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Stand mit Markus Mendler doch ein Mitglied des Bundesligakaders in seiner Startelf, dazu mit Sebastian Gärtner, Florian Ballas und Fabian Scheffer Stammkräfte der Club-Amateure. Doch damit nicht genug, schließlich haben auch Torhüter Benjamin Uphoff, Besar Halimi oder Sinan Tekerci in der jüngeren Vergangenheit „weiter oben“ schon reingeschnuppert.
„Mendler und Gärtner fahren am Sonntag zum ,U19‘-Nationalteam und sollten vorher noch einmal Spielpraxis sammeln“, begründete van Eck die Maßnahme. Letzteres habe auch für Scheffer und Ballas („der Flo war verletzt, hat letzte Woche mit der Mannschaft trainiert und sollte spielen“) gegolten. Ganz abgesehen davon, dass der Ex-Profi so elegant einige personelle Löcher stopfen konnte: Miroljub Zivkovic (gesperrt), Nicolas Esparza (Mandel-OP), Nikolai Altwasser und Danilo Dittrich (beide verletzt) standen auf der Absenzenliste.
Von den prominenten Namen ließen sich die jungen Karlsruher allerdings ebenso wenig beeindrucken wie vom frühen Pfostentreffer Scheffers (4.). Vielmehr brachten sie nach starken Anfangsminuten der Gastgeber deren Abwehr mehrfach in Verlegenheit, so dass Keeper Uphoff schon früh gefordert war, sein Können zu demonstrieren. Doch als Antonio-Mirko Colak aus halbrechter Distanz abzog, war er chancenlos und konnte die KSC-Führung nicht verhindern (15.).
Was wiederum den Club nicht weiter zu beeindrucken schien: Die Erregung nach einem Pfiff von Referee Frank Hildebrandt – er nahm Mendler den Vorteil, der an der Mittellinie eins gegen eins hätte abgehen können – dämpfte eine Minute nach der unglücklichen Entscheidung Tekerci, als er per Linksschuss ausglich.
In der Folge war, wie später auch noch einmal in der Schlussphase, zu beobachten, was van Eck nach dem Abpfiff kritisierte: eigensinnige Dribblings eines Trios, das den freien Nebenmann öfter übersah. „Wir wollen den Ball zu viel treiben – das müssen wir abstellen. Wir haben mit Mendler, Halimi oder Tekerci Leute, die dribbeln können, aber das muss schon effektiv sein“, kleidete der Coach seine Anmerkungen in recht freundliche Worte.
Allerdings: Die individuelle Klasse einzelner Akteure war es letztlich, die in einem ausgeglichenen Spiel auf dem gefrorenen, aber doch ordentlich bespielbaren Kunstrasenplatz am Valznerweiher den Ausschlag zugunsten der Gastgeber gab. Diese Stärken erleichterten es auch, anschließend den Mantel des Schweigens über die einmal mehr unübersehbaren „Schwimmübungen“ der Club-Defensive zu decken: Die ermöglichte die erneute Führung der Karlsruher, als Silvano Varnhagen nach einer weiten Freistoßflanke in den Club-Sechzehner völlig unbehelligt einköpfen konnte (35.).
„Wir haben vorne nicht genug Druck gemacht, deswegen hat es im Mittelfeld nicht gestimmt – und dann sehen die hinten in der Abwehr natürlich immer schlecht aus“, nahm der Nürnberger Coach seine Abwehrspieler durchaus in Schutz. Was ihn in der Pause nicht davon abhielt, seine hinteren Reihen neu zu ordnen: Innenverteidiger Antonio Matarazzo blieb in der Kabine, Kapitän Pascal Itter rückte von der Sechserposition nach hinten. Mendler agierte fortan etwas defensiver, und der eingewechselte Tyrone McCargo sollte vorne links den Druck auf die KSC-Defensive erhöhen.
Die Maßnahmen zahlten sich aus: Nachdem Mendler noch vor der Pause nach einem weiten Gärtner-Freistoß per Kopf ausgeglichen hatte (43.), sorgte Halimi vier Zeigerumdrehungen später für die erstmalige Führung der Gastgeber – dank großzügiger Unterstützung durch KSC-Keeper Max Reule, der den 20-Meter-Schuss über die Fäuste rutschen ließ.
Sicherheit gab dies den Hausherren aber keineswegs: Die Abwehr stand zwar sicherer, aber dennoch kamen die mit aller Macht auf den Ausgleich drängenden Badener immer wieder zu klaren Einschussmöglichkeiten, nicht selten nach leichtfertigen FCN-Ballverlusten im Mittelfeld. Minutenweise wirkte es fast so, als würden die jungen Cluberer um ein Gegentor betteln.
Doch schließlich hatten sie hinten einen Benjamin Uphoff zwischen den Pfosten, der sich in der letzten halben Stunde mehrfach gegen allein vor ihm auftauchende Gästestürmer auszeichnen konnte und die Führung festhielt, bis Halimi in der Nachspielzeit den Sieg mit einem herrlichen Lupfer aus 16 Metern festmachte. Quasi als Wiedergutmachung für mehrere leichtfertige Ballverluste zuvor.
Einen Schatten auf den Erfolg warf allerdings das vorzeitige Aus für Tobias Pachonik: Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk hieß tags darauf die erste Diagnose.
Sa. 19.05.12
Mo. 14.05.12