Neumarkts Hock muss Löcher stopfen
Pokal-Derby: ASV Neumarkt ist heute Abend krasser Außenseiter
-
12.09.2012 12:35 Uhr
NEUMARKT
-
Es ist das Highlight 2012 im Neumarkter Fußball: das Pokalspiel der zweiten Runde um den BFV-Pott am heutigen Mittwoch um 17.45 Uhr im Stadion am Deininger Weg zwischen dem Bayernligisten ASV Neumarkt und dem Regionalliga-Zweiten SV Seligenporten.
Rechts im ASV-Trikot, hätten Sie ihn erkannt? Marco Wiedmann, heute kurzgeschorener „Klosterer“, spielte beim letzten Pokalhit Neumarkt gegen Seligenporten (orange) im Jahr 2008 noch auf der Seite des heutigen Gegners. Damals gewann der ASV 4:2.
Foto: Etzold
Rechts im ASV-Trikot, hätten Sie ihn erkannt? Marco Wiedmann, heute kurzgeschorener „Klosterer“, spielte beim letzten Pokalhit Neumarkt gegen Seligenporten (orange) im Jahr 2008 noch auf der Seite des heutigen Gegners. Damals gewann der ASV 4:2.
Adrenalin pur dürfte angesagt sein. Beide Teams streben derzeit leistungsmäßig in unterschiedliche Richtungen. Während die „Klosterer“ mit Trainer Karsten Wettberg in der Regionalliga eine tolle Saison abliefern und der erhoffte Klassenerhalt derzeit außer Frage steht, kämpft der ASV mit Coach Erich Hock in der Bayernliga derzeit als 15. gegen den Abstieg.
Man kennt sich: In den Reihen des SVS stehen mit Marco Wiedmann und Michael Brandl zwei ehemalige ASVler. Doch auch der Gastgeber hat einige „Klosterer“ unter Vertrag: neben Ferdinand Buchner und Daniel Schneider, die Neuverpflichtungen aus Seligenporten, spielt auch Andreas Endlein schon im Klosterdorf.
„Wir sind natürlich der Underdog“, sagt ASV-Trainer Erich Hock. „Es ist schon etwas Besonderes, gegen eine höherklassige Mannschaft spielen zu dürfen. Noch dazu im Pokal auf Bayernebene. Für unsere jungen Spieler sicher ein Ansporn, ich hoffe, dass sie ihn annehmen.“ Bei den eigenen Anhängern hat man sicher schon lange auf ein solches Treffen gewartet, auch wenn die Karten klar verteilt sind.
Der ASV geht als krasser Außenseiter in dieses Spiel. Und kann sich nur gut verkaufen. Der alte Rivale und große Favorit kam mit einem 1:0 beim TuS Feuchtwangen in diese zweite Runde, während der ASV den Spitzenreiter der Bayernliga, der Sp Vgg Jahn Forchheim, unerwartet mit 3:1 aus dem Rennen warf.
Um aber einigermaßen gut zu bestehen, muss die Hock-Elf mehr Leidenschaft als zuletzt gegen Memmelsdorf beim 2:2 zeigen. Auch an Aggressivität hat es gefehlt. Das Mittelfeld fand über weite Strecken überhaupt nicht statt. „Auch unser Defensivverhalten gilt es zu verbessern“, so Hock.
Bauer schmerzt das Knie
Aber mit was für einem Kader wird er in die Partie gehen? Nach vielen Absagen steht ihm wohl nur noch ein Rumpfteam zur Verfügung. Die Brüder Thomas und Matthias Ennich sowie Christian Blaser, der wieder genesen ist, und Frank Lustig können aus beruflichen Gründen nicht mitspielen.
Daniel Schneider hat muskuläre Probleme, Sven Bauer meldete Kniebeschwerden an, und auch Marc Eger meldete sich ebenfalls verletzt.„Wo soll ich so viele Ersatzspieler hernehmen?“, fragt sich Hock. „Wahrscheinlich werde ich mit einigen A-Jugendspielern und Leuten aus der zweiten Mannschaft das Loch füllen müssen. Sie sollen alle eine Möglichkeit bekommen, sich gegen einen Regionalligisten zu bewähren.“ Das erfreuliche an diesem Spiel könnte vielleicht sein, dass endlich einmal wieder mehr als 100 Zuschauer den Weg ins ASV-Stadion finden. Zumindest die Kassierer könnten der Partie also ein Lächeln abgewinnen.