8°C
Freitag, 24.05. - 16:04 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Jahrhundertspiele machten Hugenottenstadt berühmt

Vor 50 Jahren feierte die Sportvereinigung Büchenbach mit der Süddeutschen Meisterschaft den größten Erfolg im Erlanger Fußball - 26.05.2012 13:00 Uhr

ERLANGEN  - Ganz still ist es im Erlanger Fußball nie. Vor vier Jahren schaffte der FSV Bruck den Sprung in die Bayernliga, jetzt marschierte der SC Eltersdorf von der Landesliga in die Regionalliga durch. Auf den bisher größten Erfolg können dieser Tage aber die Büchenbacher Fußballer zurückblicken: Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren holten sie die Süddeutsche Meisterschaft.

Die Meisterelf der Sportvereinigung Büchenbach: Zenger, Peter Slatina, Heldmann, Sperr, Grün, Demmelmeyer, Klaus Slatina, Wein, Amer, Bucher und Ermann.
Die Meisterelf der Sportvereinigung Büchenbach: Zenger, Peter Slatina, Heldmann, Sperr, Grün, Demmelmeyer, Klaus Slatina, Wein, Amer, Bucher und Ermann.
Foto: privat
Die Meisterelf der Sportvereinigung Büchenbach: Zenger, Peter Slatina, Heldmann, Sperr, Grün, Demmelmeyer, Klaus Slatina, Wein, Amer, Bucher und Ermann.
Die Meisterelf der Sportvereinigung Büchenbach: Zenger, Peter Slatina, Heldmann, Sperr, Grün, Demmelmeyer, Klaus Slatina, Wein, Amer, Bucher und Ermann.
Foto: privat

Als wäre es erst gestern gewesen, fachsimpeln Peter Slatina und Klaus Ermann über die beiden Spiele, die vor einem halben Jahrhundert „Erlangen berühmt gemacht haben“. Der Schiri, die Mannschaftskollegen, Spielszenen, Tore – alles können die beiden Mittsiebziger, die am größten Triumpf mitgewirkt haben, noch beschreiben und schwelgen dabei in Erinnerungen an die Zeiten, als die „Froscher“ aus Büchenbach plötzlich die Nummer eins im Erlanger Fußball waren.

„Wir waren 1953/54 mit der Jugend in Büchenbach gestartet“, erinnern sie sich. Und was folgte war eine rasante Entwicklung: „Sieben oder acht von uns kamen gleich in die 1. Mannschaft und dann hatten wir praktisch jedes Jahr einen Aufstieg.“ Das war umso überraschender, als damals in der Erlanger Fußballhierarchie die Sportvereinigung Büchenbach erst an fünfter Stelle hinter SpVgg, ATSV, Bruck und TV 48 stand.


Doch die Begeisterung wuchs. „Büchenbach war wie ausgestorben, wenn wir gespielt haben“, sagt Klaus Ermann und blickt mit Bedauern auf die Zuschauerzahlen bei den heutigen Spielen: „Da hatten wir damals sogar beim Training mehr Zuschauer.“ So sahen in der Meistersaison 1961/62 beispielsweise 5000 Menschen die Partie gegen den FC Bamberg. Und einen weiteren Unterschied zum heutigen Fußball haben die beiden Ehemaligen ausgemacht: „Für Geld haben wir nicht gespielt.“ Vor allem um die Kameradschaft sei es gegangen, sagt Klaus Slatina, aber auch der Ehrgeiz habe das Team angetrieben. In einer 48-Stunden-Arbeitswoche habe man nach Feierabend noch trainiert. Außerdem habe Trainer Simon Winkler es verstanden zu motivieren.

Das alles hat die Mannschaft in der Saison 1961/62 bis ans Tor zur 2. Liga geführt. Ohne ein einziges Mal die Tabellenführung abgegeben zu haben und ausnahmslos ohne Heimniederlage standen die Büchenbacher schon zwei Spieltage vor Saisonende im April 1962 als Meister der 1. Amateurliga Nordbayern fest. „... mit der Elf aus dem Erlanger Westen besitzt unsere auf vielen Gebieten so fortschrittliche Heimatstadt nun endlich ein Fußball-Team von Format“, schwärmte diese Zeitung am 7. April 1962. Und dabei war die Sportvereinigung da noch gar nicht am Ende der Erfolgsleiter angekommen: Gegen den Südmeister ESV Ingolstadt ging es im Mai um den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Liga.

Das Hinspiel verloren die Erlanger bei den Oberbayern mit 0:1, das 1:1 im Rückspiel reichte den Büchenbachern dann nicht mehr: Ingolstadt stieg in die 2. Liga auf, der SpVgg blieb der Kampf um den Titel des süddeutschen Meisters. 15000 Zuschauer hatten insgesamt die beiden Spiele gesehen.

Zwei Partien trennten die Büchenbacher nun noch vom für einen Erlanger Verein einmaligen Erfolg, zwei Mal ging es gegen Mannschaften aus Baden-Württemberg, zwei Mal gab es einen 2:1-Sieg. Den ersten am 27. Mai in Bamberg gegen Union Böckingen, den nächsten am 3. Juni in Karlsruhe gegen den VfR Pforzheim – der Titel gehörte den Büchenbachern.

Das wurde nach der Rückkehr nachts noch im Sportheim gefeiert, Spielführer Peter Slatina hatte den einzigen Rausch seines Lebens, „weil alle mit mir trinken wollten“, wie er sagt. Und: „Die haben es schon darauf angelegt.“ Ansonsten sei alles eher still abgelaufen, einen städtischen Empfang habe es nicht gegeben. „Dafür sind wir später aber Sportler des Jahres geworden.“

Für viele Spieler der Büchenbacher war diese Saison das Sprungbrett: Josef Wein wechselte gleich zur SpVgg Fürth, Peter Slatinas Bruder Klaus folgte ihm nach einem Gastspiel beim ESV Ingolstadt. Auch Klaus Ermann und Peter Slatina hatten Angebote aus der Kleeblattstadt. Beiden war aber die Familie wichtiger als der Profifußball. 

VON NICOLE FORSTNER


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.


Fupa Banner
Nachrichten aus dem Sport

Fußballtippspiel

Brightcove Video Amateursport

Facebook Amateurfussi
     
User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...
Suche wird durchgeführt...