:1 in der 73. Minute, dem ein minutenlanger offener Schlagabtausch mit dem Spitzenteam aus Niederbayern folgte.
Vor diesen ansehnlichen 20 Minuten hielten sich die Forchheimer nach einer kurzen aktiven Anfangsphase, in denen Ulbricht zwei gute Möglichkeiten ausließ, sehr zurück. Trainer Michael Hutzler attestierte seinem Team zwar, in der Defensive „gut gearbeitet“ zu haben, vermisste aber „den Mut nach vorne“.
So entwickelten die Gäste immer mehr Freude am Kombinieren. Es war eine Phase, in der sich SpVgg-Torwart Rüdiger Beck mit drei starken Reaktionen innerhalb weniger Minuten auszeichnen konnte. „Regensburg hat in seinen Reihen natürlich spielstarke Leute“, sagt Hutzler, „deshalb ist es umso wichtiger, selber Akzente nach vorne zu setzen.“ Doch die blieben aus. Torlos ging es in die Halbzeit.
Drei Minuten nach Wiederanpfiff erzielten die Gäste gleich mit der ersten gefährlichen Aktion das 0:1. Markus Smarzoch brauchte aus wenigen Metern Entfernung nur einzuschieben, nachdem ein Forchheimer Rettungsversuch komplett missriet und der Ball in Richtung eigenes Tor trudelte. Ein Gegentreffer, der die Gastgeber wachrüttelte. „Leider muss das zurzeit erst passieren, bevor wir wieder zu spielen anfangen“, seufzt Hutzler, der anschließend jene guten 20 Minuten seiner Elf zu sehen bekam.
Bilderbuchmäßige Konter
Es sollte trotzdem nicht reichen, weil Regensburg in der 78. Minute einen Gegenstoß konsequent zu Ende spielte und durch Christian Bauer wieder in Führung ging. Jahn Forchheim wollte noch einmal antworten und suchte seinen Mittelstürmer Tobias Ulbricht, doch der rieb sich in zahlreichen Zweikämpfen auf und kam nicht mehr zum Abschluss. Auf der anderen Seite trug die Reserve des möglicherweise bald wieder Zweitligisten aus Regensburg erneut einen bilderbuchmäßigen Konter vor. Der eingewechselte Machado de Marcelo Ramos netzte problemlos zum 3:1 ein.
„Ein Punkt hätte uns ohnehin nicht weiter gebracht“, sagt Michael Hutzler, der bei seinen Spielern drei Spiele vor Saisonende leichte Müdigkeit feststellte. Vor der nächsten schweren Aufgabe auswärts beim Tabellenführer Schalding-Heining hat der Jahn dank des Unentschiedens des FC Bad Kötzting trotzdem weiter einen direkten Bayernliga-Platz inne.
SpVgg Jahn Forchheim: Beck; Neudecker, Michl, Konrad (54. Hassa), Saffra, Grütze, Bauernschmitt (65. Sylejmani), Bajric (85. Schmuck), List, Ulbricht, Clausnitzer.
SSV Jahn Regensburg II: Pillmeier; Kubina, Kurz, Dürmeyer, Karg (72. Hofmeister), Kasal, Zurawsky, Bauer, Smarzoch, Temür (65. de Marcelo Ramos), Hofmann (65. Löffler).
Schiedsrichter: Plass (TSV Göggingen). Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Smarzoch (48.), 1:1 Grütze (73.), 1:2 Bauer (78.), 1:3 de Marcelo Ramos (90.).