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Schwalbe oder glasklares Foul?

Fußball, Kreisliga 1: Der Elfmeterpfiff beim Derby wird weiter heiß diskutiert - 01.09. 15:15 Uhr

WEILERSBACH  - Die entscheidende Szene des Fußball-Derbys vor 500 Zuschauern am Mittwochabend fand in der 90. Minute statt: Weilersbachs Spielertrainer Udo Prell soll Kirchehrenbachs Sebastian Gebhard gefoult haben. Der darauffolgende Strafstoß führte zum 2:2-Endstand und zu heftigen Diskussionen, die auch am Tag danach noch nicht nachließen.

Schiedsrichter Reinhold Deinhardt (li.) zückt Gelb gegen Kirchehrenbachs Sebastian Walter. Später geriet der Unparteiische in Kritik, weil er einen umstrittenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit gegen Weilersbach gab.
Schiedsrichter Reinhold Deinhardt (li.) zückt Gelb gegen Kirchehrenbachs Sebastian Walter. Später geriet der Unparteiische in Kritik, weil er einen umstrittenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit gegen Weilersbach gab.
Foto: Leo Hühnlein
Schiedsrichter Reinhold Deinhardt (li.) zückt Gelb gegen Kirchehrenbachs Sebastian Walter. Später geriet der Unparteiische in Kritik, weil er einen umstrittenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit gegen Weilersbach gab.
Schiedsrichter Reinhold Deinhardt (li.) zückt Gelb gegen Kirchehrenbachs Sebastian Walter. Später geriet der Unparteiische in Kritik, weil er einen umstrittenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit gegen Weilersbach gab.
Foto: Leo Hühnlein

Auch im Internet wurde die Elfmeterszene heiß diskutiert: War es ein Strafstoß? War es keiner? Wir fragten noch einmal nach bei Zuschauern und Beteiligten.



Schiedsrichter Reinhold Deinhardt wollte sich nicht gegenüber den NN dazu äußern.

Gregor Neidhardt, Spielertrainer TSC Bärnfels: „Ich stand auf der Gegengerade, auf Höhe der Mittellinie. Für mich war es ein glasklarer Strafstoß. So wie Udo Prell in dieser Szene darf sich ein Verteidiger im Strafraum nicht verhalten: Er lässt den Ball an sich vorbeilaufen; als er merkt, dass ein Gegenspieler von hinten kommt, fährt er Arm und Bein aus und hebelt diesen ganz klar aus. Das war hundertprozentig Elfmeter!“

Jürgen Kaatz, Linienrichter der Partie: „Zu dieser Situation selbst möchte ich gar nichts sagen. Natürlich stehen wir Schiedsrichter oftmals in der Kritik, gerade nach umstrittenen Entscheidungen. Das liegt in der Natur des Fußballs. Aber man muss immer auch beachten, welche Perspektive der Schiedsrichter auf die Situation hat, welchen Blickwinkel andere Leute haben. Es wird nur selten eine einheitliche Meinung zu umstrittenen Szenen geben. Was ich aber sehr schwach finde ist der schwerwiegende Vorwurf von Udo Prell, wir hätten ihn und seine Mannschaft bewusst betrogen. Das ist definitiv nicht so, das ist eine schlimme Unterstellung. Er hat gerade als Spielertrainer eine Vorbildfunktion. Das ist keine Art und Weise, wie man miteinander umgeht.“

Sebastian Gebhard, gefoulter Spieler des TSV Kirchehrenbach: „Der Ball lief an Udo Prell vorbei. Ich sehe das und versuche, an ihm vorbei zum Ball zu kommen. Er will ihn abschirmen, ich spüre eine Berührung und überlege noch weiterzulaufen. Ich sehe aber, dass ich nicht mehr an den Ball kommen kann – und lasse mich daher fallen. Es war sicher keine Schwalbe, denn ein Kontakt war da. Aber die Berührung war auch nicht so stark, dass sie mich zwingend zu Fall gebracht hätte. Ich war ehrlich gesagt auch überrascht, dass der Schiri Elfmeter gibt, das war bitter für Weilersbach. Aber ich bin auch nicht der Typ, der sich bewusst hinfallen lässt. Ich würde sagen: Es war 50:50, ob es ein Elfmeter war.“

Udo Prell, Weilersbachs „Übeltäter“: „Ich bleib’ dabei: Es war kein Elfmeter. Der Ball kam von einem Einwurf der Kirchehrenbacher. Ich will ihn abschirmen und ins Aus laufen lassen. Plötzlich ist ein Gegner in meinem Rücken, er fällt auf meine Hacken und liegt kurz darauf auf dem Boden. Natürlich ist es für den Schiri nicht leicht zu bewerten.

Ich war auch deshalb über den Elfmeter nach dem Spiel so aufgebracht, weil sich durch viele Situationen in letzter Zeit, nicht nur im Derby, mir ein Gesamtbild ergibt, in dem wir Weilersbacher immer als die Buhmänner hingestellt werden. Wir leiden unter einem negativen Ruf, der aus Geschehnissen vor unserer Zeit entstanden sein muss, für den die jetzige Mannschaft und ich gar nichts können. Sogar in Internetforen wird gegen uns Stimmung gemacht, dabei versuche ich als Trainer doch nur, erfolgreiche Arbeit zu machen. Ich finde das ungerecht und habe das Gefühl, in letzter Zeit häuften sich auch die unglücklichen Entscheidungen gegen uns. Da war dieser Elfmeter jetzt sozusagen das ,i-Tüpfelchen‘.“

Wie sahen Sie diese Szene? Diskutieren Sie mit, nutzen Sie die Kommentarfunktion! 



CHRISTOPH BENESCH

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