Sportvereine suchen dringend neue Wirte
Immer öfter bleibt in den Gaststätte die Küche kalt -Beispiele aus Nürnberg
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04.01. 19:00 Uhr
Nürnberg
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Der ASN Pfeil Phönix in Ziegelstein und der Sportverein Tuspo Heroldsberg finden keine Pächter für ihre Gaststätten. Doch nicht nur in diesen Nürnberger Vereinsheimen bleibt die Küche kalt.
Gabi Tuch ist gerne die Wirtin in der Sportgaststätte des ASV Buchenbühl.
Foto: Matejka
Gabi Tuch ist gerne die Wirtin in der Sportgaststätte des ASV Buchenbühl.
Von wegen, die Fußballer hocken nach dem Training noch stundenlang beim Bier zusammen und ratschen. Die Zeiten sind in den meisten Vereinen vorbei. „Es wird für Sportvereine immer schwieriger, Wirte zu finden“, bestätigt Gerhard Engelmann vom Hotel- und Gaststättenverband in Nürnberg.
Woran das liegt, kann er nicht sagen. „Es ist grundsätzlich schwer, für eine kleinere Gastronomie einen Pächter zu finden“, gibt Engelmann zu bedenken. Damit Sportverein und Pächter miteinander auskommen, müssten die Sportler den Wirt jedenfalls voll ins Vereinsleben involvieren. „Es gibt leider immer Sportler, die meinen, als Mit-Pächter auftreten zu müssen.“
Von dem, was die Vereinsmitglieder trinken und essen, komme eine Sportgaststätte heutzutage nicht mehr über die Runden, sagt Engelmann. Immer brauche es auch Gäste von außerhalb. Oliver Rath, Geschäftsführer des Tuspo Heroldsberg, betont ebenfalls, dass die Mitglieder nicht mehr wie zu früheren Zeiten eine feste Bank für den Wirt sind. Beim Tuspo komme hinzu, dass es weniger Fußballmannschaften als früher am Sportgelände an der Gründlach gebe. Viele Teams trainieren in der Halle an der Schule und fahren im Anschluss nicht mehr in das doch etwas abgelegene Vereinsheim.
Pacht zu hoch?
Rath kritisiert aber auch die fehlenden Konzepte der Pächter. Die könnten nicht immer gastronomische Erfahrung vorweisen. Derzeit erhalten nur noch Ehrenamtliche das Vereinsheim am Leben. Sie haben in kleinem Rahmen den Ausschank übernommen.
Beim Bau eines neuen Funktionsgebäudes will der Tuspo wegen der schlechten Erfahrungen nur eine kleine Gastronomie einplanen. Sie soll lediglich auf den reinen Sportbetrieb zugeschnitten sein. Diskussionen, die Pacht für die Gaststätte sei zu hoch, lässt Oliver Rath nicht gelten. Der Tuspo sei seinen Pächtern da immer entgegengekommen.
Beim ASN Pfeil Phönix in Ziegelstein hält man allerdings die von einer Immobilienfirma festgelegte Miete für zu hoch. Dies sei mit ein Grund für die vielen Pächterwechsel und die Schließung des Sportheims. Eine Ansicht, der ein Sprecher der Firma „Conle“ widerspricht. Er verweist auf den im Vergleich zu ähnlichen Immobilien niedrigen Pachtzins. Noch sind sich Verein und Immobilienfirma über die Modalitäten für die Suche nach einem neuen Wirt uneins.
Doch auch Lothar Fröhlich, Geschäftsführer des ASN, sieht ein Problem darin, dass die Sportler immer weniger in „ihrer“ Kneipe beisammensitzen. Gabi Tuch, Wirtin in der Sportgaststätte des ASV Buchenbühl, formuliert es so: „Die Sportler trinken nach dem Training vielleicht noch ein Spezi, dann gehen sie wieder.“ Früher blieben sie hocken. „Wir leben von den Festen anderer Vereine und von großen Familienfeiern“, sagt Gabi Tuch, die froh ist, dass der neue Fußballtrainer zumindest Wert darauf legt, dass die Spieler donnerstags nach dem Training noch in der Vereinskneipe die Geselligkeit pflegen. „Und weil mein Sohn selber spielt, lockt auch er die Fußballer wieder her.“
Heinz Laux, Vorstand des ASV Buchenbühl, ist zufrieden mit der Wirtin. „Sie macht es gemütlich und das zieht viele Leute her.“ Was für den Verein wichtig sei, „wir brauchen die Pachteinnahmen“.
„Auch bei uns lässt die Geselligkeit nach“, sagt der Vorstandsvorsitzende des TSV Buch, Thorsten Brehm. Doch Wirt Georgios Milonas ist zufrieden. Er freut sich, dass die erste und zweite Mannschaft der Fußballer nach jedem Spiel den Weg in seine Gaststätte finden. „Auch nach dem Training sind sie hier. Ich lebe tatsächlich vom Verein“, sagt der 39-Jährige und macht damit ganz andere Erfahrungen als seine Kollegen aus anderen Vereinen. Er kocht zwar auch für Feste von anderen Vereinen oder für große Gesellschaften in der Turnhalle, aber vor allem dank der Sportler „läuft das Geschäft gut“, sagt Milonas.