NZ-Interview mit dem "U 17"-Trainer des Clubs
Tobias Zölle: "Druck machen sich die Jungs höchstens selbst"
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10.02. 19:07 Uhr
NÜRNBERG
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Als Tabellenführer starten die B-Junioren des 1. FC Nürnberg in die Rückrunde der "U17"-Bundesliga Süd/Südwest – mit der Chance, nach langen Jahren wieder einmal um den deutschen Meistertitel ihrer Altersklasse mitzuspielen. Zum Auftakt müssen sie allerdings zuschauen, da ihre Partie beim SC Freiburg witterungsbedingt abgesagt wurde. Die NZ sprach mit Club-Trainer Tobias Zölle.
Auch wenn der Rückrundenauftakt beim SC Freiburg abgesagt wurde, hat Tobias Zölle keinen Grund zu klagen: Die „U17“-Vorbereitung lief sehr gut.
Foto: Sportfoto Zink
Auch wenn der Rückrundenauftakt beim SC Freiburg abgesagt wurde, hat Tobias Zölle keinen Grund zu klagen: Die „U17“-Vorbereitung lief sehr gut.
NZ: Herr Zölle, wie gelegen oder ungelegen kommt Ihnen die Absage?
Tobias Zölle: Ich würde weder gelegen oder ungelegen sagen. Die Jungs waren gut drauf, obwohl es bei den Temperaturen nicht einfach war, die Vorbereitung zu gestalten. Die Spiele, die wir hatten, haben die Jungs wirklich gut gemacht, von daher hätten wir gerne gespielt, obwohl wir den einen oder anderen Angeschlagen haben.
NZ: Inwieweit war die Vorbereitung durch die Kälte beeinträchtigt?
Zölle: Grundsätzlich hatten alle die gleichen Probleme. Wir mussten das Programm ein bisschen abändern, aber für mich war es das Wichtigste, dass die Jungs gut mitgezogen haben. Das hat man auch in den Vorbereitungsspielen gesehen, unabhängig von den Ergebnissen, dass sie es auch gut umgesetzt haben.
NZ: Was haben Sie anders als geplant gemacht?
Zölle: Teilweise waren wir in der Halle, gerade am Anfang, auch weil wir noch zwei Hallenturniere gespielt haben. In den letzten zwei Wochen waren wir trotz allem vermehrt draußen, haben dazu den Kraftraum mehr genutzt als sonst. Das Wichtigste ist aber, dass die Jungs in Bewegung sind, nicht zu viele Standzeiten haben.
NZ: Die Saison lief bislang sehr erfreulich, der Start glückte deutlich besser als in der letzten Saison mit drei Auftaktniederlagen. Ist die Mannschaft stärker als die im letzten Jahr?
Zölle: Es ist mit Sicherheit so, dass wir dieses Jahr besser gestartet sind. Die Jungs ziehen richtig gut mit, und es hat sich schon in der Vorbereitung abgezeichnet, dass mit einem besseren Start zu rechnen war als im Jahr davor. Trotz allem war es aber schon so, dass wir Gegner hatten, bei denen es ähnlich hätte laufen können wie vor einem Jahr. Die Liga ist relativ ausgeglichen, von daher haben die Jungs es gut umgesetzt.
NZ: Die Liga ist sehr ausgeglichen. Karlsruhe liegt als Siebter nur sechs Punkte hinter dem Club als Tabellenführer – inwieweit schafft das Druck?
Zölle: Den Druck machen sich die Jungs selbst, mehr als dass er von außen kommt. Vom Verein ist es ja nicht als Muss vorgegeben, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen. Allerdings sollte man das mitnehmen, wenn es sich ergibt. Und zwar als Lohn für die erfolgreiche Arbeit, die die Jungs ja leisten.
NZ: Einige „U 17“-Spieler sind bereits zu den A-Junioren hochgeschoben – bleibt das so, oder können Sie auf diese Jungs angesichts der Chance auf die Meisterschaft zurückgreifen?
Zölle: Wir werden das weiter so beibehalten, denn das Wichtigste ist ja, dass die Spieler, die oben dabei sind, dort gefordert werden und in der „U 19“ auch Spielzeiten erhalten. Das war in der Vorrunde so, und deswegen gibt es keinen Grund, irgendetwas zu ändern.
NZ: Haben Sie entsprechend Spieler des 96er Jahrgangs aus der „U 16“ hochgezogen?
Zölle: Wir haben jetzt zur Rückrunde mit Alexander Toncic einen Spieler fest hochgezogen, der allerdings auch schon in der Vorrunde einige Spiele bei uns gemacht hat.
NZ: Sie verbringen sehr viel Zeit am Sportplatz. Fußballtrainer ist ein dem Familien- und Sozialleben ziemlich abträglicher Job..
Zölle: Das ist vielleicht am Wochenende der Fall, aber man weiß im Vorfeld, worauf man sich einlässt, die Frau oder die Familie wissen es. Man muss sich dann eben die Freiräume auch schaffen.
NZ: Bevor Sie vor eineinhalb Jahren zum Club gekommen sind, haben Sie als „U17“-Nationaltrainer in Luxemburg sowie im Nachwuchsbereich der SpVgg Unterhaching gearbeitet. Was ist hier in Nürnberg anders?
Zölle: Was mich schon bei den ersten Gesprächen fasziniert hat, ist, wie die ganze Region hinter dem Club steht. Wenn man durch Wohngebiete fährt, hängt überall eine Clubfahne im Garten, in der Stadt laufen die Kinder mit Club-Trikots rum. Das andere ist natürlich das Arbeiten hier. Wir haben ein richtig gutes Trainerteam, in dem man zusammenarbeitet, wir haben einen guten Austausch mit dem Cheftrainer. Von der Infrastruktur wird vieles getan, man sieht, dass es nach vorne geht. Der Club ist schon was Besonderes.
NZ: Was macht Tobias Zölle in seiner raren Freizeit?
Zölle: In erster Linie ist es natürlich die Familie, die ist für mich das Wichtigste. Die sonstigen Hobbys sind weniger geworden, seit ich hier bin.
NZ: Welche zum Beispiel?
Zölle: Golfen habe ich nicht mehr geschafft, seit ich in Nürnberg bin.