Jahn Forchheim marschiert eiskalt in die Bayernliga
Fußball, Landesliga: SpVgg macht Aufstieg durch 4:0 gegen Deggendorf perfekt — Stolzer Trainer Hutzler bekam Bierdusche
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16.05.2012 22:01 Uhr
FORCHHEIM
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Ohne Anspannung kann die SpVgg Jahn das letzte Saisonspiel beim Tabellenführer in Landshut angehen. Denn der direkte Aufstieg in die Bayernliga steht seit Mittwoch dank des 4:0-Heimsieges gegen Deggendorf in der Fußball-Landesliga Mitte fest.
Riesenfreude in Dunkelblau: Nach dem 4:0-Sieg gegen Deggendorf ist die SpVgg Jahn in die Bayernliga aufgestigen.
Foto: Huber
Riesenfreude in Dunkelblau: Nach dem 4:0-Sieg gegen Deggendorf ist die SpVgg Jahn in die Bayernliga aufgestigen.
„Überglücklich und stolz auf die Truppe“ war Jahn-Trainer Michael Hutzler nach der Partie. Dass der Sieg nach Meinung seines Deggendorfer Kollegen mit 4:0 „deutlich zu hoch“ ausgefallen war, interessierte ihn hinterher nicht. „Ob 1:0 oder 8:0, Hauptsache gewonnen“, erklärte ein sichtbar erleichterter Hutzler.
Zunächst dachte niemand an einen solch hohen und ungefährdeten Erfolg, in der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften — die Gastgeber ohne Torjäger Tobias Ulbricht — ebenbürtig. Wenn Thomas Hötzl in der elften Minute aus spitzem Winkel nicht den Pfosten, sondern ins Gehäuse von Rüdiger Beck getroffen hätte, hätte das Spiel auch anders laufen können.
Doch auch die Gastgeber hatten in einem temporeichen, aber von vielen Abspielfehlern geprägten, ersten Durchgang Chancen. Getroffen hatte dann aber doch der Jahn: Heiko Schaup hatte Ferdinand List per Flanke bedient. Diese flog eigentlich zu dicht an das Deggendorfer Tor, List stocherte das Leder über die Linie, bevor der Torhüter eingreifen konnte (41.). Damit ging es in die Pause. Mitten in einer Drangphase der Niederbayern direkt nach Wiederanpfiff erzielte der Jahn dann das vorentscheidende 2:0: List scheiterte nach schönem Alleingang zunächst am Torwart, doch Senad Bajric bekam den Abpraller vor die Füße und setzte das Spielgerät mit einem herrlichen Heber von halbrechts via Innenpfosten in die Maschen (61.).
Großen Anteil daran hatte Senad Bajric mit zwei Toren.
Foto: Huber
Großen Anteil daran hatte Senad Bajric mit zwei Toren.
Spätestens nach dem dritten Treffer, waren auch die letzten Zweifler überzeugt: Der Jahn spielt nächste Saison nach 12 Jahren Absenz wieder in der Bayernliga. Und dieses 3:0 wurde dieser Spielklasse durchaus gerecht. List schickte Steffen Konrad per Außenrist steil auf die linke Seite, von wo aus dieser den Ball zum mitgelaufenen Bajric in den Strafraum servierte. Damit war Senad Bajrics zweiter Doppelpack innerhalb von vier Tagen nur noch Formsache. Die Gelegenheit ließ er sich nicht entgehen..
Passend zu den kühlen Temperaturen erwies sich der Jahn-Angriff als eiskalt. Auch der eingewechselte Nuhi Sylejmani setzte noch eins drauf. Der ebenfalls gerade erst ins Spiel gekommene Christroph Saffra war auf dem Weg zum Sechzehnmeterraum der Gäste gefoult worden. Der äußerst umsichtige und souverän leitende Unparteiische ließ aber den Vorteil laufen, den Sylejmani zu nutzen wusste. Sein beherzter Schuss schlug zum 4:0 im langen Eck ein (88.)
Kurz danach war Schluss und die Jahn-Bank stürmte den Platz, um gemeinsam das Erreichen des Ziels zu feiern. Schließlich hatte „vor der Saison kaum einer daran geglaubt, dass wir es packen, vor allem nach dem Schnitt, den wir gemacht hatten“, freute sich Hutzler, ehe er eine Bierdusche bekam. Eiskalt.
SpVgg Jahn Forchheim: Beck; Neudecker, Grütze, Michl (68. Feulner), Bajric, Konrad, Clausnitzer (80. Saffra), List, Schmuck, Bauernschmidt (64. Sylejmani), Schaup.
SpVgg GW Deggendorf: Rixinger; Schwarz, Eller, Hauner, Lallinger, Müller, Rothkopf, Schober (71. Wimmer), Hötzl, Ober, Ertl.
Schiedsrichter: Steigerwald (Gräfendorf). Zuschauer: 150. Tore: 1:0 (41.) List, 2:0 (61.) Bajric, 3:0 (76.) Bajric, 4:0 (88.) Sylejmani.