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Mehr Fairness verlangt

Übergriffe auf Fußball-Schiedsrichter nehmen zu - 03.02. 12:00 Uhr

HERZOGENAURACH / HÖCHSTADT  - Bei der Spielgruppen-Halbzeittagung in den Kreis-, A- und B-Klassen haben Kreisspielleiter Habermann und die Gruppenschiedsrichterobmänner die zunehmende Anzahl an tätlichen und verbalen Angriffen auf Schiedsrichter kritisiert.


Habermann mahnte, Spielabsagen so früh wie möglich zu melden. Ansonsten müssten trotz Absage die Schiedsrichterkosten übernommen werden. Gleichzeitig kritisierte der Kreisspielleiter die Häufung an kurzfristigen Nichtantretungen auch in der Halle und Einsätze von Fußballern ohne gültigen Spielerpass: „Die sind nicht versichert“, so Habermann.

Auch appellierte er an die sportliche Fairness der Vereine: „Ich weiß von „Alt-Herren“-Spielen, in denen aktive Spieler der 1. Mannschaft mitgewirkt haben.“ Gleichzeitig prangerte Max Habermann die zunehmende Anzahl von Spielabbrüchen an. „Wenn ein Schiedsrichter mit einem Messer bedroht wird, dann hört der Spaß auf“, so der Kreisspielleiter.


Unrühmliches Ende des BOL-Jahres 2011: Schiedsrichter Christian Klein brach die Partie SC Schwabach gegen Hersbruck in der 50. Minute ab. Nach einem Elfmeterpfiff war er von protestierenden Gästespielern hart bedrängt worden.
Unrühmliches Ende des BOL-Jahres 2011: Schiedsrichter Christian Klein brach die Partie SC Schwabach gegen Hersbruck in der 50. Minute ab. Nach einem Elfmeterpfiff war er von protestierenden Gästespielern hart bedrängt worden.
Foto: Gerner
Unrühmliches Ende des BOL-Jahres 2011: Schiedsrichter Christian Klein brach die Partie SC Schwabach gegen Hersbruck in der 50. Minute ab. Nach einem Elfmeterpfiff war er von protestierenden Gästespielern hart bedrängt worden.
Unrühmliches Ende des BOL-Jahres 2011: Schiedsrichter Christian Klein brach die Partie SC Schwabach gegen Hersbruck in der 50. Minute ab. Nach einem Elfmeterpfiff war er von protestierenden Gästespielern hart bedrängt worden.
Foto: Gerner

Habermann appellierte an die Vereine, mehr für den Schutz der Unparteiischen zu tun. Denn: „Da braucht ihr euch nicht mehr wundern, wenn wir keine Schiedsrichter mehr bekommen. Ihr müsst den Unparteiischen auch mal einen Fehler zugestehen.“

In die gleiche Kerbe schlug auch Gruppenschiedsrichterobmann Christian Klein. Er sprach von großen Personalproblemen sowie von einer zunehmenden Anzahl an Spielabbrüchen auch wegen körperlicher Angriffe gegen Schiedsrichter. Teilweise müssten Schiedsrichter zwei bis dreimal am Wochenende pfeifen, damit alle Spiele besetzt werden können. Schuld an dieser Entwicklung seien auch einige Medien, kritisierte Klein. So lange es öffentliche Internet-Foren gebe, in denen der „schlechteste Schiedsrichter“ gewählt werde , habe man es schwer, neue Kameraden zu gewinnen.

Habermann und seine Gruppenspielleiter Manfred Kressner und Thomas Beetz hatten für den Rückblick Statistik parat: Zwischen dem 1. August und 31. Dezember 2011 habe es 43 Meldungen wegen Passangelegenheiten gegeben. An Gebühren sind 860 Euro angefallen, Strafen mussten 2690 Euro bezahlt werden. Insgesamt hat es 48 X:0-Wertungen wegen Spielabsagen gegeben; die Gebühren lagen bei 960 Euro, die Strafen bei 2750 Euro.

Vier Spielabbrüche

Insgesamt habe es vier Spielabbrüche wegen Tätlichkeiten gegenüber Schiedsrichtern, sowie wegen Bedrohungen oder Tumulten gegeben. Am Pokal auf Kreisebene nahmen 133 Vereine teil. Gruppenspielleiter Thomas Beetz kritisierte 633 Gelbe Karten in 136 Spielen in der Kreisklasse 1 sowie sieben Rote Karten. In der Kreisklasse 2 wurden 577 Gelbe Karten gezückt und 16 Rote Karten gezeigt. In der Kreisklasse 3 wurden 501 Verwarnungen und 14 Rote Karten verhängt.

In der A-Klasse 1 waren es in 136 Spielen 546 Gelbe Karten und 14 Rote, in der A-Klasse 2 627 Gelbe und 21 Rote, in der A-Klasse 3, exakt 517 Gelbe und 14 Rote. Die durchschnittlichen Schiedsrichterkosten lagen zwischen 29,52 Euro und 39 Euro. 



VON ALEXANDER HITSCHFEL

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