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Max Habermann rettet Fairplay

"Hinter der Tribüne" - 18.06.2012 12:00 Uhr

HERZOGENAURACH  - Zu einer salomonischen und definitiv ungewöhnlichen Lösung hat Fußball-Kreisspielleiter Max Habermann gegriffen, um nach seinen eigenen Worten „eine gravierende Ungerechtigkeit im Sport“ zu verhindern.

In der A-Klasse 2 des Kreises Erlangen-Pegnitzgrund wird unter den drei letztplatzierten Mannschaften DJK Oesdorf, DJK Weigelshofen und SV Langensendelbach II ein freier Platz in den A-Klassen ausgespielt. Diese Chance, so Habermann, erhielten die Vereine, „um die Fairness zu gewährleisten“.

In der abgelaufenen Saison hatte der Türkische KV Forchheim nämlich mehrmals einen Jugendspieler in der ersten Mannschaft eingesetzt, der bereits am gleichen Tag in der A-Jugendmannschaft aktiv war. Dies ist nach Satzung und Ordnung des BFV nicht erlaubt, denn ein Jugendspieler darf nur ein Spiel an einem Tag bestreiten.

Da die jeweiligen Gegner des TKV dies kaum wissen konnten, denn ein 18-jähriger Jugendspieler hat Spielrecht für beide Mannschaften, wurde der Einsatz lange Zeit nicht bekannt.

Als verschiedene Vereine von dieser Angelegenheiten erfuhren, erfolgten Anzeigen beim Sportgericht. Diese wurden jedoch wegen Fristversäumnis zurückgewiesen, und der TKV Forchheim konnte nicht mehr sportgerichtlich belangt werden.

Da aufgrund dieser Fristversäumnis, was den Vereinen kaum anzulasten ist, ein Verein absteigen muss, der bei sportgerichtlicher Behandlung sicherlich nicht abgestiegen wäre, und der TKV Forchheim trotz „bewusster oder unbewusster“ verbotener Spielereinsätze in der Klasse bleibt, hat Habermann beim Bezirksausschuss Mittelfranken einen Antrag auf einen zusätzlichen Platz in der A-Klassen gestellt und diesem Antrag wurde Zustimmung erteilt.

Der Kreisspielleiter weist in diesem Zusammenhang nachdrücklich daraufhin, dass dadurch weder die Sportgerichtsbarkeit umgangen werden soll und umgangen wird, sondern dass es sich aufgrund der Tabellensituation nur um einen einmaligen Vorgang handeln kann und auch handeln wird.

„Es ist nicht zu vermitteln, dass ein Verein absteigt, der nichts falsch gemacht hat und ein Team trotz mehrmaliger verbotener Spielereinsätze in der Klasse bleibt“, stellte der Kreischef deutlich fest. Nur deshalb und zur Aufrechterhaltung des Glaubens an die im sportlichen Verkehr herrschenden Sitten und Regeln habe er den Antrag gestellt.

Die DJK Oesdorf, die DJK Weigelshofen und der SV Langensendelbach II, die eigentlich abgestiegen sind und auf sportgerichtlichen Weg nichts mehr erreichen könnten, haben sich bei einem Treffen mit Habermann darauf geeinigt diesen freien Platz untereinander auszuspielen.

Ein automatisches Nachrücken des „besten Absteigers“ ist nach Ansicht des Kreisspielleiters nicht möglich, denn dies wäre nur nach sportgerichtlichen Entscheidungen möglich und würde erneut weitere Diskussionen und Einsprüche nach sich ziehen.

Dass der bestplatzierte Verein, die DJK Oesdorf, hierbei den Kürzeren ziehen kann und der Letzte, Langensendelbach II nun auch die Klasse erhalten könnte, ist den beteiligten Vereinen bekannt. Alle drei Vereine stimmten schriftlich zu, dass sie bei Eintreten dieses Falles auch damit einverstanden sind. Zugestimmt wurde auch dem Austragungsmodus.

Die Auslosung ergab, dass im ersten Relegationsspiel am Dienstag, 19. Juni, um 18.30 Uhr in Eggolsheim Weigelshofen auf Langensendelbach II trifft. Der Verlierer ist abgestiegen, der Sieger des Spiels trifft dann im entscheidenden Spiel am Donnerstag, 21. Juni um 18.30 Uhr in Hausen auf die DJK Oesdorf.

Dieser eine zusätzliche Platz in den A-Klassen wird in der kommenden Saison wieder abgebaut. Die Auf- und Abstiegsregelung in den A-Klassen und in den B-Klassen müsse durch diesen Zusatzplatz in der Saison 2012/2013 jedenfalls nicht verändert werden, versichert Habermann. 



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Die Entscheidungen um Auf- und Abstieg in den Amateurfußball-Ligen der Region.