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Mit weißer Weste durch die Vorrunde

Kreisliga-Spitzenreiter TSV Cadolzburg musste nicht einen Punkt abgeben - 03.01. 12:26 Uhr

CADOLZBURG  - In Zeiten des modernen Fußballs sind Superlative bekanntlich schnell zur Hand. Was der TSV Cadolzburg in dieser Vorrunde vollbracht hat, genießt jedoch tatsächlich Seltenheitswert.

So kennt man sie: Michael Düll (Nr. 8) und seine Teamkameraden vom TSV Cadolzburg haben in der Kreisliga 2 allen Grund zum Feiern.
So kennt man sie: Michael Düll (Nr. 8) und seine Teamkameraden vom TSV Cadolzburg haben in der Kreisliga 2 allen Grund zum Feiern.
Foto: Pfeil
So kennt man sie: Michael Düll (Nr. 8) und seine Teamkameraden vom TSV Cadolzburg haben in der Kreisliga 2 allen Grund zum Feiern.
So kennt man sie: Michael Düll (Nr. 8) und seine Teamkameraden vom TSV Cadolzburg haben in der Kreisliga 2 allen Grund zum Feiern.
Foto: Pfeil

In sämtlichen 15 Vorrundenpartien der Kreisliga 2 ging die Elf von Reinhold Fischer als Sieger vom Platz – und das als Aufsteiger! Saisonübergreifend feierte der TSV sogar 21 Siege in Serie.

Als Reinhold Fischer den TSV im Oktober 2009 übernahm, stand dieser noch auf dem vorletzten Tabellenplatz der Kreisklasse 4. „Wir waren akut mit dem Arsch durchgehangen“, kommentiert Fischer die Situation bei seinem Amtsantritt trocken. Sorgen bezüglich eines drohenden Abstiegs machte sich der 51-Jährige dennoch nicht: „Die Mannschaft war taktisch falsch aufgestellt.“

Also ließ der langjährige Trainer des ASV Fürth die Cadolzburger fortan mit einer Viererkette agieren – und hatte Erfolg: Nach Rang sieben im Frühjahr 2010 ballerten sich die treffsicheren Fischer-Schützlinge in der Folgesaison mit 117 Toren zur Meisterschaft der Kreisklasse 3. 40 Treffer steuerte alleine Roman Egerer bei, der auch in dieser Kreisligaspielzeit schon sagenhafte 28-mal ins Schwarze traf.



„Roman Egerer ist unsere Lebensversicherung. Er trifft fast wie er will“, lobt Fischer die Qualitäten seines landesligaerfahrenen Top-Torjägers (Neustadt/Aisch, Quelle Fürth), mit dem er es allerdings nicht immer leicht hat. „Ich glaube, Roman Egerer wird nie erwachsen“, flachst der Coach und setzt noch eine Prognose oben drauf: „Er wird immer ein Teil Kind bleiben.“

Zwar hadert der Coach mit Egerers ständigen „Flausen“, die ihn zu manchem Spaß im Training verleiten, attestiert dem Angreifer zugleich aber einen hohen kämpferischen Einsatz und eine hohe Laufbereitschaft. Agierte der Stürmer früher bisweilen zu eigensinnig, stelle er sich mittlerweile verstärkt in den Dienst der Mannschaft: „Auf dem Spielfeld geht er an die Leistungsgrenze und gibt immer hundert Prozent.“


Wieder in der Spur: Trainer Reinhold Fischer und seine Cadolzburger.
Wieder in der Spur: Trainer Reinhold Fischer und seine Cadolzburger.
Foto: Zink
Wieder in der Spur: Trainer Reinhold Fischer und seine Cadolzburger.
Wieder in der Spur: Trainer Reinhold Fischer und seine Cadolzburger.
Foto: Zink

Neben dem Torschützen vom Dienst bilden vor allem Marcus Kirschner, Patrick Reichenauer, Jens Dorner und Michael Düll die Stützen des unangefochtenen Kreisligaspitzenreiters. Während Dorner und Reichenauer über Bezirks- beziehungsweise Landesligaerfahrung verfügen, gehörte Düll einst sogar zum Kader der deutschen „U17“-Nationalmannschaft und hatte als Spieler der SpVgg Greuther Fürth ein Angebot des FC Bayern vorliegen.

„Michi Düll spielt geniale Bälle“, lobt Fischer die Übersicht seines Mittelfeldregisseurs. Wegen eines Kreuzbandrisses in der Partie gegen Weinzierlein fällt Düll allerdings für den Rest der Saison aus. „Wir können ihn nicht ersetzen“, konstatiert Fischer. Seinen Verlust kompensieren soll derweil der 20-jährige Daniel Kruschinski, der im Winter vom TB Johannis 88 nach Cadolzburg wechselt.

Auch wenn der Erfolgstrainer klagt, dass er noch nicht einmal in dieser Spielzeit seine Wunschformation aufs Feld schicken konnte, befindet er sich in einer äußerst komfortablen Lage: „Ich habe einen guten Draht zu jungen Spielern. Wir haben eine hohe Trainingsbeteiligung und einen großen Konkurrenzkampf.“

So dürfte der 18-jährige Florian Müller – mit sieben Toren zweiterfolgreichster TSV-Stürmer – noch bei den A-Junioren spielen, und auch der zweifache Torschütze Thomas Paulus ist wie Dominik Fritsche erst 19 Jahre jung. Für ein intaktes Mannschaftsgefüge sorgen zudem die Hummel-Brüder und Routinier Marc Oster.

Zwar hat es den TSV beim 1:2 gegen den SV Raitersaich am zweiten Spieltag der Rückrunde dann doch erstmals erwischt, im Nachholspiel beim TSV Zirndorf ließ es der Spitzenreiter nur eine Woche später jedoch gleich wieder so richtig krachen und gewann klar mit 7:1. „Bei 15 Punkten Vorsprung darf im Regelfall nichts mehr passieren“, erklärt Fischer mit Blick auf die restlichen Ligaspiele im Frühjahr. Damit aber erst gar kein Schlendrian einkehrt, verspricht er: „Wir werden aufs Gas treten.“ 



Johannes Handl

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