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Zwölf Monatspflichtsitzungen finden im Jahr statt, das Domizil ist schon seit Jahren das gleiche: In der Gaststätte „Heidekrug“ in der Waldluststraße informieren die Lehrwarte Hans-Georg Grell, Peter Wilhelm und Alfred Bauernschmidt über neue Regelauslegungen oder frischen die altbekannten Regeln auf, referieren Rößlein oder seine Stellvertreter Gerhard Grünbaum, Martin Sebald und Bernd Zitzl über Wissenswertes rund ums Schiedsrichterwesen und geben wichtige Daten und Termine bekannt.
Oft kommen Gastreferenten zu Wort – und manchmal sogar so hochkarätige wie Deniz Aytekin vom TSV Altenberg. Der jetzige Fifa-Referee gehört der Gruppe Zirndorf an und somit auch dem Kreis Nürnberg-Frankenhöhe, dessen Obmann Rößlein ebenfalls ist.
Ein Höhepunkt in diesem Jahr war natürlich der Besuch von Hans Meyer, dem ehemaligen Club-Trainer. Damals, vor acht Monaten, brach er noch eine Lanze für Club-Verteidiger Andy Wolf: Oft merke man erst im Nachhinein, wie wertvoll ein Spieler gewesen sei, erklärte Meyer, der mittlerweile zu seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach zurückgekehrt ist und dort im Aufsichtsrat sitzt. Gerade für die „kleinen“ Schiedsrichter war es einmal hochinteressant, den Fußball von „höherer“ Warte aus zu erleben – bei Meyers interessanten und sachkundigen Ausführungen hätte man eine Stecknadel fallen hören können.
Der Besuch des Pokalsiegertrainers von 2007 im „Heidekrug“ (viele Schiris ließen sich danach ein Autogramm geben oder mit ihm zusammen ablichten) hatte einen weiteren positiven Nebeneffekt – der Saal war rappelvoll. So errechnete Rößlein insgesamt einen Durchschnittswert von 134 erschienen Schiedsrichtern pro Sitzung, die er aber trotzdem wie folgt kommentierte: „Es könnte noch besser sein!“
Dafür ist die Zahl von 4814 von den Nürnberger „Schwarzkitteln“ geleiteten Spielen im Jahr 2011 umso imposanter. In diese Zahl flossen alle Einteilungen mit ein, also auch die Einsätze von Schiedsrichterassistenten und -Beobachtern – wie auch der sogenannten Chaperons. Sie sind dafür zuständig, nach den Bundesligaspielen des Clubs die zum Dopingtest ausgelosten Spieler zur offiziellen Kontrolle in den Stadionkatakomben zu begleiten.
Dass die Arbeit der Einteiler (Rößlein und Grünbaum sind in erster Linie für die ersten Mannschaften, Zitzl und Sebald für die Junioren- und unteren Mannschaften zuständig) nicht immer so leicht von der Hand geht, unterstreicht eine weitere Zahl: Fast 1400 Begegnungen (genau 1367) mussten umbesetzt werden. Wer weiß, dass an einer einzigen Umbesetzung oft ein ganzer „Rattenschwanz“ von weiteren Änderungen hängt, kann sich leicht vorstellen, welche Zeit es erfordert, bis alle Spiele unter einen Hut gebracht wurden.
Bei der Gesamtzahl der Schiedsrichter gab es einen leichten Aufwärtstrend zu verzeichnen: Der Gruppe Nürnberg gehörten zum Jahresende 2011 genau 421 Referees an, das sind elf mehr als noch vor Jahresfrist.
Allerdings muss diese Zahl noch ein klein wenig relativiert werden: Im vergangenen Jahr waren genau 150 Schiedsrichter „nicht verfügbar“, wie es offiziell heißt – und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen wie zum Beispiel Krankheit oder beruflicher Überlastung.
Die Schiedsrichter-Aushängeschilder des Kreises Nürnberg-Frankenhöhe sind Aytekin und Benjamin Cortus vom TSV Burgfarrnbach (Gruppe Fürth), von der Gruppe Nürnberg sind es Sven Bode (DJK Eibach) und Stevie Albert (TB Johannis 88), die jeweils Spiele bis zur Bayernliga leiten dürfen. Wobei Bode das Kunststück gelang, nach dem Abstieg aus der Bayernliga wieder in diese Klasse aufzusteigen, während der Italiener Albert in seinem Heimatland bereits zu den Höchstqualifizierten (dritte Liga) gezählt hatte. „Er wurde uns geschenkt“, freute sich Rößlein bei seiner Rückschau. Daneben ist noch Andreas Heidt vom TSV Buch für die Landesliga qualifiziert. Ein Höhepunkt für diese ehrenamtlichen Sportler war sicherlich, als sie in dieser Saison Austauschspiele in der Tschechischen Republik leiten durften.
Ebenso wichtig für eine Schiedsrichtergruppe ist freilich auch die Basis: So sind vier Nürnberger Referees für die Bezirksoberliga und drei für die Bezirksliga qualifiziert, 17 pfeifen Spiele in der Kreisliga sowie jeweils 23 in der Kreis- und der A-Klasse.
Zum Jahresabschluss wurde dann einmal nicht „gepfiffen“, sondern gesammelt – bei der Kinderweihnachtsfeier, beim Club-Spiel gegen Hoffenheim oder zu anderen Anlässen: So kam ein guter Betrag zustande, den Obmann Rößlein dann noch aus seiner Privatschatulle auf 1500 Euro aufstockte. Er wurde an die „Wiege“ überwiesen – eine Organisation, die Menschen und Kindern in Deutschland helfen will, die durch Krankheit in Not gerieten.
Sa. 19.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Mi. 16.05.12