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Teure Schlampereien

Fußball: Vereine bezahlten über 6500 Euro an Strafen - 28.01. 07:00 Uhr

FORCHHEIM/BAIERSDORF  - Bei der Spielgruppen-Halbzeittagung in den Fußball-Kreis-, A- und B-Klassen, haben Kreisspielleiter Max Habermann und die Gruppenschiedsrichterobmänner die zunehmende Anzahl an tätlichen und verbalen Angriffen auf Schiedsrichter kritisiert.


Habermann mahnte auch, Spielabsagen so früh wie möglich dem Spielleiter zu melden. Ansonsten müssten trotz Absage die Schiedsrichterkosten übernommen werden. Gleichzeitig kritisierte der Kreisspielleiter diesbezüglich die Häufung an kurzfristigen Nichtantretungen auch im Hallenbereich und Einsätze von Fußballern ohne gültigen Spielerpass: „Die sind nicht versichert“, so Habermann.

Auch appellierte er an die sportliche Fairness der Vereine: „Ich weiß von „Alt-Herren“-Spielen, in denen aktive Spieler der 1. Mannschaft mitgewirkt haben.“ Gleichzeitig prangerte Habermann die zunehmende Anzahl an Spielabbrüchen an. Das sei so nicht mehr tragbar, vor allem, weil auch der Jugendbereich betroffen sei. „Wenn ein Schiedsrichter mit einem Messer bedroht wird, dann hört der Spaß auf“, so der Kreisspielleiter. „Darüber kann ich nicht lachen.“

Mehr Schutz gefordert

Habermann appellierte an die Vereine, mehr für den Schutz der Unparteiischen zu tun. Denn: „Da braucht ihr euch nicht mehr wundern, wenn wir keine Schiedsrichter mehr bekommen. Ihr müsst den Unparteiischen auch mal einen Fehler zugestehen.“ In seiner 20-jährigen Funktionärszeit habe er noch nie so eine Anhäufung von Vorfällen in diesem Bereich erlebt, wie in den letzten Monaten, so Max Habermann.

In die gleiche Kerbe schlug auch Gruppenschiedsrichterobmann Christian Klein. Er sprach von großen Personalproblemen im Schiedsrichterwesen sowie von einer zunehmenden Anzahl an Spielabbrüchen auch wegen körperlicher Angriffe gegen Schiedsrichter. „Vereine und Schiedsrichter sind hier gemeinsam gefordert, diese Entwicklung zu stoppen“, forderte Klein.

Teilweise müssten Schiedsrichter inzwischen zwei bis dreimal am Wochenende pfeifen, damit alle Spiele besetzt werden könnten. Schuld an dieser Entwicklung seien auch einige Medien, kritisierte Klein. So lange es öffentliche Internet-Foren gebe, in denen der „schlechteste Schiedsrichter“ gewählt werde und in denen über Referees hergezogen werden könne, werde man es schwer haben, neue Kameraden für dieses Amt zu gewinnen.

Kreisspielleiter Max Habermann und seine Gruppenspielleiter Manfred Kressner und Thomas Beetz hatten für den Rückblick auf die Vorrunde 2011/2012 auch einiges an Statistik aufbereitet: Insgesamt habe es im Spielkreis zwischen 1. August und 31. Dezember 2011 43 Meldungen wegen Passangelegenheiten gegeben. An Gebühren sind hierfür 860 Euro angefallen, Strafen mussten in der Höhe von 2690 Euro bezahlt werden. Insgesamt hat es in dieser Zeit 48 Mal x:0-Wertungen wegen Spielabsagen gegeben; die Gebühren lagen hierfür bei 960 Euro, die Strafen bei 2750 Euro. Aufgrund von 112 fehlenden oder zu spät eingereichten Ergebnismeldungen wurden insgesamt 1120 Euro an Strafen verhängt.

Vier Spielabbrüche

Insgesamt habe es vier Spielabbrüche wegen Tätlichkeiten gegenüber Schiedsrichtern, sowie wegen Bedrohungen oder Tumulten gegeben. Davon betroffen waren einmal die Kreisliga, einmal die Kreisklasse und zweimal die A-Klasse.

Am Pokal auf Kreisebene nahmen insgesamt 133 Vereine teil. Insgesamt mussten hier zwölf Sportgerichtsfälle, darunter zehn Rote Karten und drei Anzeigen gegen Zuschauer, Betreuer und Trainer, in den 129 Spielpartien verhandelt werden.

Gruppenspielleiter Thomas Beetz kritisierte 633 Gelbe Karten in 136 Spielen in der Kreisklasse 1 sowie sieben Rote Karten. In der Kreisklasse 2 wurden 577 Gelbe Karten gezückt und 16 Rote Karten ausgesprochen. In der Kreisklasse 3 wurden 501 Verwarnungen und 14 Rote Karten verhängt. In der A-Klasse 1 waren es in 136 Spielen 546 Gelbe Karten und 14 Rote, in der A-Klasse 2627 Gelbe und 21 Rote, in der A-Klasse 3517 Gelbe und 14 Rote. Die durchschnittlichen Schiedsrichterkosten in den Kreisklassen, A-Klassen und B-Klassen beliefen sich zwischen 29,52 Euro und 39 Euro. 



VON ALEXANDER HITSCHFEL

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